Frauenfußballlinguistik

Sprachliche Gleichberechtigung für den Frauenfußball:

“Die Drecksschlampe trifft ja keinen Ball!”

“Kuck dir diese abgeschäckste Vollchaotin an. Null Plan, wohin den Ball spielen!”

“Endlich mal eine vernünftige Ballannahme. Vielleicht ist die Tante doch nicht völlig besoffen!”

“Hast Du den lesbischen Torabwurf gesehen? Die kann sich ja gleich mit der Merkelin einsargen!”

“Die Schiri hat wohl granate einen im Tee! So ein Megaarschloch!”

“Schau dir die abgewichste Trainerin an! Brüllt bloß rum und kein Plan!”

“Guck mal, Sakrament, wie die die ausgefickt hat! Goil!”

“Heilandsack! Wie kann diese Dummvettel den bloß übers Tor ziehen! Die gehört doch an den Schuhsenkeln aufgehängt!”

“Bis die … mal ihren fetten Arsch bewegt, wird’s wohl Mitternacht!”

“Frisst die … bloß Tofu?”

“Guck dir diesen lahmen Hühnerhaufen an. Kein Arsch in der Hose. Die tät ich in der Pause an ihren … aufhängen.”

“So ein lahmes Gekicke. Für sowas kriegen diese Arschgesichter ‘nen Haufen Kohle. Man fasst es nicht!”

Die politisch korrekten, total gleichberechtigten Kommentare werden aber wohl etwas anders lauten.

“Oh, schade, dass … den Ball leicht verzogen hat!”

“Die Torhüterin konnte bei allem eifrig strebenden Bemühn die Kugel doch nicht ganz unter Kontrolle bringen!”

“Dieser Pass war gut gemeint, aber leider nicht ganz exakt gespielt!”

“Die Schiedsrichterin erkannte die Situation anscheinend nicht ganz genau.”

“Dies Foul wirkte doch ein wenig unästhetisch.”

“Die beiden Innenverteidigerinnen versuchen, die gegnerischen Stürmerinnen mit konsequenter Weiblichkeit vom Torschuss abzuhalten. Daraus ergeben sich zwangsläufig auch einige Freistöße.”

Naja, undsofort.

Vielleicht muss ich mir doch mal ein Spiel angucken, um die anliegende Soziolinguistik von Reportern und Zuschauern beim öffentlichen Glotzen näher zu studieren.

Als vergleichender Spachwissenschaftler dann vielleicht eben doch quasi ein Muss.

— Anzeigen —


Tags:

56 Antworten zu “Frauenfußballlinguistik”

  1. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Föhnix

    Die TAZ lesen eben nur Leute, die total voll durchblicken.

    Ob Männer doch als partiell menschenähnlich anzusehen seien, das werden wir hier bei Gelegenheit noch gesondert untersuchen.

  2. Föhnix sagt:

    Apropos “TAZ-Leserkommentar”:

    In dem referenzierten Artikel zeigt sich übrigens wieder einmal ganz deutlich, dass das hier http://is.gd/BQJr4U dargestellte Prinzip des Opfermythos zentral und lebenswichtig für den Feminismus ist. Mit Klauen und Zähnen verteidigen die Grashüterinnen ihre Opferwahrheit; ohne diese Basis würde das ganze Kartenhaus inklusive des Genderismus in sich zusammen fallen.

    Schon der Titel “Männer sind Opfer” zeichnet ein schwarz-weißes Holzschnittbild. Es wird suggeriert, die Männer wollten für sich reklamieren, GENERELL Opfer zu sein (also einfach die Umkehr der bisherigen Täter-Opfer-Zuschreibungen). Dabei kann davon überhaupt nicht die Rede sein; Männerrechtler weisen lediglich darauf hin, sowohl Männer als auch Frauen Opfer sein können. Das ist also eine nicht-sexistische Sichtweise, sie bestreitet, dass das Geschlecht das vorrangige Merkmal von Opfern und Tätern sei.

