Streubomben und Uranmunition: Die Lage im Libyenkrieg

Es heißt, Gaddafitruppen hätten in den letzten Tagen Streumunition eingesetzt.

Ich kann das nicht überprüfen, aber selbst wenn es stimmen sollte, bliebe die Frage, wieso die “Alliierten”, allen voran die USA, mit diesem Thema vorpreschen, wo doch allgemein bekannt ist, dass die USA und Israel diese Waffen seit Jahren in großem Umfang selbst einsetzen.

Sind die sich so sicher, dass sie selber nie und nimmer auf den Prüfstand kommen?

Dass die Frage nach eingesetzter Munition nicht auf die Frage Uranmunition ausgeweitet werden könnte?

Jedenfalls deutet das Aufbringen der Thematik – wenn nicht ein ganz anderes, mir verborgenes Spiel läuft – darauf hin, dass man im Propagandakrieg gegen Gaddafi, selbst wenn die Berichte wahr sein sollten, bereit ist, ein hohes Risiko einzugehen.

Was wiederum auf hohe Not und Nervosität hinweist.

Denn: Uranmunition ist die Streumunition aller Streumunitionen. Sie verstreut Billionen Bomblets in Form von radioaktiven Nanopartikeln.

Demgegenüber wirkt herkömmliche Streumunition geradezu archaisch.

Vielleicht ist man sich bei den Propagandadenkern auch noch immer traumhaft sicher, dass man den Leuten erzählen kann, die eigenen Streubomben seien gut und nur die von Gegnern böse.

Und man, da kein Schafsmedium das Thema Uranmunition aufgreift, auf dieser Seite keine wesentliche Gefährdung der eigenen Begriffssetzung zu erwarten habe.

Immerhin ist es ja einigermaßen gelungen, die Mär, Gaddafi verfüge über kaum Rückhalt in der Bevölkerung (während sein System dem Doppelangriff von Rebellen und NATO erstaunlich fest widersteht), bislang wenig bezweifelt in der Öffentlichkeit zu halten, mit allen Tricks und Kniffen.

Man hat es auch geschafft, den Blick noch weitgehend davon wegzulenken, um was für Banditen es sich neben den eigenen Banditen bei den Rebellen in erheblichem Maße handeln dürfte.

Aber man ist deshalb intern darauf gekommen, dass man dies lose Gesindel lieber nicht allzugut bewaffnen will: Wer weiß, was noch kommt.

Und den Alptraum jedes militärischen Planers dürfte wohl die Perspektive abgeben, dass man selber mit Bodentruppen drinsteht und sowohl von Gaddafi-Guerrilleros (eher im Westen), als auch Sheik- und Islamistenmilizen (eher im Osten) gepiesackt wird, letztere frisch mit eigenen modernen Waffen ausgerüstet, im Gutmenschenkrieg zur Befreiung und Befriedung des libyschen Volkes.

Nein, bei näherem Hinsehen sieht alles reichlich vergeigt aus für die Kriegsherren der “internationalen Gemeinschaft”: was dann eben die Sache mit den vorgeblich oder tatsächlich eingesetzten Gaddafischen Streubomben erklären dürfte, die unterstützende Empörung in Richtung einer härteren Gangart zu entfachen.

Ist Obama, Cameron, Sarkozy inzwischen vielleicht in den Kopf gekommen, dass jene ostlibyschen Aufständler nur ein möglichst großes Stück vom Kuchen für sich selber wollen, ihre Freundschaft mit den USA aber nur genau so lange offiziell halten wird, bis dass sie ihn zu fressen kriegen?

Werden diese Leute wirklich einen geschniegelten libyschen Exilvirginier als US-Statthalter über sich akzeptieren?

Sind die Leute in Tripolis wirklich begeistert von den NATO-Bomben, die auf ihre Stadt herunterregnen?

(Wahrscheinlich werden deren ekstatische Freudentänze gnadenlos von massenvergewaltigenden Gaddafi-Schergen niederkartätscht.)

Aktuelles zum Thema siehe auch hier.

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7 Antworten zu “Streubomben und Uranmunition: Die Lage im Libyenkrieg”

  1. Helmut Hassel sagt:

    Lieber Herr Göller,

    wieder mal alles sehr treffend dargestellt!

    Das Problem ist doch ganz offensichtlich, dass Gaddafi mit seinem Erfolg (wohlhabendster Staat in Afrika), seinem Öl und dem Wasserprojekt für ganz Nordafrika den Welt-beherrschen-wollenden ein Dorn im Auge ist.
    Und jetzt, wo sie mal mit fadenscheinigen Gründen die Bomberei angefangen haben, wollen sie trotz mäßiger Erfolge das Ganze wohl durchziehen.

    Aber vielleicht gibt es doch noch eine Hoffnung. Denn damals in der Schweinebucht vor Kuba ging ja auch schon mal was schief.

