Der Schwabenstaat

Ich hab’s jetzt raus.

Wie so oft war die Lösung einfach.

Die Schwaben haben deshalb den Prenzlauer Berg zu Berlin besetzt, weil nur dort Berlin ein ganz kleines bissle wie Stuttgart wirkt.

Immerhin EIN Hügelchen, von dem aus man a weng nach unten gucken kann.

Das hilft gegen die Flächenkrankheit.

Es ist natürlich auch ein wenig frech und eigensinnig.

Vielleicht sollte man am Prenzlerberg über eine Schwabenquote nachdenken.

Also nicht, wie bei einer Frauenquote, nach oben gebietend, sondern nach unten deckelnd.

Nicht, dass noch ein Suebo-Pseudoborussianischer Stadtteilkrieg ausbricht, in der Deutschen oft geschundenen, doch immer noch stolzen Hauptstadt.

Doch gar nicht daran zu denken, was geschähe, wenn die Prenzlerschwaben sich alle in ihre Heimat zurückzögen, zuhause eine “Los von Berlin!”-Kampagne ins Leben riefen, kein schwäbisches Geld mehr an die Spree flösse, man drohte, den Schwabentaler einzuführen!

In Stuttgart wird eine Schwabenverfassung ausgerufen, die sich auf die Selbstaufgabe der Bundesrepublik Deutschland im Zuge der Lissabonner Verträge und deren postwendender Missachtung beruft und sich eng an das Schweizer Eidgenössische Modell anlehnt.

Die Landessprachen sind Schwäbisch und Deutsch.

Der Landesvater, das Staatsoberhaupt, wird direkt vom Volke gewählt.

Der Schwabentaler wird von der volkseigenen Schwabenbank emittiert und gründet sich im verfassungsgemäß stets schuldenfreien Schwaben allein auf die weltweit anerkannte Tatkraft des ihn ausgebenden Volkes.

Mit der Berliner Republik werden harmonische und ausgeglichene Beziehungen angestrebt.

Da die Schwabenrepublik sich weiterhin zum Deutschtum bekennt, wird der Berliner Republik eine privilegierte Partnerschaft eingeräumt.

Dazu gehören regelmäßige Konsultationen über Währungsfragen, Struktur- und Verkehrspolitik, Energieversorung usw.

In der Sicherheitspolitik erklärt sich die Schwabenrepublik als strikt neutral.

Man unterhält keinerlei reguläre Streitkräfte und zahlt keinen Schwabentaler für keinen Berliner Krieg.

Anteilsgemäß am aktuellen BIP gerechnet fordert die Schwäbische Republik ihre Charge der Goldreserven der Alten Berliner Republik.

Die Republik Schwaben scheidet aus der Rechtsnachfolgerschaft des Dritten Reiches endgültig aus und lässt sich dies von der Neuen Berliner Republik garantieren.

Keinerlei Forderungen oder Rechtsansprüche, die gegen die Neue Berliner Republik je erhoben werden, können noch gegen die Schwäbische Republik geltend gemacht werden.

Die Schwabenrepublik ist weder Mitglied der EU, noch der NATO, noch der UNO.

Denn die Schwäbische Republik sieht ihre vornehme Aufgabe in der Förderung von Wissenschaft, Technik, Geist, Kunst und Kultur.

Jegliche zerstörerische Aktivitäten im Sinne von Krieg, seelischer Grausamkeit, Vernichtung von Unabhängigkeit und Identität sind ihr fremd.

Gerade deshalb legt die Republik Schwaben großen Wert auf eine geistige Verständigung mit dem Berliner Restdeutschland.

Eine Wiedervereinigung wird von der Schwabenverfassung ausdrücklich nicht ausgeschlossen, sondern, unter bestimmten Bedingungen, klar als Staatsziel formuliert.

Die Wiedervereinigung ist allerdings nur möglich, wenn zwei Drittel der Bürger der Schwäbischen Republik in freier und geheimer Wahl dafür stimmen.

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2 Antworten zu “Der Schwabenstaat”

  1. Dude sagt:

    Extreme Umstände erfordern in der Regel radikale Lösungen, die an der Wurzel ansetzen. Insofern ist dieser von kreativer Konstruktivität strotzende Vorschlag eine grandiose Idee, auch wenn er die Kategorie “Satire” bekommen hat.

    Andererseits könnten wir hier in der Schweiz auch die Eidgenossenschaft wieder einführen und alle rechtschaffenen Schwaben, BW’ler (oder ist das das gleiche? *lol*), Elässer, Tiroler – und von mir aus auch noch die Bayern und Franken, dazu einladen, uns beizutreten.

    Hauptsache es werden mal radikale Mittel angewandt, welche endlich mal Ursachen angehen, anstatt immer nur Symptome zu bekämpfen.

    Eine der ersten Amtshandlungen müsste in beiden Fällen eine Enteignung aller Privatkapitalien bis zu 5 Mio, sowie aller multinationalen Raubtierkonzerne sein.

    Aber dann lässt die NATO mit ihren Tomahawks und Apaches wohl nicht lange auf sich warten…

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Ich muss jetzt gleich noch drei Jungs mit Schmorkartoffeln abfüttern und dann noch dahin, zum Lidl, wo’s schwäbisch kostet, aber leider meist nicht schweizerisch von der Qualität.

    Ich hoffe, es schlägt dort kein Tomahawk ein und kein Apache bläst mich aufs Pflaster des Heusteigviertels.

    Über 2000 Jahre Rom und Co. haben uns nicht weggebracht.

    Wir sind da.

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