Im Tugendwahn erstarrt

„Beschränktheit und Gleichgültigkeit ist, was der Edle meidet.“

Das Zitat stammt von Menzius, dem berühmtesten Nachfolger des Konfuzius.

Er kontrastiert zuvor zwei Charaktere, beide ansonsten lobenswert tüchtiger Art, von denen der eine übergenau und -kleinlich ist in seinem Streben nach körperlicher wie geistiger Reinlichkeit, der andere hinwiederum übergroßzügig keinem noch so Schmutzigen den Rücken kehrt, da der ja jener sei und er er.

Mir fällt dazu Nietzsches Spruch ein, man müsse einmal Urlaub auch gar noch von seinen Tugenden machen.

Letztlich, in diesem Falle, von der zwanghaft verabsolutierten Konsequenz: Beide von Menzius gleichnishaft Angesprochnen sind nämlich in ihrer jeweiligen, komplementären Art im Tugendwahne verwerflich erstarrt.

Die Überschrift des Kapitels in der Version des überaus verdienstvollen Richard Wilhelm lautet denn: “Verschiedene Heiligkeit”

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3 Antworten zu “Im Tugendwahn erstarrt”

  1. Josef von Aphoris sagt:

    @ Magnus

    “Das Zitat stammt von Menzius, dem berühmtesten Nachfolger des Konfuzius.”

    Einen Menzius kenne ich nicht. Hieß der berühmtere Nachfolger des Konfusius nicht Konfuzzi?

    Konfuzzi hat gesagt, besser in aller Munde sein, als den Deckel nicht zuzukriegen. Um gegeneinander zu kriegen, ist dann später immer noch Zeit genug.

    Konfusius soll mal gesagt haben, er könne rein gar nichts ernst nehmen. Darum, so heißt es, wären alle seine Hinterlassenschaften nur schmutziger Art gewesen.

    Unter anderem war darunter auch ein Konpuzzi. Der ist dann zum Kapuziner Pater mutiert. Hat ein Kloster gegründet und später hat er dann alle Leute mit seinem Gerede total konfus gemacht.

    Aber ..chchchchch..chch..ch..ch…chchchch..chch…..ch…

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Josef v. A.

    Respekt und Ehrfurcht vor der Heiligen Sankt Philosophia sind ja nun nicht Deine ersten Stärken.

    Wagte ich doch, mir zu imaginieren, jemand schmierte mir eloquentiter Plato oder Schopenhauer aufs Brot, so erschlägst Du den herrschaftsfreien Diskurs hier beinahe ad hoc mit Konfusius.

    Aber nein, gänzlich mag Dir’s nicht gelingen: denn ich habe mich inzwischen mit Münzius unterhalten.

    Dieser gestrenge Herr bedeutete mir, dass Du also weder Zins noch Zehnten erlangen werdest.

    Und er bedeucht sich, der bedeutendste aller Philosophen zu sein.

  3. Josef von Aphoris sagt:

    @ Magnus

    “Dieser gestrenge Herr bedeutete mir, dass Du also weder Zins noch Zehnten erlangen werdest.”

    Da hat der gute Mann falsch bedeutet, denn mit Geld habe ich so und so nichts am Hut. Und außerdem versuche ich nur den Ratschlag zu beachten, der uns von göttlicher Seite gegeben worden ist.

    Kolosser 2:8 Sehet zu, daß euch niemand beraube durch die Philosophie und leeren Betrug, nach der Überlieferung der Menschen, nach den Grundsätzen der Welt und nicht nach Christus.

    Was durch Gott, bzw. über seinen Sprecher Paulus hier den Philosophen aber zugute kommt, ist, daß zwischen ihrer Denkkunst und dem was leerer Betrug ist, doch noch ein Unterschied gemacht wird. Bitte beachte, so rede nicht ich, sondern ich gebe nur das wider, was in der Bibel steht.
    Was mich angeht, so mag ich Philosophen, sofern sie doch ein wenig an Gott glauben, und ich stellte ja fest, daß dies bei einigen von ihnen doch der Fall ist.

    Es gibt da übrigens einen guten Film von Marinus Münzius Gesternhagen, “Der Theologe gegen den Rest der Welt”. ;)

    Hier noch ein Ausschnitt aus einem philosophisch gewackelten Film, worin das A und das O eine große Rolle spielt, vor allem zum Ende hin:

    http://www.youtube.com/watch?v=I9-Niv2Xh7w&feature=related

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