Verschwörungspraxis: Elementares

Außer dass Verschwörungen banalerweise der Erlangung aus dem Verborgenen ausgeübter Macht dienen, gibt es bestimmte typische, wiederkehrende Merkmale.

Handelt es sich lediglich um eine kleine kriminelle Verschwörung, so besteht keine Notwendigkeit, eine besondere Attraktivität und gleichzeitig Verschleierung durch Begriffsmanipulation aufzubauen.

Man mag ein paar Geheimchiffren, Codes, Handzeichen usw. entwickeln, bedarf aber keiner “exoterischen” Propaganda.

Diese wäre also reine Zeitverschwendung.

Für eine großangelegte, erfolgreiche Verschwörung indes braucht man nicht nur viele Wasserträger, sondern auch eine große Masse an verdummten Menschen, die nicht erkennen, was man vorhat und ins Werk setzt.

Dafür nutzt man die Technik der Begriffsbesatzung sowohl durch innere Initiationsriten, als auch durch äußere Einsenkung der eigenen Lügen als Wahrheit nach dem Redundanzprinzip.

Das heißt z. B., dass man Begriffe wie “die Weltgemeinschaft” oder “die internationale Gemeinschaft” so lange durch die Schafsmedien bläst, bis kaum noch jemand merkt, dass diese in ihrer Verwendung ihrem eigentlichen Bedeutungsgehalt gar nicht entsprechen.

Krieg wird zur “friedenserzwingenden Maßnahme”, man “bombt für den Frieden” (wurde sehr erfolgreich im Jugoslawienkrieg eingesetzt), “befreit” Länder (von ihrer nationalen Selbstbestimmung und der Kontrolle über ihre Ressourcen) usw.

Und da man weiß, dass man nicht alle benötigten Unterstützerkräfte durch einen offenen Appell an deren Gier zu binden vermag, verspricht man diesen für Loyalität und Verschwiegenheit nicht nur materielles Fortkommen und die Genüsse der Macht, sondern “spirituelle” Entwicklung, “Initiation” in vorgeblich immer höhere Bewusstseinssphären, Entwicklung sensitiver Fähigkeiten, gar den Pfad zum “erleuchteten” Wesen.

Man verspricht ihnen schon auf dem niedrigsten Grade eine Art Auserwähltheit (man gibt vor, nicht jeden Seppel der eigenen esoterischen Geheimnisse teilhaftig werden zu lassen, schmeichelt also gezielt dem Ego des Neophyten), den Aufstieg aus der tumben Masse, die damit nur Unfug anrichtete, aus dem Verborgenen von wenigen sittlich und seelisch entwickelteren Wesen geführt werden müsse.

Sodann verfestigt man die Abhängigkeit dieser vermeintlichen Nichtseppel durch grause und entwürdigende, schreckliche und kompromittierende Rituale, die das kleine Seelchen per Selbstrechtfertigungszwang noch immer weiter in die Hände der Organisation treiben.

Dabei und dadurch macht man sie natürlich auch erpressbar, nicht selten, indem man ihnen ab einer gewissen Stufe auch profan-kriminelle Handlungen abverlangt, die in diesem Rahmen geheiligt sind.

Kurzum: Man zieht alle Register der individualpschologischen Manipulation.

Und man führt selbstverständlich genau Buch (Abluminat und Freimaurer Goethe beschreibt dies im “Wilhelm Meister” beispielhaft anhand der “Turmgesellschaft”) über den Adepten, greift, wo nötig, heimlich in dessen Privatleben ein, um ihm, wenn er dies bemerkt, man es ihn merken lässt, damit erst recht zu zeigen, wie sehr man sich um ihm kümmert, wie mächtig und allwissend man ist.

Und Belohnungen gibt es auch: Geld, Posten, Weiber, alles, was das “initiierte” Herz begehrt.

Und ab und zu – gar nicht so selten – bringt man auch mal jemanden um, der aus der Reihe tanzt (innerhalb oder außerhalb der Gruppe), hinterlässt dabei so eindeutige Spuren, dass jeder “Eingeweihte” weiß, wo der Hammer hängt.

Ansonsten, etwas milder, benutzt man Sexskandale usw., um einen Tunichtgut fertigzumachen.

Das war jetzt noch nicht alles “Elementare” zur Verschwörungspraxis, mag aber vorerst genügen. (Der Faktor Angst der Massen und ein paar weitere sprengten diesen kompakten Rahmen.)

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2 Antworten zu “Verschwörungspraxis: Elementares”

  1. Prohumani sagt:

    wenn dich ein jemand verschwörungstheoretiker nennt und damit ohne sinn und verstand zutiefst beleidigen will,
    so nenne diesen jenen doch einfach:

    zufallstheoretiker/unfalltheoriker

    punkt aus.
    beleidigen lasse ich mich nicht mehr ;-)

    ps: danke für diese guten zusammenschnitt. hab ihn mal als hyperlink in meinem blog integriert. danke :)

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Prohumani

    Es ist in der Tat nur ein Zusammenschnitt.

    Aber ich wollte mal ein paar wichtige Elemente so konzis darlegen, dass der Anfänger einiges in der Hand hat und der Fortgeschrittene sich trotzdem nicht langweilt.

    Oft besteht das Problem ja darin, dass zwar alles längst bekannt ist – wirklich Neues in dem Sinne habe ich oben nicht gebracht – und schon irgendwo hunderte Male verstreut, oft in langen Abhandlungen, gesagt wurde, aber Wesentliches nicht in aller Kürze und Schärfe zusammengetragen.

    Dank auch für den Hyperlink.

    LG

    Magnus

    Noch zum Vorwurf, man sei ein Verschwörungstheoretiker:

    “Na klar bin ich einer, ich bin doch kein Idiot.”

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