Von den Antiverschwörungstheoretikern

Paul Craig Roberts hat einen wunderbaren Artikel über “Verschwörungstheorien” geschrieben, in dem er luzid aufzeigt, wie die Vernunftstotschlagsvokabel eingesetzt wird.

Ich habe mich schon verschiedentlich ähnlich geäußert, weise aber darauf hin, weil Roberts die Sache hier noch einmal hervorragend darstellt, bis hin zu der Süffisanz, dass die ganzen USA am 4. Juli, dem Unabhängigkeitstag, bis heute das Ergebnis einer erfolgreichen Verschwörung feiern.

Verschwörungen sind eben allgegenwärtig, und daher ist, wer keinerlei “Verschwörungstheorien” auch nur in dem Sinne gelten lässt, dass er mal über deren möglichen Wahrheitsgehalt nachdenkt, ein hirngewaschener Idiot.

Roberts plädiert natürlich nicht dafür, dass man jeder Verschwörungstheorie bedenkenlos glauben solle; das ist ja auch noch nicht einmal unter jenen üblich, die fast hinter jedem Busch eine Verschwörung wittern.

Aber er zeigt sehr gut, wie selbst eindeutig nachgewiesene Verschwörungen noch banalisiert, wenn nicht gar weitervertuscht werden, indem man all jene, die die Nachweise akzeptieren, als “Verschwörungstheoretiker” abkanzelt.

Ganz einfach diesen Knopf drückend, dass ja keiner ein blöder Verschwörungstheoretiker sein will.

Man hat an der Nutzung dieses Wortes atemberaubend erfolgreich gearbeitet.

Allerdings bröckelt diese Herrlichkeit in den letzten Jahren erheblich.

Weswegen die “Antiverschwörungstheoretiker” (also echte Verschwörer und die von ihnen in diesem Sinne mental Manipulierten) auch immer wüster um sich keulen.

Meine Frau und ich schrieben schon vor bald zwanzig Jahren (um welche Verschwörung es sich grade speziell drehte, ist mir entfallen, aber auch unerheblich) mal spöttisch: “Wie sollte denn Theorie sein, was so offen Praxis ist!?”

Und eben immer mehr Leute haben damit begonnen, wagen es, angesichts 9/11 und anderer Machenschaften (Euro, Bilderberger, Kriege, Klimaschwindel…), den Vorwerfer, man sei ja ein dummer Verschwörungstheoretiker, glatt auszulachen.

Ob er denn alles glaube, was die Schafsmedien ihm vorsetzen?

Selbst wenn jede elementare Logik und jede bekannte Physik dawidersprächen?

Ob er denn zu blöde sei, mal seinen Rechner anzumachen und andere Quellen zu nutzen und zu prüfen?

Weshalb er sich denn an seinem Antiverschwörungstheoretikerwahn festkralle, wie ein halbverhungerter Schimpanse an seiner letzten Bananenschale?

Ich halte dies auch zwar nicht für d e n Weg alleine, aber für einen allemal mitentscheidenden, solcherlei vorsätzlichen und dreisten ignoranten Arroganzlingen heimzuleuchten.

Sie wollen ja sowieso nicht ernsthaft erwägen und diskutieren.

Also gehören sie selber ausgelacht.

Mal sehen, wer besser lacht.

Selber als leichtgläubige Seppel dastehen, das können sie nämlich gar nicht vertragen.

Sie sind ja so überzeugt von ihrer ungetrübten Rationalität.

Ich habe jedenfalls schon manchen auf diesem Wege dazu gebracht, wenigstens ein bisschen nachdenklicher zu werden und keine allzuunbedacht freche und böse Lippe mehr zu riskieren.

Das ist dann zumindest Eindämmung und Hemmung.

Schafft also auch mehr Raum für entsprechend kritische Äußerungen.

(Ich sehe grade, dass wir den 14. Juli schreiben, also den französischen Nationalfeiertag. Der feiert laut Wikipedia folgliches:

“Der 14. Juli ist der Französische Nationalfeiertag (frz.: Fête nationale und 14 juillet) und erinnert – anders als üblicherweise angenommen – nicht an den Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789, sondern an das Föderationsfest (Fête de la Fédération) 1790, das sich aber auf den Volksaufstand im Vorjahr bezog.”

