Den noch halbwegs nicht Lendenlahmen

Nietzsche schrieb einmal, er habe sich nie um Geld, um Ehren, um Weiber bemüht – und “nicht dass sie mir gefehlt hätten”.

Wenn ich an diesen Satz denke, fühle ich mich plötzlich ziemlich klein.

Denn es mag ja sein, dass ich mich im vom Philosophen gemeinten Sinne nie um Geld bemüht habe (immerhin war Nietzsche ja für Geld sieben Jahre als Professor in Basel tätig und lebte wohl auch davon), indem ich dafür arbeitete, und auch bezüglich der Mühe um Ehren komme ich noch ganz gut weg: aber dass ich mich nie um Weiber bemüht hätte – Sackzefixaberauch! – , das kann ich leider nicht ehrlich von mir behaupten.

Denn es ist in gewisser Weise die vertanste aller vertanen Zeiten, sich, natürlich zumal wenn erfolglos, um Weiber zu bemühen; und wenn man hinterher gar feststellt, dass man sich in ein mittelprächtig dummes Huhn verguckt hatte, gar noch froh sein muss, dass nichts aus dem eifrig strebenden Bemühn wurde, weil man da womöglich noch hungen geblieben wäre oder gar noch aus Versehen ein Kind gemacht hätte, dann steigert sich die Peinlichkeit ins schier Unermessliche.

Kurzum: Dümmer kann man sich nicht fühlen, als letzterenfalls, wenn einmal aufgewacht.

Den guten Vorsatz allerdings, nie mehr so blöde zu sein, werde ich lieber nicht fassen, denn dafür traue ich mir diesbezüglich trotz aller Erkenntnis selber zu wenig über den Weg; und nach dieser Erkenntnis auch noch den guten Vorsatz zu brechen, das bräche meiner Selbstachtung dann wohl vollends das Genack.

So werde ich denn lieber weiterhin damit leben, dass das Fleisch schwach, das Hirn mitunter weich, und einfach versuchen, wenigstens ein bisschen besser auf mich achtzugeben.

Denn, das ist der tiefe Kern der Botschaft des Philosophen, um die Weiber, die etwas taugen, d a r f und m u s s man sich nicht bemühen, denn sie kommen gegebenenfalls von selber und ersparen einem die damit verbundene Selbsterniedrigung.

Die wollen nämlich keinen Scharwenzler, Komplimenteur, keinen Wiffer und Winsler.

Bei denen ist das eifrig strebende Bemühn sogar kontraproduktiv.

Horcht hin, ihr noch halbwegs nicht Lendenlahmen!

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2 Antworten zu “Den noch halbwegs nicht Lendenlahmen”

  1. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ paratOx

    In Zukunft begrüßte ich es, wenn paratOxens Kommetare etwas aussagekräftiger und griffiger wären.

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