Eimer: vom Avatar zum Alter Ego

Eben hatte ich noch gedacht, an der Eimerfront herrsche erstmal Ruhe.

Pfeifendeckel.

Eimer hat mich jetzt recht deutlich – wie es so seine Art, etwas unwirsch – darauf hingewiesen, dass er es – er weiß genau, dass ich rotzige, deplazierte Anglizismen nicht eben schätze – “shabby” fände, von mir als Avatar bezeichnet zu werden.

Nicht dass er hier mit irgendwelchem politisch-korrekten Diskriminierungsgefasel daherkommen wolle, das sei schließlich unter dem Niveau seines Bodens (und der sei – gottlob – ganz dicht), es gehe einfach nicht an, dass er durch diesen Begriff fortgesetzt beleidigt werde.

Auf meine Frage, weshalb er denn da so ehrpusselig sei bzw. was daran auszusetzen wäre, wusste er sofort zackige Antwort.

“Auf Wikipedia – ob es stimmt, ist fast unerheblich, denn dann glaubt es jeder Blöd – steht glashart, dass das Wort aus dem Sanskrit stammt und “Abstieg” – speziell gar noch einer Gottheit in irdische Sphären – bedeutet.

Erstens kann ein Eimer nicht Abstieg bedeuten oder auch nur selber einen unternehmen, was du ja wohl kaum zu bestreiten anzusetzen dich anheischig machen wirst, zweitens bin ich kein Inder, und drittens gefallen mir die drei “A” nicht, sowas halte ich für Mache, du weißt, ich bin ein Freund der Würze in Kürze.”

“Ja wie sollte ich dich denn nennen?”, frug ich ihn, inzwischen wohl wissend, dass mit ihm nicht gut Kirschen essen sei, wenn er einmal dergestalt in Fahrt gekommen.

“Alter Ego ist mal das Mindeste!”, schmetterte er mir entgegen, und ich wusste sofort, dass Eimer es ernst meinte.

“Das fängt immerhin mal mit “Al” an, was ja an sich schon nicht zu verachten, aber es hört zudem standesgemäß auch mit “O” auf, und dazu lieber Magnus, muss ich dir nicht unbedingt noch längere Vorträge halten, tu nur nicht so, als begriffest du nicht.”

Also gut, Eimer Fritz wird jetzt nicht mehr als mein Avatar beleidigt, er ist – zunächst – mindestens mal mein Alter Ego.

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