Wie kommt das Internet aus der Pubertät?

(“Wie kommt das Internet aus der Pubertät?” – Siehe rotes Feld zur Veranstaltung rechts.)

Eine wesentliche Frage dahingehend, wie das Internet aus der Pubertät kommt, ist jene nach den gepflegten sprachlichen Formen. (Siehe dazu auch “Blogger Dir Einen” und verwandte Beiträge.)

Während einerseits zu beobachten ist, dass ein erheblicher Teil der Netznutzer sich in ihren Äußerungen wie halbwüchsige Rotzlöffel benimmt (durchgängige Kleinschreibung, nicht sachgemäßer Slang, unnötige Vulgarismen, pöbelnde schlechte Witze usw.), erwächst andererseits eine neue Schreib- und Streitkultur, in der auch Leute ernstgenommen werden wollen, die sich unter Decknamen einbringen.

Da ist man nicht ehrenkäsig, wenn mal ein Tippfehler hineinrutscht – vielleicht wird er gar noch in einen trefflichen Scherz sublimiert – , gibt sich aber bei aller mitunter gebotenen Eile, einen Einwurf, eine Riposte, eine Spontansatire, einen Knittelvers zu verfassen, durchaus Mühe, die meisten traditionell als fehlerhaft zu bezeichnenden Stellen nach dem Motto “Jupiter ist erlaubt, was dem Ochsen nicht” mit Absicht zu setzen.

Freude am sprachlichen Spiel, in aller Ernsthaftigkeit Witz und Biss: Es mag bis hin zum philosophischen Gespräch im Netz führen, einer spontanen Burleske, einem metaphorischen Drama.

Da im Netz Räume zu finden sind, in denen man nicht der Sprachvertrocknung der Politischen Korrektheit unterworfen, weder einem alten Gymnasiallehrer noch einem Verlagsmanager, dem Chef nicht noch Mama, vermag dort eine neue schriftliche Sprachkunst interaktiv in Echtzeit zu erwachsen, wie sie die Welt zuvor so noch nicht gesehen.

Denn es kann ja jeder Platz nehmen am Kamin, solange er nicht halbaffenartig an den Sessellehnen der andern herumjuckelt, selbst der derbste Possenreißer hat eine gute Chance auf wenigstens einen spektakulären Auftritt.

Jeder – unbekannte – Zuschauer vermag jederzeit als Protagonist ins Stück einzugreifen, dem Handlungsstrang, dem ganzen Werk eine neue Wendung zu geben.

Auf einer solchen Ebene sind denn auch, was man heute gemeinhin Trolle nennt, nur dann längeren Lebens, wenn sie neben den Elfen, Hexen, Druiden, Christen, Klabautermännern, Klopfgeistern, Erleuchteten und frisch Inkarnierten eine lustige Rolle zu spielen vermögen, andernfalls der Alp so vieler Seiten schnell ein spießberuteter verabschiedeter Hüpfgeist wird.

Ich kann mir mittlerweile vorstellen, und ich werde neue Formen erproben, dass hierin noch ungeahnte zu hebende literarische Potentiale liegen.

Synergetische, vielstimmige Kompositionen, deren einzelne Inhalte wie Diktionsstile von keinem einzelnen Dramatiker oder Regisseur angeleitet, als multiversale Stücke, von einem gemeinsamen Streben nach Sinn und Ästhetik zusammengehalten und situativ wie übergreifend entwickelt.

Sie meinen, ich gäbe meinem Hang zum fabulierenden Erzählen nach?

Iwo, ich trachte nur nicht danach, gar zu sehr zu untertreiben.

In dieser Entwicklung jedenfalls finden sich weder Pickelhaubennostalgiker noch picklige Jungputer zusammen, sondern es formt sich eine neue Generation mit einem neuen Bewusstsein für neue sprachliche Möglichkeiten und Kunstformen.

Ich träume nicht: Beweise liegen vor.

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16 Antworten zu “Wie kommt das Internet aus der Pubertät?”

  1. Föhnix sagt:

    In der Aufzählung pubertärer Unarten im Internet darf unsachgemäße Polemik nicht fehlen. So bezichtigen Post-Privacy-Jünger datenbewusste Netzbenutzer nicht selten der Verwendung von “Decknamen” und heißen sie “Nickfeiglinge” oder “hinterhältige Kriecher”. Im Gegenzug haben sich die nicht minder polemischen Titulierungen “Spackos” (© Constanze Kurz, CCC) und “Spackeria” eingebürgert und Datenschützer sprechen auch schon mal vom “Post-Privacy-Swingerclub” und bezichtigen die “virtuellen Exhibitionisten” des “politischen Gangbangs”.

