‘ “Präsident Dschalil hat uns von 10.000 Toten berichtet und bis zu 55.000 Verletzten”, sagte der italienische Außenminister Franco Frattini nach einem Treffen mit dem Vorsitzenden des libyschen Übergangsrates, Mustafa Abdul Dschalil.’
Also der Schluss eines aktuellen Artikels auf stern.de.
Dieser Dschalil ist also jetzt qua italienischer Sprachregelung zum Präsidenten befördert, ohne dass Halblibyen schon eine Verfassung besäße oder Gelegenheit gehabt hätte, ihn zu wählen oder wenigstens halbwegs geregelt zu ernennen.
Und es fragt sich, ob der aktuelle libysche Präsident der Italiener auch schon der libysche Präsident z. B. der deutschen Seite ist, ob Westerwelle ihn bereits ebenso anspräche.
Es klingt auch ein wenig verwegen, wenn der Chef einer Aufständischentruppe, die ohne massive Hilfe aus dem Ausland wahrscheinlich längst aufgerieben wäre, sich bereits als Präsident des ganzen Landes von ebenjenen ausländischen Mächten hofieren lässt; auf eine Weise wirkt das schon altmodisch-pittoresk, wie Bananenstaat mit Möchtegerncaudillo.
Und es ist eben unterhalb jenes Dschalil so gut wie nichts über die inländische Gefolgschaft seiner Exzellenz des Präsidenten bekannt; jedenfalls nicht der Weltöffentlichkeit.
Gäbe es da ein paar Hoffnungsträger, präsentable Figuren, sie flimmerten uns doch ständig über die Schirme, gäben Interviews noch und nöcher.
Allein aber deutet alles darauf hin, dass diesbezüglich des Westens Gesichter immer bang und bänger, entsprechend lang und länger geworden sind: sicherlich auch dahingehend, dass der liebe Dschalil diese Saubande niemals in den Griff bekommen werde.
Man muss bedenken, dass die Geheimdienstleute und Militärberater sich ja mit deren Leuten koordinieren und sie führen müssen, nebenbei auch ein wenig Erkenntnisse sammeln, mit welchem Hassan sich Ali nach Feierabend trifft, so dass man intern schon ein ungefähres Bild davon haben wird, was für Spezialisten da die Fäden ziehen.
Da ist es kein Wunder, dass man davor zurückschreckt, die libyschen Rebellen mit modernsten Waffen auszurüsten.
In dem Schlamassel ist man jetzt drin.
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