    Natürlich ist es für die meisten Schlafschafe nicht möglich, das böse Spiel zu durchschauen, obwohl sowas immer nach dem gleichen Muster abläuft. Mach mit Hilfe der Presse (95 % der Medien weltweit gehören 6 zionistischen Konzernen) einen unbequemen “Herrscher” schlecht, unterstelle ihm alle möglichen Bosheiten, und dann kann man ihn angreifen.

    Ich hoffe, dass die CIA-Rebellen so richtig eine auf die Schnauze kriegen.
    Und ich hoffe, dass Leute wie Obama, Sarkozy und Cameron auch noch ihre Quittung bekommen.

    SchönerGrüße aus Feucht.

    Helmut

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Helmut Hassel

    Von Gaddafis beinahe fertiggestelltem Wasserprojekt war in den Schafsmedien selbstverständlich kaum die Rede.

    Mit solchen Petitessen wie dem wohl größten und positiv folgenreichsten diesbezüglichen Bauwerk der jüngeren Menschheitsgeschichte pflegt man sich dort nicht aufzuhalten.

    Die Geschlechtsumwandlung des Rehpinschers von Königin Beatrix dürfte auf größeres Interesse stoßen.

  3. [...] ist es eigentlich zweitrangig, ob man die angewandte Strategie nun geradeheraus Lüge, Heuchelei, Propagandakrieg oder psychologische Kriegsführung gegen Volk und Weltöffentlichkeit nennt, oder ob man es (die [...]

  4. Föhnix sagt:

    “Möglicherweise”…

    Jetzt, nachdem die Streubomben-Sau eine Woche lang durch’s Weltmedien-Dorf getrieben wurde, meldet sich Clinton und meint, möglicherweise hätten libysche Truppen auch Streubomben eingesetzt.

    http://www.abendblatt.de/politik/article1866331/Rebellen-Sprecher-jubelt-Misrata-ist-frei.html (letzter Abschnitt)
    Clinton: Gaddafis Truppen setzten womöglich Streubomben ein

    Womöglich?!? Hillary, wer von uns beiden hat eigentlich neben einem weltumspannenden Diplomatennetz auch die weltgrößte Geheimdienstorganisationen zu seiner Verfügung? Wer hat als Informationsquelle vor Ort nicht nur willfährige Rebellen, sondern eigene Militärberater, Rudel demütiger Pulitzer-Preis-tragender Journalisten, nebst Geheimdiensten und Militärberatern anderer NATO-Staaten und arabischer Vasallen?

    Wenn so jemand “möglicherweise” sagt, bedeutet das laut Fremdwörterbuch Neusprech-Deutsch / Deutsch-Neusprech, dass es keinen Einsatz von Streubomben gegeben hat. Jedenfalls scheint die Beweislage für den Einsatz von Streubomben mindestens so unklar zu sein, wie die von Uranmunition.

    Immerhin hat Hillary offenbar ihre Hausaufgaben im Fach Kriegspropaganda gemacht, was man daran sieht, dass sie schon bis Punkt vier der 1871 von Lord Ponsonby beschriebenen Prinzipien (http://is.gd/N7FGXn) gekommen ist:

    1. Beteuerung, der Krieg sei nicht gewollt
    2. Personifizierung des Feindes
    3. Zielsetzungen humanitärer Art
    4. Berichte über die Grausamkeit des Gegners.

  5. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Föhnix

    Es ist genau so, wie Du es sagst: Wenn Clinton nichts davon weiß, dann im Westen nichts Neues.

    Ob man noch die abgehackten Kinderarme behaupten wird?

  6. A.Roth sagt:

    Im Internet http://www.seite3.ch/Ist+Wasser+der+wahre+Grund+fuer+den+Libyen+Krieg+/484072/detail.html
    Muammar al Gaddafi gar 1980 sein Waserprojekt gestartet. 35000 qubikkm Wasser zur begrunung der Wuste. Im September soll ein Grossteil in Bertrieb gegangen sein. Profitiert hatten Agypten Libyen Sudan und Tschad. Pervers was die Nato und USA fur ein verlogenes Spiel treiben. Ich hoffe Sie bekommen in Leichensacken nach Hause. Alles gute wird willentlich zerstort. Lugen braucht ein gutes Gedachtnis.

  7. Föhnix sagt:

    Obwohl natürlich alle Medien ausführlich darüber berichtet haben (oder?), möchte ich doch noch einmal darauf hinweisen, dass der Film

    “URANIUM 238 – The Pentagon´s Dirty Pool”

    den Kurzfilmpreis auf dem ersten Internationalen Uranium Film Festival in Rio de Janeiro gewonnen hat.

    http://www.bandepleteduranium.org/en/a/409.html

    Der ganze Film (in Englisch) ist auf YouTube zu sehen:

    http://www.youtube.com/watch?v=3EUp5j1481g&playnext=1&list=PL26D795D9537ED1A9

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