Die Artikelüberschrift schlägt der neue Verteidigungsminister als neuen Werbeslogan für die Bundeswehr vor.
Am putzigsten finde ich im Welt-Interview des Neopseudopatrioten - der natürlich mehr weltweite Bundeswehreinsätze will - , wie sich der Minister über die deutsche Sprache beklagt:
“Mit (das ‘t’ ist kopiert; Anm. M.G.) ist etwas anderes wichtig. Nehmen Sie das Wort „dienen“. Das klingt oft so schwerblütig. Im Englischen heißt es “Service”, das klingt leicht, jeder findet das positiv. Im Deutschen hören sich viele gute Begriffe wie Dienen oder Ehrenamt oder Patriotismus oft so bedrückend an. Ich finde, man kann das ein bisschen leichter, selbstverständlicher und fröhlicher sagen und vor allem verstehen. Das würde ich mir wünschen.”
Zunächst mal heißt “dienen” im Englischen selbstverständlich nicht “Service”, sondern “to serve”.
Aber lassen wir die unsinnige Umwandlung des Verbs in ein Nomen mal durchgehen - immerhin stimmt ja die Wortfamilie - : Was klingt denn an “Service” so leicht, woher leitet der Minister ab, dass jeder das positiv finde?
Sollen die RekrutInnen jetzt ganz unbedrückt, leichter und selbstverständlicher ob ihres “patriotism” (”Vaterlandsliebe” wäre wohl zu umständlich und gar noch deutscher und schwerblütiger als “Patriotismus”…) in der Truppe “serven”, wenn sie nicht gerade sonstwo “honorary posts” übernehmen, “volonteering doen”?
Bei “Minister” und “General” brennt ja so leicht nichts an, die kann man bei Bedarf ja einfach englisch (letzteren auch französisch!) aussprechen, damit sie positiver klingen; aber was machen wir aus den Feldwebeln und den Feldjägern?
Sergeants oder SergeantInnen?
Field Hunters oder Military PolicemenInnen?
Schreiben wir die dann groß und vergewaltigen so die englische Sprache?
Und Schütze Arsch. Fröhlicher: Shot Arse! (Besser wohl “Shooter Arse”; die Silbe sollten wir investieren, denn ersteres könnte ein verirrter Anglist auch mit “erschossener Arsch” übersetzen.)
Und der positivere aktive Oberst: Apperst in Söhrwiss?
Der Minister hat wohl noch einiges zu stemmen, bis keiner mehr die Söhrwiss Greids und den Rest (muss man nur englisch aussprechen) understandet und sie daher ein jedes so sympathisch findet, dass es sich flugs auf den volonteerenden Weg zum runderneuerten Söhrkl Difens Sabstitjut Offiss maket.
Wie. Sörf. Dutchland.
Äh, Germany.
Tags: Sörwiss






















“Nehmen Sie das Wort „dienen“.”
Um den Diener zu spielen, unsrigem bescheuerten und die Menschenwürde verachtenden kapitalistischen System möglicherweise sogar sein Leben zu opfern und sich während der Dienstzeit öfter mal an die Eier fassen zu lassen, dazu muß ein Mann wahrscheinlich geboren sein - Ich bin es nicht!
Und jeder Mann, der etwas auf sich hält, sollte genau so denken wie ich. Ansonsten: Schönes Dienen!
http://www.musterung.us/
@ Josef v. A.
Inzwischen kann man sich beim Covenant von der Staff Private (Stabsgefreiten) auf dem Jeepbackseat an die Eier fassen lassen, und es kann einem nichts passieren, weil es ein Problem, das es nicht gibt, nicht gibt.
Eher stellt sich das Problem, dass beim Covenant noch zu wenige weibliche Privates beschäftigt sind, um allen, die das gerne hätten, solch soldatenertüchtigende Maßnahmen angedeihen zu lassen, die überdies als willkommener Spinoff-Effekt für Nachwuchstrooper sorgen könnten.
Der Covenant braucht daher auf allen Rangebenen eine Femoquote.
Man kann doch von keinem General verlangen, dass er in seinem Service Room mit einer schlichten Gefreiten privatisiert.
