Ursünde

Wenn es eine Ursünde gibt, heißt sie Glaube.

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12 Antworten zu “Ursünde”

  1. Armin sagt:

    Also, wie soll ich das jetzt sagen. Beim Glauben sind wir (vielleicht) nicht einer Meinung, wobei andererseits…

    Also das Problem ist wohl, dass ich Deine Meinung gar nichts so genau kenne. Wenn Du die Gurumentalität, die Religionskrücken, das Dogma sozusagen anprangerst, dann schliesse ich mich Dir grundsätzlich voll an.

    Beim Glauben, jetzt mal frei von jeglichem Fanatismus, frei von Ausschliesslichkeit, ist das für mich nicht so klar…

    Ich bin ein Sympathisant des Glaubens an die Beseeltheit. Des Animismus. Zum Beispiel der Shamanen. Ich gehe davon aus, dass alles (von schöpferischer Energie) beseelt ist. Ein Mensch, ein Element, ein Tier, ein Berg, ein Haus. Manchmal denke ich gar über die Seele von Häusern oder Küchengeräten nach…

    Aber dazu stellt sich mir die Frage: Was ist die Seele?

    Primär sehe es als (unsterbliche) Energie. Energien mit unterschiedlichen Vibrationsmustern. Den Grund, wieso alles von Energie durchflutet wird, sehe ich jedoch in Gott.

    Wobei dies jetzt die Frage aufwirft: Wer oder was ist Gott?

    Ich empfinde Gott als schöpferische Energie. Und habe eigentlich Mühe damit, dass Wort Gott in den Mund zu nehmen. Ich emfinde ihn ganz einfach als die schöpferische Energie. Als Grundlage der universellen Gesetze.

    Das ich Mühe mit dem Nichtglauben an “diese schöpferische – also intelligente – Energie” habe, davon zeugt auch:
    Warum Atheismus auch (nur) eine Religion ist.
    http://www.conspirare.net/w2/warum-atheismus-auch-nur-eine-religion-ist/

    Jetzt ist mir klar, dass wir möglicherweise nicht einer Meinung bei diesem Thema sind. Aber ich möchte jetzt natürlich nicht aufhören zu kommentieren dazu, nur deshalb, und wage mich deshalb zu diskutieren…

    PS:
    Ich habe versucht, dass was ich sagen will, möglichst gut zu beschreiben. Finde es jedoch nicht einfach und möchte ständig alles umschreiben. Diskussionen zu dem Thema sind für mich irgendwie kompliziert.

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Armin

    Ich war bloß mal wieder provokant.

    Nein, natürlich nicht nur das.

    Es steckt schon etwas mehr dahinter.

    Das aber anhand der mir im Kopfe herumschwirrenden Beispiele (zumal auch aus meiner Erfahrung mit Kindern) heute noch zu erklären, schaffe ich wohl nicht mehr.

    Da will und muss ich (ja, selbst das geht mitunter zusammen) etwas weiter ausholen.

  3. Armin sagt:

    @Magnus Wolf Göller
    “Ich war bloß mal wieder provokant.”
    Klar! Hätte ich auch nicht anders erwartet. Deshalb bin ich mir wohl nicht sicher, ob die Aussage im Titel für mich stimmt.

    Ja, als Dogma gesehen, als Fanatismus, als Divide and Conquer Konstrukt des Glaubens.

    Den Glaube als Fokussierung auf das Eine jedoch, und das fängt für mich mit dem Glauben, ein Kind Gottes zu sein, also sozusagen mit dem Glauben an die eigenen gottgegebenen Kräfte – Spiritualität, Magie, PSI, supranaturale Fähigkeiten, Intitution an, empfinde ich nicht als Sünde sondern als Grundlage für Freiheit.