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Föhnix

    Nun, “Decknamen” verwende ich auch, halte den Begriff für deskriptiv harmlos; “Nickfeiglinge” oder “hinterhältige Kriecher” gehört nicht zu meinem Repertoire.

    Die anderen Titulierungen aber finde ich schon köstlich: zumal jene des “politischen Gangbangs”.

    Da sind die Sicherungen schon heftig durchgebrannt.

    Und offensichtlich fürchten solche Gestalten, von einem Teil der Entwicklung abgehängt zu werden, geben sich supermodernistisch, während ihr Hirn vor Einseitigkeit versauriert.

    Was für eine Angst haben diese vor Leuten, die ihr Gesicht zeigen?

    Die sie so schäumen macht?

    Ich habe naturgemäß wenig Berührung mit einer Szene, die derlei Rede für angebracht hält; aber ich vermute mal, dass eine ganze Menge “Nerds” dabeisein mögen, die vor lauter Datenwahn und Netzpolitik die Entwicklung von Netzkunst nicht nur verschlafen haben, sondern überdies deshalb als bedrohlich erachten, weil sie dort keinen Platz einnehmen zu können wahrscheinlich zurecht vermuten.

    Vielen davon dürfte es wohl ihr Alp sein, eines Tages allein mit ihresgleichen vor sich hinbrabbeln zu müssen.

    Und: Aus diesen Begriffen spricht Hass.

    Den lasse ich dann gerne deren Tugend sein.

  3. Lesezeichen sagt:

    Ich will dazu mal folgende These in den Raum werfen, die nicht von mir stammt, sondern von meinem Bruder:

    Das Internet war das entscheidende Ventil, das verhindert hat, dass Leute während der Finanz- und Wirtschaftskrise zur Waffe greifen und Topmanager erschießen.

    Ich glaube, dass da mehr dran ist, als wir uns das eingestehen wollen.

    Deshalb wage ich die These, dass es auch dieses Ventil für die Prolle und Trolle geben muss, eben für die Leute, die sich unter Decknamen abreagieren können, um sich selber zu beweisen, dass sie es heute mal jemandem gezeigt haben.

    Ich will nicht behaupten, dass ich das gut finde. Ich bin eine Anhängerin der positiv ausgerichteten Sprache und das schon zu Zeiten ohne Internet. Ich glaube nämlich, dass wir uns mit unserer eigenen Sprache selber massiv beeinflussen. Wenn ich immer nur Gossensprache und negativen Sprachschatz verwende, dann legt sich das auf mein eigenes Gemüt. Nicht nur das. Ich mache mich auch zum Außenseiter.

    Insofern kann das Internet nicht aus der Pubertät kommen. Es wird weiterhin beides geben: die guten Plattformen, in die man sich einbringt und aus denen man auch positives mitnimmt. Und es wird die andere Seite geben, die wo man sich auskotzt, natürlich unter Pseudonym. In gewisser Weise ersetzt das Netz dort den fehlenden Stammtisch.

    Es wird also weiterhin beim Betreiber der Seiten bleiben, ob und wie weit sie das zulassen.

  4. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeichen

    In der Tat.

    Ihren Einwurf sollte man dreimal lesen.

    Und Sie haben natürlich völlig recht damit, dass “das Internet” nicht zur Gänze aus der Pubertät kommen kann und dies stringent dargelegt.

    Meine Invektive mit dem provokanten Motto zielt schlicht darauf ab, weitere Möglichkeiten einer aufsteigenden kulturellen Entwicklung auszuloten.

    Und ich habe keine Zweifel daran, dass es diese gibt; und überdies noch welche, die ich im Wald vor lauter Bäumen noch nicht sah.

    Was liegt am Pöbel?

  5. Lesezeichen sagt:

    Herr Göller, ich glaube, dass hier die gleichen Erziehungsmechanismen greifen, wie wir sie bei Kindern auch anwenden.

    Das meiste wird durch konsequentes Vorleben erreicht.

    Wenn eine Plattform sich dadurch auszeichnet, dass dort eine gepflegte Sprache verwendet wird, wird es für die meisten Trolle auf Dauer langweilig, sich dort herumzutummeln. Insbesondere dann, wenn man ihre Trolligkeit entweder konsequent übersieht oder aber sie entsprechend blockt. Das bringt einen dann durchaus da oder dort mal in den Geruch der Zensur, aber damit könnte ich durchaus leben. Solche Dinge geschehen nicht selten auch mit voller Absicht des Autors. Nicht selten haben sie dann eine Keule in der Hinterhand, die Nazikeule, die Zensurkeule, die Genderkeule, die Rassismuskeule, die Homophobie etc….es gibt hunderte davon.

