“Food Riots”: Hungeraufstände

In dem folgenden Artikel ist teils recht gut zusammengefasst, was auf dem Weltnahrungsmittelmarkt derzeit läuft:

http://www.msnbc.msn.com/id/41062817/ns/business-consumer_news/

Von der gewaltigen Spekulation, die die Preise für Mais und Weizen innerhalb kurzer Zeit half, um 60-80 % nach oben zu treiben, allerdings kein Wort.

Und nur ziemlich am Rande wird erwähnt, was der Wahnsinn der Biospriterzeugung eigentlich bedeutet (den die EU ja jetzt mit dem neuen “Bio”-Benzin noch befeuert): Öko-Wohlgefühl für Grüne Spinner, Hunger für die Armen.

Geschätzt mehr als ein Drittel der US-Maiserzeugung gehe in die Bioverspritung.

Ich habe gerade noch einmal auf einer Olivenölflasche nachgesehen (Sojaöl etc. weisen ähnliche kalorische Werte auf): 819 Kilokalorien auf 100 ml heißt es da; das bedeutet, dass ein Mensch vom Brennwert her von einem Viertelliter Öl einen Tag überleben kann.

Wenn Sie also zehn Liter Biosprit verfahren, sind dies vierzig Menschentage, Grundnahrungsmittel für eine sechsköpfige Famile für eine Woche.

Wenn man dann noch bedenkt, wie unwirtschaftlich die Erzeugung von Biosprit ist, zumal aus Mais und Raps (im Falle von Zuckerrohr fällt die Bilanz nicht ganz so verheerend aus), da erst einmal ein gewaltiger Einsatz von Energie für Maschinen, Düngemittel, Pflanzenschutzmittel, Weiterverarbeitung etc. notwendig ist, so kann man diejenigen, die dies alles sehr wohl wissen und doch aktiv als notwendig und richtig darstellen, nur als Verbrecher bezeichnen.

Oder fällt Ihnen dafür ein treffenderer Begriff ein?

In Tunesien bricht übrigens gerade eine Diktatur zusammen, wohl weniger ob des Wunsches nach mehr Demokratie, sondern wegen des Brotpreises.

In Indien gab es sogar schon Zwiebelaufstände, ohne Witz.

In Vietnam und vielen anderen Ländern Südasiens sieht es nicht besser aus.

Von Afrika ganz zu schweigen.

Wenn ich das Wort Biosprit bloß höre, könnte mir schon schlecht werden.

Und wenn diese völlige Perversion dann auch noch als klimanotwendig dargestellt wird, von irgendwelchen Gutmenschen-Ökoschlampen im Kaschmirrolli, wie dem fetten Kohlenstoffdioxidhändler Gore, die vernünftige Menschen als gefährliche Leugner und selbstsüchtige, rücksichtslose Faschisten hinstellen, dann könnte ich mehr als nur ins Essen brechen.

Aber auch hier kommt der “Tipping Point”, wenn er nicht, wenigstens unterschwellig, schon erreicht ist, den und dessen Umfeld die Leser Sil und Tosco derzeit auf dem Kommentarstrang zu “Vom positiv traumatisierten Menschen” so differenziert diskutieren, dass ich an dieser Stelle ausdrücklich darauf hinweisen möchte.

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