    Ich habe mich in den letzten Monaten recht intensiv (auch) mit Glaubenswerken beschäftigt, mit den Veden, der Bibel (alt/neu), dem Koran und anderen alten “religiösen” Schriftstücken. Ich bin mir recht sicher, dass sich in diesen Büchern (auch) echtes spirituelles Wissen findet. In einem Meer von Lügen findet sich wohl die Wahrheit.

    Ich würde mich jedoch NIE für eine Religion, eine Bruderschaft, ein Dogma, eine Zugehörigkeit zu irgendeinem Wissens-”Klub” bzw. Glaubens-”Klub” entscheiden. Gleichzeitig finde ich, man sollte bis zu einem gewissen Punkt (solange der Respekt gegenseitig ist) Respekt zeigen, vor Kultur, Gepflogenheiten und eben auch Religion. Ich empfinde jedoch Glauben als etwas extrem persönliches und intimes, in was sich keine Menschenseele einzumischen hat. Das ist meine Suche nach Gott.

    Diese Haltung erlaubt mir, Wissen aus allen Ecken offen auf mich einwirken zu lassen in einer Breite, wie sie kein Dogma, keine Religion bieten kann. Insofern empfinde ich mich als Gläubigen (an Gott, an die schöpferische Energie, an das Eine), obwohl mich wohl viele Religionen als Nichtgläubigen, als Heide, als … abstempeln würden.

  4. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Armin

    So viel schaffe ich heute noch: In den von Dir angesprochenen Werken schimmelt “die Wahrheit” für mich weit überwiegend in ätzenden, giftigen, stinkenden Sümpfen.

    Dafür mag es Gründe geben.

    Morgen, wenn ich den Hintern dazu hochkriege, mehr Erklärendes.

  5. Armin sagt:

    @Magnus Wolf Göller
    “Dafür mag es Gründe geben.”
    Einverstanden.

  6. Dude sagt:

    @Magnus

    “In den von Dir angesprochenen Werken schimmelt “die Wahrheit” für mich weit überwiegend in ätzenden, giftigen, stinkenden Sümpfen.”

    Dann verstehst Du sie einfach nicht, oder vermagst sie nicht zu erkennen bzw. durchleuchten, oder ihre codierten Symboliken zu entschlüsseln. (Was jetzt natürlich nicht bedeuten soll, dass sie nicht auch haufenweise verdrehtes Geschwurbel zwecks Massenmanipulation und Machterhalt/erweiterung enthalten…)
    Der Kern – die Weisheit – liegt oft tief und glänzt golden aus dem modrigen, stinkenden Sumpf, welcher vom Pfuhl gespeist wird, heraus, für denjenigen, der die (ge)-rechten Augen dafür hat…

    “Mein Freund es sind allhier die Dinge,
    ganz gleich ob grosse, ob geringe,
    im Wesentlichen so verpackt,
    dass man sie nicht wie Nüsse knackt”
    (Wilhelm Busch)

    Aber das kennst Du ja bestens von Goethe her ;)

    Herzlichen Dank übrigens für die ganzheitliche Sprachlektion heute. Du bist ein wahrhaft grosser Mentor in diesem Gebiet, alle Achtung und Anerkennung!

    @Armin
    Grandiose Beschreibung(en)! Respekt! Magnus’ Lektion trägt offenbar schon erste süsse Früchte ;)

    Weiter so Leute!

    Ps. Freu mich schon aufs Fondue :D

  7. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Du magst schon recht haben bezüglich der Weisheit in solchen Werken.

    Allerdings finde ich diese, wenn ich Konfuzius, Cervantes, Shakespeare oder Nietzsche lese, ohne das ganze Gesabbel und Gebrabbel und die stinkbrühichte Pfaffen-Obskuraterei.

    Man kann auch etwas sagen, indem man es sagt.

    Womit ich nichts gegen Lyrik gesagt haben will, wenn sie taugt.

    Dostoijewski, um zum Glauben zurückzukommen, war sehr gläubig, brachte aber das Kunststück fertig, dass dieses Handicap sein Werk nur an wenigen Stellen trübt. (Ob Cervantes gläubig war, oder nur durch die Zensur kommen wollte, lasse ich mal dahingestellt.)

