Königin der Wissenschaften

Die Mathematik sei die Königin der Wissenschaften, meinen viele.

Ich widerspreche.

Es ist die Sprachwissenschaft, denn sie allein umfasst alle Wissenschaften.

— Anzeigen —

Diesen Beitrag mit Anderen teilen: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Facebook
  • Technorati
  • MySpace
  • LinkedIn
  • Webnews
  • Wikio DE

Tags:

5 Antworten zu “Königin der Wissenschaften”

  1. Lesezeichen sagt:

    Ich sehe das etwas anders:

    Mathematik IST eine Sprache und die Formeln sind die Vokabeln.

    Mittels dieser Sprache werden Zusammenhänge darstellbar, virtuelle Vorgänge in lesbaren Sätzen dargestellt, aus bestehenden Vokabeln neue Texte entwickelt, neue Zusammenhänge sichtbar gemacht.

    Wie kritisch dieses Gefüge davon abhängt, dass jemand diese Sprache richtig einsetzt bzw. richtig vermittelt, habe ich an meinen beiden Mathematiklehrern erfahren. Der eine durch und durch Pragmatiker, jemand, dem man bedingungslos folgen konnte. Der andere ein Philosoph, dem keine deutsche Formulierung zu kompliziert sein konnte, um einfachste Mathematik in die Unverständlichkeit zu reden.

    Das ist in etwa so als wolle man deutschen Schülern in Shakespearian English das Subjonctiv erklären

    :)))).

    Herzlichst

    das Lesezeichen

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeichen

    Immer eine Freude, Ihre Gedanken zu vernehmen (selbst dann, wenn diese meinen widersprechen, oder eben gerade dann erst recht).

    Selbstverständlich “ist” die Mathematik (oder besser sie benutzt auch) eine Sprache.

    Für mich ist sie aber eine Hilfswissenschaft: so hart das klingen mag.

    Vielleicht hätte ich oben anstatt “Sprachwissenschaft” auch “Semiotik” sagen sollen.

    Für mich sind die Begriffe indes synonym.

    (Ich weiß, ich weiß, es gibt keine echten Synonyme…)

    LG

    (Jetzt muss ich noch zum Lidl, und mein Sohn wartet auch schon wie ein ausgehungerter Geier darauf, an den Rechner zu dürfen. Vielleicht später noch etwas mehr an Sachdienlichem.)

  3. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeichen

    So, der Kleine zutzelt Maultaschen.

    Ehrlich gesagt: Zu diesem Thema hätte ich hier einfach gerne mal einen produktiven Streit angezettelt.

    Meine Leitsterne sind nunmal nicht Pascal und Gauss, sondern Cervantes und Nietzsche.

    Aber ich habe dazu natürlich noch mehr auf der Pfanne als derlei Verweise.

    Möge mich jemand dazu zwingen, es auf aller Teller hüpfen zu lassen.

  4. Lesezeichen sagt:

    Herr Göller, wo ist der Konflikt?

    Ich sehe da auf den ersten Blick keinen, zumindest keinen großen. Was ich aber sehe, sind Gemeinsamkeiten.

    Ewige Gültigkeit kann durch viele Dinge dargestellt werden. Auch Mathematiker haben lange herumprobiert, bis sie diese eine Formel gefunden haben, die ein neu gefundenes Stück Wahrheit darstellt. Gleiches gilt für die Denker. Auch dort gibt es Irrungen und Wirrungen, bis sich ihre Gedanken in einer Schlüssigkeit zusammenfinden, die man letztlich als eine Wahrheit nicht nur benennen kann, sondern benennen muss. Philosophie kann durchaus sehr rational sein.

    Beide haben noch etwas gemeinsam: die Schwierigkeit, ihr folgen zu können. Man muss dazu in der Lage sein, genau diese Sprache zu verstehen, die Vokabeln zu beherrschen, sich in diese ureigene Logik hineinzuversetzen.

    Aber wenn man es dann kann, dann “gewinnt man ein plus an esse”, wie mein – leider schon verstorbener – Philosophielehrer zu sagen pflegte.

    Und mal ehrlich: Nichts ist erleichternder als ein AHA-Effekt in Mathematik, oder frei nach Roger Cicero: Ich verstehe was du sagst, aber nicht, was du meinst.

    :)))

    Herzlichst

    das Lesezeichen

  5. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Lesezeichen

    Sie sind mir natürlich nicht in die Falle gegangen.

    Das “plus an esse” kannte ich noch nicht: köstlich.

    Allerdings hatte ich an der Mathematik noch nie das ästhetische Vergnügen, das mir die Literatur zu verschaffen vermochte.

    In der Grundschule hatte ich in Mathe zwar immer mühelos Einser, aber später, als die Integralrechnung kam und die “partiellen Ableitungen mit mehreren Variablen” usw., vermochte ich keine rechte Begeisterung mehr aufzubringen: sie wurde für mich zu einer Sache der Anwendung, wenn nötig.

    Im Zusammenhange der (mystischen) Zahlentheorie allerdings bin ich immer noch infiziert.

    LG

    (Nachtrag: den Dummbatzfehler von vorhin von wegen Parabeln statt Variabeln bitte ich, unter der Rubrik unsorgsamer Übereifer zu verzeihen. Immerhin ist er jetzt behoben.)

Eine Antwort hinterlassen