    Es zeigt sich immer wieder, dass der Feminismus keine emanzipatorische Kraft mehr ist, sondern eine Art Geschlechter-Rassismus etabliert hat. Diesen Begriff verwendet übrigens die Professorin Dr. Margaret Wirth in einem sehr aufschlussreichen Vortrag über die Frauenfrage und die verkehrte Sicht der Feministen. (mp3) http://is.gd/PZ9QD6 Wer sich intensiver mit der rätselhaften Macht des Feminismus beschäftigen möchte, dem sei dieser ausführliche Vortrag empfohlen. Dr. Wirth weist nach, dass der moderne Feminismus keine legitime wissenschaftliche Grundlage hat, sondern auf einem willkürlichen Glaubenskonstrukt basiert.

  3. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Föhnix

    Danke für den Link zu Strauss-Kahn!

    Wenn stimmt, was die NYT berichtet (in diesem Falle eher wahrscheinlich), dann könnte es ja nochmal auf andere Art spannend werden (auch wenn die Frau sich dann wohl eher nicht als eine Superprofi entpuppen dürfte; doch könnte die Mohrin natürlich trotzdem im Auftrag ihre Schuldigkeit getan haben).

    Bekommt DSK seinen Job zurück?

    Wohl kaum.

    Kann er noch französischer Präsident werden?

    Wohl kaum.

    Landet die Tante selber im Knast?

    Interessante Frage.

    So oder so dürfte DSK politisch ruiniert sein.

    Einfach aufgrund einer – bleiben wir mal vorsichtig und sagen vermutlichen – Falschaussage.

    Noch zum Frauenfußball: Gestern ging ich zur Entspannung in meine Stammkneipe und sah mir – ich hatte keine Ahnung, dass die Partie dort läuft – dann doch die letzte halbe Stunde Frankreich-Kanada an. (Bei den deutschen Mädels danach sah ich gesprächshalber nicht mehr hin.)

    Ich sage da jetzt lieber nichts dazu.

    Außer dass ich (beim Fußball, selber vor allem indes beim Hockey) gelernt habe, dass es oft nicht wirklich schadet, wenn man dem Ball bei der Annahme auch dann beherzt entgegenläuft, wenn er so oder so irgendwann bei einem ankommt…

    Inzwischen kann man’s auch auf Deutsch lesen:

    http://www.faz.net/artikel/C30176/weitere-anhoerung-vor-gericht-angeblich-wende-im-fall-strauss-kahn-30452661.html

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,771699,00.html

    (Der Spiegel nennt die Frau aus Guinea “Kronzeugin” der Anklage. Lustige Typen sind das dort…)

    http://www.nytimes.com/2011/07/01/nyregion/strauss-kahn-case-seen-as-in-jeopardy.html?pagewanted=2&_r=1&hp

    Ein weiterer schlechter Witz: Es wird vermutet, dass DSK jetzt nach dem Wunsche der Staatsanwaltschaft auf “misdemeanor” (ein Vergehen) plädieren solle, um freizukommen.

    Er müsste also eine kleinere Schweinerei zugeben, damit die Staatsanwaltschaft ihn wenigstens irgendwie drangekriegt hat und nicht komplett ihr Gesicht verliert.

    Bei dem Getöse, das sie allein aufgrund einer Aussage veranstaltet hat.

    Und natürlich wohl auch, damit man die Frau nicht ernsthaft mit Strafverfolgung überziehen müsste…

    Vielleicht kommt Julian Assange ja auch mit einem Vergehen davon, wenn er zugibt, die Pariser beim Einsatz grade so aus Spaß selber zerbissen zu haben…

  4. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ alle

    Hier noch sehr Lesenswertes zur Frauenfussballhirnwäsche:

    http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/wm/

  5. Föhnix sagt:

    Auch Kulturwissenschaftlerin Barbara Vinken spricht von einem “Opferfeminismus”:

    http://www.3sat.de/mediathek/mediathek.php?obj=26059&mode=play

    “Kulturzeit” ist eine Nische, in der man es erfreulicherweise immer wieder schafft, sich der “Politischen Korrektheit” zu entziehen.

Eine Antwort hinterlassen