Also bezieht sich der 14. Juli klar nicht auf das, auf was er sich ursprünglich bezog.

Haha!

Ich liebe den Ficki!

Der rockt!

Hauptsache aber, die heroische Verschwörung hat auch in diesem Falle geklappt, um ein Volk zu befreien.)

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9 Antworten zu “Von den Antiverschwörungstheoretikern”

  1. Dude sagt:

    Gutes Plädoyer!

    Diese bekackten sinnentleerten und verdrehten Wörter, sind ein Graus! Sie töten eine ernsthafte Diskussion oft, bevor sie überhaupt entstehen kann.. Selbiges/Ähnliches wie mit dem Wort VT passiert ja auch mit der braunen Keule oder den Wörtern: Antisemit, Esoteriker, usw… Und dann tragen auch noch die ganzen plakativen Vorurteile, was Quellen angeht, und andere Faktoren eine entscheidende Rolle mit rein.

    Die Information selbst wird dabei konsequent und überaus erfolgreich übergangen. Kritische, konkrete Fragen werden geschickt überhört oder einfach ausgeblendet.

    Oh ja, auch hinter diesem Programm, das da installiert wurde, stecken hochintelligente und emotional überaus armselige Subjekte, denen der Zweck alle Mittel heiligt, denn es handelt sich dabei um einen äusserst effektiven Schutzmechinsmus, wie unschwer erkennbar ist!

    Ps. Was die knappe Antwort betrifft @Magnus, no problem! :-) Gesagt hab ich dazu für den Moment allerdings alles.. Dein Zusatz passt noch gut rein :)

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude / alle

    Man züchtet diese Leute wie Kartoffeln.

    Feld gerichtet, Kunstdünger drauf, Pestizide gegen den Käfer und die Fäule, fertig.

    Ja, und es sind hochintelligente und emotional überaus armselige Subjekte, die das tun.

  3. Dude sagt:

    So ist es…

    Ps. Hier noch ein äusserst lesenswerter Artikel zum Thema in ausführlicher Manier. http://www.armin-risi.ch/Artikel/Geheimpolitik/Zur_Frage_einer_Weltverschwoerung.html

  4. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Habe den von Dir verlinkten Artikel grade mal überflogen.

    Nicht schlecht; aber es beruht eben nicht alles auf Glauben.

    Wer das auch nicht so einfach glaubt, der kann es hier bei mir gründlich nachvollziehbar lernen.

    Ein bisschen genau lesen und denken reicht, um dahingehend Klarheit zu erlangen.

  5. Dude sagt:

    Ich denke du bist etwas zu eilig drüber hinweggeflogen ;)

    Denn es geht bei dieser Aussage darum, dass jedes sujektive und individuell einzigartige Weltbild in seinem Kerne, aufgrund von Glaubensprämissen entsprechend der eigenen Lebenserfahrung und anderweitig gelerntem, bedachtem und studiertem,… grundsätzlich in einem “Glauben” gründet.
    Denn die Welt – und erst recht der gesamte multidimensionale Kosmos – ist viel zu komplex um ihn als Mensch in seiner Gänze und doch auch bis ins Detail wahrzunehmen (und darüberhinaus natürlich auch no zu verstehen), also kommt man letztlich gar nicht um diese Glaubensprämissen drumrum, egal wer man ist oder wo…

    In der Gesamtheit betrachtet find ich den Artikel jedenfalls weiteraus besser als nicht schlecht, auch gar besser als der Roberts-Link, obwohl der auch gut ist. Aber das ist wohl Ansichtsache ;)

    Liebe Grüsse

  6. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Dude

    Zwar grade nicht mein lustigster Abend, aber Widerspruch folgt dennoch.

    Gerade weil wir nicht alles so einfach erfassen können, ist dem Prinzip des Glaubens zu widerraten.

    Es sind jetzt schon mindestens Dreie hier, die mich auf die eine oder andere Weise dauernd dahinbringen wollen, mich dem zu unterwerfen.

    Vergesst das.

    In meinem Leben ist genug passiert, und ich habe genug darüber nachgedacht, dass das für mich gültig nicht taugt.

    Oder probiert es meinetwegen auch weiter.