    Plattformen haben auch etwas mit Wohlfühlen zu tun und auch mit dem Gefühl, selber gehört zu werden. Wenn ich auf einer bestimmten Seite immer gegen Wände renne, wird es auf Dauer unergiebig und ich verliere die Lust an diesem Stammtisch.

    Was also, wenn der Blog- oder Seitenbetreiber deutlich eine gehobene Sprache erwartet – kein Akademikerdeutsch, aber eine gepflegte Sprache als Basis für eine ergiebige Online-Debatte.

    Zu den Trollen.

    Menschen vereinsamen zunehmend. Das kann nun sein, WEIL es das Internet gibt und man sich ersparen kann, aus dem Haus zu gehen. Es kann aber auch sein, dass das Internet für den einen oder anderen zur letzten Kommunikationsmöglichkeit geworden ist, aus welchem Grund auch immer. Wer diskutiert schon mit sich selber, um Frust abzulassen? Wohl niemand. Da kommt das Netz mit seinen Pseudonymen gerade recht. Was ist mit der dunklen Seite im Menschen, die bei manchen so überhand nimmt, dass sie das Netz als Ventil zum Ausleben ihrer anderen Seite gebrauchen. Zu Hause Pantoffelheld oder -heldin, im Netz der Terminator oder die Furie.

    Das Internet könnte zu kulturellen Höchstformen beitragen, wenn man es nicht als DAS alleinige Medium so preisen würde. Mir haben sich die Nackenhaare gesträubt, wenn meine Kinder mit der Aufgabe “sucht mal im Internet” aus der Grundschule heimkamen. Netz vor Buch – das geht gar nicht. Erst recht nicht, wenn man nicht weiß, wie man Suchmaschinennquatsch von echter Information trennen kann und muss.

    Ein weites Feld.

  6. Karl-Josef Malo sagt:

    “Insofern kann das Internet nicht aus der Pubertät kommen. Es wird weiterhin beides geben:”

    Ja, solange sie uns nicht den Saft abdrehen.
    Ihr seid wirklich sehr optimistisch hier.

    Mubarak war das auch und der Gaddafi ist das auch immer noch. Dabei sid das auch nur Strohpuppen, die wenn man sie nicht mehr benötigt, einfach verbrannt werden.

  7. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeichen

    Ja, Netz vor Buch geht gar nicht.

    Leider aber geht es teils doch so, und wir sollten dann das Beste daraus machen.

  8. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Josef

    Was machen denn Google, Facebook, die NSA und der ganze Rest noch, wenn die Datenmaschine abgedreht wird?

    Eher frisst der Teufel Fliegen als den eignen Huf.

  9. Föhnix sagt:

    @Magnus Wolf Göller

    Nun, “Decknamen” verwende ich auch, halte den Begriff für deskriptiv harmlos; “Nickfeiglinge” oder “hinterhältige Kriecher” gehört nicht zu meinem Repertoire.

    Sicher?
    http://is.gd/srKTrz ;-)

  10. Karl-Josef Malo sagt:

    @ Magnus

    Du meinst, eher frißt die Schlange sich selbst.

    Mit der Datenmaschine ist es wie mit dem Krieg: Was wäre, wenn es einen gäbe und dann niemand hinginge?

    “Google, Facebook, die NSA und der ganze Rest noch”

    Was wären die ohne uns?

    Was wäre alleine Dein Blog ohne die Leser und Schreiber hier?

    Was wäre unser Staat noch, wenn alle Menschen einfach Zuhause bleiben würden und sich wieder auf ihre persönlichen Fähigkeiten und Nachbarschaft und das Beleben der wirklichen Nächstenliebe besinnen würden?

    Ich bin dabei ein Buch zu schreiben und deshalb werde ich demnächst wieder seltener hier sein können. Was zu sagen war, habe ich gesagt, wer Fragen an mich hat, der darf sich bei mir melden.

    Je größer etwas wird, desto mehr Fehler schleichen sich ein. Ich sehe es ja an der größten Geschichte der Welt. Zuerst funktionierte alles, denn es gab nur die 10 Gebote, dann wurden plötzlich mehr Satzungen daraus, die völlig unnnötig gewesen sind und Moses machte zusätzlich noch eine eherne Schlange, die man “Neschuchtan” nannte und die wurde dann anstatt Gott verehrt oder zumindest nebenher (Götzenanbetung – man kann nur einem HERRN dienen) und dabei ist man dann bis heute geblieben. Grober schlimmer Fehler im System und Gott ist seitdem um Schadensbegrenzung bemüht.