    Über das Alte Testament und den Koran will ich hier jetzt kein Wort verlieren.

    Im Neuen Testament stehen ein paar gute Sätze, drumherum aber auch viel zu viel unnötiges Geschwätz. (Jesus kann natürlich nichts dafür, wie man ihn 150 Jahre später darstellte.)

    Wenn man so ähnlich glaubt, wie Armin das oben beschrieben hat, mag man weiterkommen.

    Damit gehört er aber meiner Erfahrung nach zu dem einen Promille Ausnahmen.

    Nietzsche meinte zu dem Spruch, dass Glaube Berge versetze, der sei in dem Sinne schon richtig, dass er dort welche hinsetze, wo keine sind.

    (Freue mich auch darauf, die beiden mir ans Herz gewachsenen Schweizer Freigeister bald in vivo kennenzulernen – nicht nur im Sinne der Erweiterung meines dialektalen Wortschatzes. Meldet Euch! Weißburgunder, Riesling, oder Sauvignon Blanc?)

  8. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude & Armin

    Noch zum Promille Ausnahmen.

    Man könnte fast meinen, dass man fürs Glauben, auf dass es die geistige Gesundheit nicht beschädige, so eine Art Führerschein brauche.

    Wenn ich mir aber nur die üblichen Fahrlehrer anschaue…

  9. Cornel sagt:

    Wenn es eine Urtugend gibt, dann heisst sie WIssen.

  10. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Cornel

    Nun, Wissen ist meines Erachtens keine Tugend.

    Aber, da Du ja auch zu “Thought is your Enemy” kommentiertest: Denken gegebenenfalls schon.

    (Habe mir übrigens privatissime einen deftigen Rüffel dazu eingefangen: Mir fehle es an geistigem Tiefgang. Meinte vorgeblich der “Hohe Rat”. Ich meinte dazu, dass mich irgendwelche derlei anonyme Räte schon seit vielen Jahren einen Scheißendreck interessierten, eine derartige Aussage von Unbekannten, völlig unsubstanziiert, dito. Will der “Hohe Rat” also noch etwas wissen, wird es jetzo dessenthalben angemessener Penunze bedürfen. Manche Späße enden selbst bei mir im Nichtkostenlosen.)

  11. Armin sagt:

    @Dude
    “Grandiose Beschreibung(en)! Respekt! Magnus’ Lektion trägt offenbar schon erste süsse Früchte ;)”
    Danke! Ich empfinde es als recht schwierig, über dieses Thema “intelligent” zu schreiben…
    “Freu mich schon aufs Fondue”
    Ich auch ;-)

  12. Dude sagt:

    Wissen ist gut, Weisheit hingegen erhaben; jenseits von Paradoxien und Veränderlichkeit.

    Man findet sie an vielerlei Orten, ob in philosophischen oder religiösen Schriften, im Volksmund am Stammtisch oder durch die Beobachtung der Geschehnisse, welche die Natur gebiert, doch ist sie eigentlich immer – die Ausnahme mag auch hier die Regel bestätigen – verborgen in der Tiefe, hinter dem Buchstabensalat, genannt Text, oder dem artikulierten Worte, was durch den Dunstschleier der Bierfahne zum Munde heraus weht, oder durch den ersten, oberflächlich Eindruck, welchen das Hirn aufgrund der Impulse von den Sehnerven zusammenschustert .

    Sie ist ungebunden und immerwährend Jetzt aktuell, während das blanke Wissen sich von Sekunde zu Sekunde verändert und innerhalb der Vergänglichkeit des multdimensionalen Raumzeitparadoxons – auch Kosmos genannt – durch die Illusion des Zeitablaufs (Sanskr. Kala) in stetigem Wandel verbleibt…

    Die tiefste ist die Quelle selbst. In diesem Sinne…

    Liebe & Licht @ All

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