Eimer, mein noch junger und ungebärdiger Avatar, stellte schon wieder Forderungen.
Vorhin beklagte er sich wortreich, er wisse erstens nicht, ob er denn auch in Zukunft Eimer heißen, sich an den Namen überhaupt gewöhnen dürfe, sodass es mit seiner Identität klappt, was ja nur in meinem Interesse liegen könne, ob denn Eimer jetzt nur sein Vornamen sei, ob und wann er denn einen Nachnamen bekäme, wie es sich eigentlich gehöre, es sei denn, er trüge sozusagen einen Sklavennamen.
Ich vermochte mich seinen gut vorgetragenen Argumenten nicht lange zu widersetzen, schlug ihm schließlich vor, ihn Eimer Friedrich zu nennen, um ihn im Anklang an den Meisterdenker zu beschwichtigen, oder Eimer Münchhausen, mit der Schmeichelei, da sei er sicher der einzige bekannte Eimer, der sich am eigenen Henkel hochzuziehen vermöchte, oder Eimer Groß - Eimer Magnus zuckte mir kurz durch den Kopf - , um ihn qua Fassungsvermögen aufzuwerten.
Doch wusste mein Eimer wider jedes Schmackhaftmachen eine so langatmige Riposte, dass ich ihn frug, wie er denn seinen Nachnamen selber geheißen haben wolle.
“Fritz”! - kam es wie aus der Pistole geschossen, mit sich beinahe überschlagender Stimme.
“Wieso ausgerechnet Fritz?”, frug ich, also überrascht wie verwundert.
“Weil Fritz mehr ist als Friedrich!”, donnerte mein aufsässiger Avatar.
“Äh, wieso denn das?”
“Ganz einfach: weil Fritz die Kurzform von Friedrich ist, und dadurch mächtiger!”
“Erklär’ mir das bitte”, versetzte ich, nunmehr schon ein wenig verdattert.
“Fritz enthält den Friedrich in sich in verdichteter Form, unabweisbarerweise, und bringt darüber hinaus noch die Eigenschaften des wiederum eigentümlichen Eigenamens mit, der darüberhinaus für viele - in der ganzen Welt - die Gedanken auf alles lenkt, was deutsch, gedacht und gedichtet ist.”
Da hatte er mich.
Er heißt jetzt Eimer Fritz.
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