Von den Technoten

Es scheint wieder in Mode zu kommen, die Unmachbarkeit der Dinge zu proklamieren, die Halt- und Ziellosigkeit, das Hinweggestrudeltwerden des Einzelnen in den Stromschnellen der Zeitläufte, alswelche, kaum noch fass-, erfassbar, unbegreiflich, unseren Begriffen und unserem Verstande entrückt.

Es sind alles Ausreden.

Beziehungsweise Selbstbeschreibungen oder Beschreibungen einzelner Gruppen, keineswegs aber aller.

Und die Grenze zu einer Art modernen, mit allerlei esoterischen Elementen aus aller Welt gewürzten New-Age-Schicksalsgläubigkeitsreligion zerfließt leicht an dem Gewaber numinoser Netzkräfte und -gespinste, leicht hört man Gejammer in Unterwerfung heraus.

Denn der Koloss steht zumindest auf einem hohlen Beine.

Der Einzelne hat heute weitaus mehr Möglichkeiten, selbst bei geringster Barschaft, die Welt aus den Angeln zu heben als jemals zuvor in der bekannten Menschheitsgeschichte.

Eine bedenkliche, eine gefährliche, eine unbedachte, aus dem Geiste der Dekadenz gezogene Halbreligion als möglicherweise eine Vollreligion werdend.

Man könnte ihre Anhänger Technoten nennen, der Technot bekennt sich zum Technotentum, da sie glauben, allein technische Prozesse lenkten ihre begrenzten Laufzeiten.

Und könne nicht etwa der Geist sich jener bedienen.

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