Feenlob

Meine Fee lobte mich.

Sie meinte, ich hätte es gerade noch rechtzeitig geschafft, mich ob des Dichters eingeborener Großzügigkeit nicht wie ein Zirkusrind wegführen zu lassen.

Sie sagte mir auch, dass es seit einigen tausend Jahren weitgehend dieselben Seelen seien, die den Dichtern oft unvermittelt ans Leder wollten.

Diese Seelen seien in einer eigenen Schleife gefangen, bis dass sie endlich das Lachen lernten.

Dabei könne man ihnen in gewissem Maße helfen, wenn sie dies zuließen.

Gegen einen willentlichen Abdrehsinn aber, die Dichter stets aufs neue zu den übelsten Weltverderbern zu stempeln, sei gleichwohl jegliche Liebsmüh vergeblich.

Für solche Seelen seien die Dichter wandelnde Widersacher und Teufel ihres als heilig Geglaubten; sie wendeten sich eher noch gegen die Dichter als gegen grauseste Kriegsherrn.

Dies nicht nur, da die Dichter leichtere Ziele abgäben und Mut nicht zu dieser Seelen ausgeprägteren Eigenschaften gehöre, sondern weil sie meist gerne selber grause Kriegsherren wären.

Dabei gebe es von Feenseite her keine Möglichkeit, die Dichter vor solchen Seelen zu schützen, allenfalls, diesbezüglich Rats zu spenden.

Sie endete, indem sie sagte: “Sagte ich Dir nicht…”

“Jaja, ich weiß schon, das mit den Lesern…”

Sie lächelte und entschwob zurück in ihr hundertfach verschleiertes Reich, die Heiligen Haine weit überm Parnass.

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