“Verschwörungsfans” kriegen voll spirimäßig eins auf den Sack

Die Umtaufung der pöhsen Verschwörungtheoretiker setzt sich fort: Sie heißen jetzt “Verschwörungsfans.”

Und wenn man ihnen erklärt, dass sie mal wieder gar keinen Plan hatten, indem man ihnen sagt, dass ein altägyptisches Symbol bloß ein altägyptisches Symbol sei, dann ist das für die “Verschwörungsfans” ein “Tiefschlag”.

Beim Boxen sind Tiefschläge ja bekanntlich verboten, aber wenn es gegen Verschwörungsfans geht, muss man schonmal Fünfe grade sein lassen und ihnen eins aufs Gemächt – Geohnmächt? – geben, indem man ihnen direkt was auf ihre Lieblingssymbole bolzt.

Da ist man als Verschwörungsfan natürlich dann fix und foxi, wenn einem mitten in München so ein allsehendes Auge zwischen den Beinen zerbrettert wird.

(Ein Freund meinte schon vor über zwanzig Jahren, dass in Bayern der Balkan anfange.)

Im Vollidiotenfocusartikel wird auch auf Dan Brown angespielt.

Das ist der Ami, der uns Verschwörungsfans in seinen Romanen stets eins auf die Nüsse gibt, indem er klarmacht, dass die Freimaurer und jene von der Prieuré de Sion alles ganz liebe Spiris sind, und nur jene, die das etwas anders sehen, gefährliche Arschlöcher.

Kürzlich las ich bahnfahrtbedingt “The Lost Symbol” von diesem Konkoktionator, in welchem adretten Werke der Sohn eines hochrangigen Superedelfreimaurers namens Solomon sich zuerst selber die Eier abschneidet, dann seinem Paps, der ihn schmähete, die rechte Hand, um am Schluss in der Kuppel des Kapitols zu Washington leider nicht Gott zu werden, sondern im Glashagel zu verenden.

Der enthändigte Daddy reißt dann mit dem Symbologenprofessor Langdon, seinem ihn rettenden langjährigen Freunde, erst mal noch ein paar Stunden Witze, bevor er auf dessen eindringlichen Rat hin doch mal ein Hospital heimsucht.

So ein Vollidiotenscheiß wird millionenfach verkauft (spannend geschrieben ist es schon!), und ich habe aus professionellen Gründen dafür selber einen Zehner in der Bahnhofsbuchhandlung liegenlassen, um mir masochistisch einen Tag lang Tiefschläge zu verabreichen.

Die Wüste wächst.

Am Freitag Abend – siehe Veranstaltungshinweis rechts oben – werde ich in Stuttgart über die erzlieben Bilderberger sprechen und mitdiskutieren: Mal sehen, wer sich da zum Tiefschlagen hintraut.

Ich mache mir jetzt schon in die Hos’, ob vielleicht so ein amerikanesischer Symbolog auftaucht, um dem Schwabenphilologen ganz plötzlich, während er seine Deckung oben hat, so richtig eine unten reinzubretzeln.

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2 Antworten zu ““Verschwörungsfans” kriegen voll spirimäßig eins auf den Sack”

  1. Armin sagt:

    “So ein Vollidiotenscheiß wird millionenfach verkauft (spannend geschrieben ist es schon!), und ich habe aus professionellen Gründen dafür selber einen Zehner in der Bahnhofsbuchhandlung liegenlassen, um mir masochistisch einen Tag lang Tiefschläge zu verabreichen.”

    Den Schmerz kann ich gut mitfühlen! Es ist schon verrückt. So Dan Brown Mist ist eben diese “Lach Mal Mit” Propaganda, die Verschwörung ins Lächerliche ziehen will und erschreckend oft funktioniert. Verschwörungsfan, dass ich nicht lache.

    Ich würde nie Fan von Verschwörungen sein. Im Gegenteil. Ich habe so genug davon, die Verschwörung kommt mir zu den Ohren raus. SIE NERVEN mich unsäglich mit dieser tristen Vollmanipulation, diesem Pyramidentheatergetue, dieser ganzen Sklavenpseudoproduziererei und Krieg und Elend und…

    Ich kann nur bestätigen, dass zurzeit weltweit eine MASSIVE Hatz auf Verschwörungtheoretiker gemacht wird, schön in jeder Sprache weitläufig MSM mässig gestreut. Und immer so schrecklich lustig!

    Eben doch ein:
    Schuss ins Schwarze: Mainstream lacht über Verschwörungstheoretiker
    http://www.conspirare.net/w2/schuss-ins-schwarze-mainstream-lacht-uber-verschworungstheoretiker/

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Armin

    Wir sind mindestens schon zwei.

    Next nonstop St. Moritz.

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