    Dann solltet Ihr dazu aber mal etwas kreativer werden.

    Dahingehend, was es denn irgendwie bringen sollte, zu glauben.

    Außer, dass es bequemer ist.

    Das weiß ich schon.

    Sonst wird es mir zu langweilig, und ich lese lieber in meinem Zarathustra.

    Oder einfach bei mir selber.

  7. Dude sagt:

    @ Magnus

    Du missverstehst meine Aussage betreffend “Glauben”. Da ich wohl eh der Falsche bin, dir dies klärend zu vermitteln, weil ich mich zum ganzheitlichen Nihilsmus im Bewusstsein von ICHDUWIRLIEBELICHTVATERMUTTERGOTT und meiner eigenen Göttlichkeit bekenne, lass ich hier mal einen mir bekannten Agnostiker zu Wort kommen.
    http://www.mysticalforum.ch/viewtopic.php?f=29&t=18167&p=181135&hilit=glauben#p181135

    Noch meine five Cents dazu: Allen Weltbildern – ALLEN! – liegen fundamentale Glaubensprämissen zugrunde… Anders gesagt, du kommst gar nicht drum rum irgendwas zu glauben, denn selbst wenn du Atheist bist, glaubst du trotzdem – die Frage ist nur “WAS” glaubst du ;)

    Und übrigens gehör ich nicht zu diesen Dreien, denn ich finde dich stylisch, so wie du bist :-)

    Liebe Grüsse

    Ps. In Dir selber lesen ist immer empfehlenswert ;)

  8. Josef von Aphoris sagt:

    @Magnus und @alle

    Jemand will über eine Straße gehen, übersieht aber ein schnell auf ihn zukommendes Auto. Eine Hupe ertönt und im allerletzten Moment kann der Betreffende wieder rückwärts auf den rettenden Bordstein springen. Direkt hinter ihm wird aber ein Hochhaus gebaut und da steht auch ein Kran. Diesem Kran reißt das Seil, an dem eine tonnenschwere Last befestigt ist, just in dem Moment als unser ‘Glückspilz’ wieder darunter steht. Es blieb nicht besonders viel von ihm übrig.

    So ist es auch mit dem Geschehen auf dieser Welt. Verschwörungstheoretiker sind wachsam, achten auf viele Sachen, hören in der Regel auch die warnenden Hupen. Aber bekommen sie es auch mit, wenn das Seil über ihnen reißt, an dem die tonnenschwere Last hängt?

    http://www.focus.de/politik/ausland/papst/papst-enzyklika-papst-fordert-neue-super-organisation_aid_414820.html

    “Diese Autorität müsse „von allen anerkannt sein, über wirksame Macht verfügen,…”

    Dieses “MÜSSE” von “ALLEN ANERKANNT” werden und “MÜSSE ÜBER” eine “WIRKSAME MACHT VERFÜGEN”, sollte eigentlich jeden bedenklich stimmen. Doch das Seil reißt schon und die meisten bekommen es gar nicht mit.

    Die Macht des Vatikans sollte niemand unterschätzen. Dieser Verein war schon immer sehr hungrig auf noch mehr Macht und auf mehr Reichtum sowieso. Dagegen ist so etwas wie 9/11 nur ein schnell auf uns zurasendes Auto, welches auch noch warnend seine Hupe ertönen lässt.
    Aber für viele ist es ja nur die olle Kirche, deren Mitglieder sich höchstens vereinzelt mal an Minderjährigen vergehen. Sogar so etwas haben sie doch ziemlich gut im Griff. Alleine daran schon müsste doch erkannt werden, wie viel Macht die haben.

    Schaut also nicht nur nach allen Seiten, von wo Gefahr drohen kann, sondern behaltet vor allem auch den Raum über Euch im Blick.

    Hesekiel 33:4 Wenn dann jemand den Schall der Posaune hört und sich nicht warnen lassen will und das Schwert kommt und rafft ihn weg, so fällt sein Blut auf seinen Kopf!

  9. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Josef v. A.

    Dein Gleichnis gefällt mir.

    Ich kam grade erst dazu, mal in den von Dir verlinkten Artikel bezüglich der päpstlichen Enzyklika reinzulesen.

    Zum Glück hat der sie nicht alle.

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