Von der Kunst der Mannlosigkeit

“Ich wende mich normalerweise nicht gerne ausschließlich an Frauen, gar gebärfähige, doch heute geht es nicht anders.

Wie schafft man es als einigermaßen attraktive junge Frau, keinen Mann abzukriegen?

Hier ist höchste Sorgfalt und Wachsamkeit vonnöten.

Denn es gibt immer noch jede Menge jener testosterongesteuerten Monster da draußen, die längst nicht begriffen haben, dass Frauen keine Männer mehr wollen.

Sie glauben es einfach nicht.

Und selbst wenn es länger nicht klappt, lassen diese urzeitlichen Irren nicht nach.

Im Gegenteil: Dann gucken sie sich nackte Mädchen an oder Filme, in denen es Frauen mit Männern treiben. Pervers.

Und die gefühlte Schwulenwachstumsrate mag eben leider nur gefühlt sein: Also, dass es gar nicht so viel mehr Schwule gibt, als früher, nur mehr prominente.

Und, meine Damen, täuschen Sie sich nicht: Selbst wenn Sie echte Lesben werden, törnt das viele von denen immer noch nicht ab.

Im Gegenteil.

Allerdings gibt es inzwischen auch Lichtblicke, zumal aus London und New York.

Wenn frau es irgendwie einigermaßen über die Dreißig schafft, scheint die Gefahr zumindest in modernen Metropolen weitgehend vorüber; die Männer der entsprechenden sozialen Klasse wollen oder können nicht mehr.

Sie sind sozusagen frauenfertig.

Oder sie wollen allenfalls schon mal, aber um Gottes Willen nicht zu regelmäßig.

Die lassen sich mitunter höchstens noch bespringen.

Kleiner Scherz. Hehe.

Doch sehen die Dinge noch immer nicht überall so rosig aus; in der Unterschicht und unteren Mittelschicht – also bei den meisten – wird selbst in den Dreißigern, selbst nach gescheiterten Ehen und weiß der Hund was immer noch gegraben und gebuhlt wie ehedem, so dass weibliche Standhaftigkeit eine Kunst bleibt.

Dort tummeln sich allerlei Aufgekratzte und Freche, der Zeitläufte Uneinsichtige, Kecke, Verwegene und Ungefragte, die Ihnen, meine Damen, wie ich sehr wohl weiß, das Leben gar schwer machen können.

Ihre Aufgabe ist von erheblicher Schwere, keine Frage.

Bedenken Sie aber, meine Damen, wie viele Generationen vor Ihnen dafür gekämpft haben, keinen Mann zu bekommen, dass Ihrer Generation zufällt, diesen Kampf zum Endsiege zu führen!

Entmannen Sie sich endgültig!

Lächeln Sie nie einen Mann an!

Jeder verächtliche Blick ist ein Etappensieg!

Ranzen Sie ihn an, wenn er den Eimer tragen will, genau so, wie wenn er nicht anbietet, ihn zu tragen!

Nehmen Sie ihm den Rest jener akustischen Fetzen ab, die er Sprache nennt!

Loben Sie ihn nur, wenn er sich vor Ihnen demütigt, und auch dann nur knappst!

Kommandieren Sie!

Kein Mann, der nicht zum Diener geboren!

Guckt einer trotzdem frech, so zeigen Sie ihn an!

Oder einfach auch mal so, wenn Ihnen danach zumute ist!

Und ein Mann, der viel zahlt und auch nichts zu sagen hat, kann mehr wert sein als ein braver Diener, vergessen Sie das nie!

Ihr großer Kampf, den zum Sturme zu führen ich auserwählt, steht kurz vor dem entscheidenden Siege!

Nieder mit dem beschwanzten Gewürm!

Mag es noch zischen und sich winden!

Galle, Dorn und Flüche ins Gewese!

Ein Ducken und Zucken!

Ein Erstinken beim Versinken!

Heil!

Bald ist’s getan!”

(Anonyme geheime Mitschrift aus der Frumania-Loge Hamburg, Juli 2011)

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12 Antworten zu “Von der Kunst der Mannlosigkeit”

  1. Dude sagt:

    Ave Cäsar
    Morituri te salutant

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Sag Deinen Leuten, dass sie sich noch zwei oder drei Tage gedulden sollen.

