Homo Tierophant

Nachdem ich mich in letzter Zeit um Mücken (deren besondere Organe), Kamele und Ziegen (deren Fähigkeiten in der Abwehr), Schafe (wegen der Bibel und den Medien), Pferde (wegen ihrer Flugkünste), Kriechtiere (wegen deren Einkreuzung in unser Genom) sowie um allerlei Außerirdische (wegen deren Verschwörungen) gekümmert habe, soll jetzt einmal wieder der Mensch in seiner vermuteten Urform zur Sprache kommen.

Dieser ist nämlich, wenn man wirklich tierisch ehrlich sein will, eine Kreuzung aus einem durchgedrehten Stier und einer willigen Bache, und entsprechend verhalten sich auch seine Nachkommen.

Weiß der Hirsch, wie er es geschafft hat, als völlig auf den Hund gekommener Lemming seiner Triebe, Blindfisch wie Maulwurf des Geistes, so lange zu überleben.

Papageienhaft aalt er sich im eigenen Nachsprech, schwarz wie ein Molch, krötengrün, seegurkenrot, blattlausgelb.

Ameisenhaft wuselt er in seine Baue, saugt an seinen Genossen wie Holzbock und Egel, drohnt ohne Ende, wurmt und rattet sich durch den eigenen Müll, legt seine Eier gewaltsam in Artgenossen und anderen ab, ist nachtwach, wie ein Uhu, verschlagener als der Fuchs und zäher wie ein alter Dachs, schreit wie ein Esel, brüllt elefantös, ist sturer, als ein unweises Nashorn, mancher gleicht als Landtier einem gestrandeten Wal, ein anderer schleicht um die Hühner herum, als sei er von der Wildkatz großgezogen, noch einer säuft wie ein Rind.

Und allein die Greife unter ihnen!

Wie die Geier!

Viele ähneln bekanntlich auch den Stichlingen, wie Hyänen und Schakalen.

Es gibt aber auch possierliche Unterarten, wie die gemäßigt Affenartigen und die gutmütigen Hamster.

Ich vergaß die wichtigen Spinnenartigen (außer dem Holzbock), als da wären Skorpione, Kreuz-, Vogel-, Lauf- und Springspinnen.

Nicht zu vergessen der Krebse, die immer rückwärts gehen.

Ich habe jetzt ausgeraupt und ausgesponnen und verpuppe mich.

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Eine Antwort zu “Homo Tierophant”

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