    Und wer jetzt schon geistig bei Gott ist, was kratzt den dann noch die Welt des Abgrunds hier?

  11. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Föhnix

    Da hast Du mich.

    Tatsächlich habe ich die Begriffe verwendet, siehe Dein Link.

    Aber auf ganz bestimmte bösartige Fälle und Verhaltensweisen bezogen und nicht auf Decknameninhaber generell.

    Das sollte, auch wenn ich hier ob Gedächtnisschwäche die Unwahrheit gesagt habe, den Unterschied ausmachen.

    Danke für die Korrektur.

    Wir wissen jetzt klarnamentlich zugeordnet, wer was wann gesagt hat.

  12. Föhnix sagt:

    Die Beliebtheit der Verallgemeinerung “das Internet” kann nicht über ihre Unsinnigkeit hinweg täuschen. Natürlich verwende ich den Begriff auch gelegentlich, allerdings bemühe ich mich doch weitgehend um begriffliche Differenzierung. Ich würde mir das von sendungsbewussten Sprachhygienikern auch wünschen.

    Die Sprache des Internets ist im Großen und Ganzen wohl geformt, präszise und regelkonform. Das Internet ist und bleibt nämlich eine technische Angelegenheit – im Kern ist es eine Sammlung von technischen Spezifikationen, den TCP/IP-Netzwerkprotokollen. Diese werden korrekt und durchaus erwachsen angewendet, lediglich im Bereich des HTTP-Protokolls (auch bekannt als World Wide Web) hat sich eine syntaktische Nachlässigkeit breit gemacht. Leider sind da auch scheinbar sprachbewusste Seiten alles andere als vorbildlich, wie man anhand der offiziellen Syntaxprüfung bei w3c (dem höchsten Hüter der Internetsprache) sehen kann. http://is.gd/0fNBZ9 oder http://is.gd/sguqB6

    Wen wundert es, dass gerade bei diesem speziellen Internet-Protokoll auch die damit transportierten Daten sprachbezüglich in der Kritik stehen? Von den transportierten Inhalten besteht übrigens nur ein kleiner Anteil aus den in digitalen Zeichensätzen codierten Entsprechungen menschlicher Sprache. Wir sprechen als von einem kleinen Teil eines kleinen Teils des Internets. Davon besteht wiederum ein kleiner Teil aus dem, was mit Schlagworten wie “Web 2.0″ oder “Social Web” gemeint ist: computer- und netzwerkgestzützte sprachliche Interaktion zwischen Hinz und Kunz.

    Ich erwähne dies alles nicht, weil ich den Oberlehrer spielen will, sondern weil es mich aufregt, wie Leute über etwas urteilen, von dem sie wenig Detailwissen haben. Das ist etwa so, als würde ich nach dem Lesen von zwei bis drei Arztromanen ein allgemeines, womöglich abfälliges Urteil über das Medium Buch fällen. Solche unpräzise verwendeten Begriffe führen leider auch regelmäßig zu Fehlbeurteilungen, was man zuletzt bei diversen netzpolitischen Kamikaze-Aktionen beobachten konnte. Es geht aber nicht nur um korrekte Begriffe, sondern auch um Wissen über Zusammenhänge, ja letztlich um einen kollektiven neuronalen Anpassungsprozess.

    Ich betrachte die TCP/IP-gestützte Netzwerkkommunikation – also wirklich “das Internet” in seiner Gesamtheit – als eine Art neue Kulturtechnik, auch wenn dies von Vertretern klassischer Denkmodelle noch bestritten wird. Es wird wohl leider Jahrzehnte dauern, bis das alle “Experten” eingesehen haben und bis die Bildung angemessen darauf eingeht. Auch in vielen anderen Bereichen – von der Sprachwissenschaft über die Jurisprudenz bis hin zur Soziologie – wird man sich von altgewohnten Positionen verabschieden und diese Technik einbeziehen müssen. Je schneller man daran geht, um so besser. Insofern finde ich die hier angekündigte Veranstaltung sehr lobenswert und “zeitgesitig”, auch wenn der Titel “Wie kommt das Internet aus der Pubertät?” ein Eigentor ist. Das Internet ist längst erwachsen.

  13. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Föhnix

    Von Dir könnte ich sicher noch eine ganze Menge an Nachhilfe in technischen Dingen brauchen.

    Mir geht es allerdings weniger um technische Fragen, sondern um das soziale Bewusstsein, um Kulturelles, um Entwicklungen, die sich bei denen ergeben, die nicht nur ein Ergebnis eines gewaltigen, sie mitreißenden Datenstroms sein wollen und sind, sondern menschensprachliche Akzente setzen.