    Die Löwen haben gerade gefressen.

  3. Dude sagt:

    Dann sag ich ihnen doch viel lieber sie sollen die Chance nutzen, und sich die Löwen holen! Aber die hören ja eh nicht… …kann ich immerhin lachen in drei Tagen :-D

  4. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Spotte er meiner Katzen nicht.

    Sie bevorzugen zwar mit Eichelmastrosmarinspeck, Knoblauch und Würzbrot gefütterte fette Illyrer, wegen des zart marmorierten Fleisches, verschmähen zur Abwechslung aber auch einen käswürzig-sehnigen Helvetier nicht.

    Letztere scheinen ihnen zu Anfang immer nicht so recht zu schmacken, aber am Schlusse nagen sie mit einer erstaunlichen Hingabe deren Knochen ab, um sie dann noch des Marks wegen laut und genüsslich zu knacken.

    Dem Publiko gefällt das stets außerordentlich.

  5. Tester sagt:

    Also was mich angeht, ich “habe fertig”. Bis auf 3-4 ehrenwerte Ausnahmen, kenne ich gar keine Frauen mehr mit denen ich was ernstes anfangen könnte oder möchte. Nur noch hirnamputierte in einem riesigen, völlig pervertierten Kindergarten. Eine Karikatur des Lebens.

    Die NWO hat in diesem Fall gewonnen und ich werde wohl meinen Beitrag zur Bevölkerungsreduktion leisten, durch Nichtvermehren. Die können mich alle mal.

  6. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Tester

    Also ich sachma, wenn Du immerhin auf drei bis vier lukrative Angebote schauen zu dürfen das Privileg zu genießen vom Schicksale auserkoren bist, dann klagst Du auf hohem Niveau.

  7. Tester sagt:

    Leider keine “Angebote”, sondern nur Bekannte, die bereits (glücklich) vergeben sind. Ich meinte das wörtlich, dass ich überhaupt nur so viele kenne, die was taugen.

  8. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Tester

    Tut mir leid, wenn ich Dich da missinterpretierte.

  9. Cornel sagt:

    Bitter als der Tod, kann nur die Frau.
    Genau, Gott ist ein Scherzkeks
    Kinder Kinder
    Ich lächle weil keine
    Tät ich welche haben
    Flög ich nach BinLaden
    mit Vorzug wähl ich,
    Lachen. Mit Ihr von Herzen.

    @Tester; PachaMama ist uns dankbar. Peace bro, alles ist Eins.

  10. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Cornel

    Nachdem ich Tester missverstanden spöttisch Unrecht tat (bitte hier nochmals um Nachsicht), freue ich mich umso mehr verwundert Deiner Poesie.

    Wie als ob eine Neue Liebeslyrik jenseits aller Neuen Weltordnungen ersprießen wolle.

    Auch ein Beweis dafür, wie schnell aus einem halben Spaße ein halber Ernst werden kann, der am Schlusse gar noch spaßiger werden könnte als der halbe Spaß selber.

  11. Lesezeichen sagt:

    Gerade in der ZEIT gelesen:

    http://www.zeit.de/studium/uni-leben/2011-08/infoparkour-magazin/seite-1

    “Generisches Maskulinum zwingt Studentenmagazin in die Knie

    In Hamburg entzweien sich Asta und Redaktion eines studentischen Magazins über geschlechtergerechte Sprache. Die Zukunft des Magazins steht auf der Kippe….”

    Dazu schreibt Kommentator Kurt Kraus:

    “12. Liebe Kinder und Kinderinnen
    Der ASTA soll sich lieber um Kinderbetreuung für Studentinnen kümmern, da kann er sich feministisch austoben.
    Eine Frauenbewegung, die keine anderen Themen hat, als die Zertrümmerung der deutschen Sprache und die Penetrationsängste von Alice Schwarzer, wird zur Lachnummer.”

    Isses nich schön :D

    amüsiert

    das Lesezeichen

  12. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeichen

    Jeder erstirbt sich, so gut er kann.

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