Wie ist es mit an die Brust fassen bei Soldatinnen? Gibt es dafür Arrest oder winkt Beförderung aus der Truppe?
Eventuell gehe ich doch noch zur Bundesgartennabelschau. Manche Mannöver sollen ja zuweilen doch Spaß machen. Da wird geschossen und es bummst auch schon mal richtig. Von Truppenbewegungen habe ich aus Berichten von Auf und Ab auch schon erfahren.
Ich will den Guttenberg wiederhaben! Der hat die Truppe wenigstens so wiederhergestellt, daß sie nun im Feld und in den Städten nach der Zucht und Ordnung suchen gehen müssen. In U-Booten herrschte früher schon, wie ich aus Filmen kenne, Rotlichtmilieu vor. In Flugzeugen auch, beim Springen und Hüpfen. Nackte Angst erzeugen, bedeutet im Einsatz sein und rotes Licht ergab schon immer die passende Atmosphäre. Langsam dämmert es mir, warum sich doch immer wieder welche finden lassen, die unbedingt dienen wollen.
@ Josef v. A.
Sehr scharf erfasst.
Früher musste man noch desertieren, wurde dafür erschossen oder kam lange ins Loch, heute muss man nur solange weibliche Gefreite begrapschen, bis dass man wegen sexueller Belästigung unehrenhaft nach Hause darf (für mehr als eine Geldbuße oder eine Bewährungsstrafe dürfte Tittengrapschen vor einem Zivilgericht kaum reichen; sicherlich genügen auch schon sexistische Sprüche, um nach Gusto rauszufliegen; außerdem kommt ja nicht vor, was nicht vorkommen kann, weswegen der jeweilige Kommandeur die Sache vielleicht sogar so diskret halten werden wird, dass er einen aus anderen Gründen abschiebt.)
Das Ganze ist ein schier unglaubliches Kasperlestheater.
Man könnte meinen, es handele sich nicht ums deutsche Militär, sondern um eine besonders schräge Ausgabe der Muppetsshow.
Ts ts ts — Service for Germany - that’s it. Beisst sich eben ein wenig mit dem Geheimdienst, aber klingt elegant… Grins, das war es dann aber auch schon, an Eleganz, meine ich…
@ Magnus
Was braucht ein Land wie unseres eine extra Armee, wo wir doch alleine schon ein unangreifbares Schulsystem haben, sowie Parteien, die nach allen Seiten, besonders zum eigenen Volke hin fähig sind, sich perfekt als demokratisch zu tarnen?
Die Sexualisierung Deutschlands erfordert höchstens noch eine durchgehende Rotlichtbeleuchtung mittels Straßenlaternen, Fahrzeugbeleuchtung (in weiser Voraussicht hinten schon vorhanden) und Brillen mit roten Gläsern für jeden.
Wo soll das alles noch hinführen?
Gut, daß gestern um 18 Uhr Weltuntergang gewesen ist. Länger wäre das alles auch nicht zum Aushalten gewesen.
Mist, jetzt habe ich doch glatt vergessen gestern ein Apfelbäumchen zu pflanzen. Das werde ich jetzt sofort nachholen.
@ Inge
Bundesnachrichtendienst: Covenant Njus Sörwiss
Bundeskriminalamt: Covenant Criminal Offiss
Verfassungsschutz: Konstitjuschen Protektschen
Militärischer Abschirmdienst: Millitärri Ambrella Off Sörwiss
Da fühlt man sich doch gleich gar nicht mehr unterdrückt - äh - bedrückt.
@ Josef v. A.
Tja, die christlichen Weltuntergänge sind auch nicht mehr, was sie mal waren.
Drum holt man sie jetzt militärphilologisch nach.
@ alle
Ich vergaß noch anzufügen, dass der Bundesminister für Verteidigung wahrscheinlich noch vergaß anzufügen, dass sich “pländ maß mörder” eleganter, leichter und erotischer anhört als “geplanter Massenmord”.
Deutsch ist wirklich eine schwerblütige Sprache.
Der Slogan beschreibt die hier offensichtlich zu Tage tretende neue Praxis der Bundeswehr: “Leerstellen.Weichen.Punkten”