    Ich hatte jetzt beispielsweise allen Grund, über Deinen Text nachzudenken, musste aber keinen Augenblick daran verschwenden zu entschlüsseln, über welchen Diener dieser mittels welcher Algorithmen zu mir gelangte.

    Ich muss sozusagen nicht Kfz-Meister sein, um Auto zu fahren.

    Was natürlich nicht heißt, dass eine Kenntnis der technischen Zusammenhänge, zumal was Überwachung, Google, Facebook usw. anlangt, schadete, im Gegenteil.

    Auf dieser Ebene wird das Netzwesen natürlich in mehr als erheblichem Maße “gemacht”.

    Mit der NSA und Konsorten werde ich aber im Technischen nicht mithalten können, selbst wenn ich noch ein Informatikstudium hinter mich bringe und ein paar Milliönchen organisiere.

    Zunächst noch so viel: Gewitzte Philologie, Versuch und Irrtum, genaues Beobachten der Vorgänge und Metasteuerungen vermögen oft schneller und verlässlicher Wege zu öffnen, als anderweitige Fachkenntnisse.

    Da kann ich mich natürlich auch täuschen, da ich auf jenen Gebieten tatsächlich auf dem Niveau, zumindest an Deinem gemessen, von Arztromanen bin, obschon man mir auch schon ab und zu von – vermutlich, ich bin da auf Informationsabgleich angewiesen – kompetenter Seite einiges bezüglich Anatomie und Physiologie erklärt hat.

    Ich habe dabei aber schon öfter erlebt, dass man sich erst zwei Jahre später einig war, dass das und das Usus sei, sich vorher noch wechselseitig als Nullblicker ansah und auslachte.

    Ich finde es auch sagenhaft geil, dass 18-Jährige ganze Gigantensysteme zu unterwandern verstehen (solange sie dabei nicht gar zu großen Unfug anrichten).

    In dem Sinne, wie ich es meine, jedenfalls, steckt das Internet noch ziemlich in der Pubertät: was sich allein daran zeigt, wie viele durchaus gebildete und sonst wahrscheinlich recht gesittete Erwachsene sich dort wie benehmen.

    Womit Du jetzt selbstredend nicht angesprochen bist.

    Dich werde ich wohl in 100 Jahren noch nicht vom überlegenen Konzept der Klarnamenrunden überzeugt haben.

    Macht aber nix, vielleicht klappt es ja schon in einem.

  14. persilschein sagt:

    … seit wann hat sich die Sprache nicht entwickelt?? vielleicht mal eine Studie über Sprachevolution lesen?
    Sicherlich der Hohe Herr ergießen wir uns wörtlich nicht mehr nach alter Kunst des Mittelalters. So solltet ihr doch trefflich wissen, das eben jede Zeit ihre Eigenheiten hat. Wer verstehe, das Sprache modern nicht mehr steif daherstolziert kommet, weil einfach nicht mehr einer solzierenden Zeit entsprechend, sondern Getränkt des Einflusses vieler Sprachen und Kulturen so gebäret man heute nicht mehr nach alters Minnekunst… wohl an, auch ihr möget es eines Tages begreifen, was die Zeit zu leisten vermag.

  15. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ persilschein

    Gemach, gemach.

    Solltest Du Dir einmal die Mühe machen, hier auf diesem Blog ein wenig kreuz und quer zu lesen, so stelltest Du wohl mit einiger Wahrscheinlichkeit fest, dass hier kein verknöchert altgestriger Freund unserer Sprache am Werke.

    Es ergäbe sich dabei auch die Gelegenheit, einmal darüber nachzudenken, was es für den menschlichen Geist bedeutet, über mannigfache Register zu verfügen.

    Kannst Du wenigstens einen Dialekt gescheit?

    Gut, das war eine zu direkte Frage.

    Ärgere Dich nicht über Leute wie mich.

    Sie sind eh in der Minderzahl.

    Das wird sie auch ohne Dein Zutun erledigen, wofern sie nicht doch mehr draufhaben sollten, als Du vermutest.

  16. Dude sagt:

    @Tag: Sprachkunst

    An die allergnädigsten weltbeherrschenden und zutiefst hochgeneigten Hoheiten von und zu Herrschaftszeiten, sowie an alle prätentiösen Platzhirschpotentaten und sonstigen schmiergelackten Saubermänner mitsampt dero goldgierigen Gattinen!

    http://www.nachrichtenspiegel.de/2013/05/20/was-ist-leben-fragezeichen/
    Ich spritz ab!

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