Jahresgruß

Liebe Leser,

nachdem ich es versäumte, hier einen angemessenen Weihnachtsgruß einzustellen, will ich wenigstens nicht verpassen, Ihnen einen Guten Rutsch zu wünschen, alles Gute fürs Neue Jahr, selbstredend nicht ohne für meinen größten sprachlich-publizistischen Fehler des abgelaufenen Jahres demütigst um Verzeihung zu bitten.

So unterlief es mir tatsächlich, dass ich jeden Schlamm, jede Pampe beleidigte, nicht wissend, was ich tat.

Ich bezeichnete jene Schwedinnen, die mit jenem Julian Assange vögeln wollten, oder auch vögelten, jedenfalls vorgaben, es gewollt und getan zu haben, da sie ihn hinterher dafür als Vergewaltiger hinhängten, ihnen nicht mannhaft widerstanden zu haben (jeder Schwede weiß, dass man keine Schwedin vögelt, die das will, weil sonst die Staatsanwältin kommt), unbedacht und wie von Sinnen als „Schlammpampen“.

Es gibt Leute, die nehmen Schlammbäder, mit dem größten Vergnügen und Heilerfolg. Kinder lieben es, im Schlamm zu spielen. Die deutsche Wildsau suhlt sich im Schlamm, um allerlei Zecken und sonstiges Geschmeiß loszuwerden. Aus Schlamm werden Lehmziegel gemacht, wurden ganze Städte von Hochkulturen errichtet. Ist ein Ritz im Mauerwerk, so schlämmt ihn der Steinmetz zu.

Alsomit meine Entschuldigung an alle Schlämme dieser Erde.

Was ist ein guter Steinpilz-Trüffelrisotto anderes als eine Pampe mit darin noch bissfest eingekleideten Reiskörnern? Wird nicht köstlichstes Falaffel aus einer Pampe gemacht? Ist nicht auch Mousse au Chocolat eine Pampe? Avocadocreme eine? Das Innere vom Berner Rösti etwas pampig? Um wieviel mehr jenes der Tortilla Espanola?

Ich habe schwer gesündigt und entschuldige mich hiermit auch bei allen Pampen.

Dass ich gar beide zusammen beleidigt habe, auch noch in einen Topf geworfen sozusagen, dafür kann ich bei allen Schlämmen und Pampen nur um Gnade bitten.

Haben Sie schon einmal einen verruchten Schlamm oder eine hinterrückse Pampe gesehen? Einen oder eine, die Ihnen, ob nun von der CIA angerührt oder nicht, einen internationalen Haftbefehl einbrachte, nur weil Sie sich in ihn hineinlegten oder sie aßen? Die Sie gar ausdrücklich verbal dazu eingeladen hätten: Lieber Julian, leg dich in mich rein, schlabbere mich bitte auf?

Gut, nachdem ich mich jetzt bei allen Schlämmen und Pampen öffentlich hoffentlich hinreichend entschuldigt habe, dass ich jene Schwedinnen mit ihnen verglich (privat werde ich noch öfter um Verzeihung bitten), frage ich mich doch, was für ein Land jenes Schweden ist, das mich eben erst dadurch, dass es solchen Staatsbürgerinnen Rückendeckung gibt, dazu verleitete, Schlämme und Pampen zu beleidigen.

Dass es dort oben nur zu Fürstenpreisen etwas Anständiges zu trinken gibt, ist eins; dass man dem größten Kriegstreiber der Erde den Friedensnobelpreis verleiht, ein anderes; dass der König Freimaurer von Geburt ist ein weiteres; dass aber ein Mann zum Vergewaltiger gemacht werden kann, gesucht mit internationalem Haftbefehl, weil zwei notgeile Feministinnen, Freundinnen zudem, sich abwechselnd auf ihn stürzten, derart kein Halten kannten, dass womöglich irgendwann nicht einmal mehr der Qualitätspariser hielt, das ist gleichwohl immer noch etwas Besonderes.

Ich werde jedenfalls nicht so bald nach Schweden reisen. Durstig wie ein Ire in der Kalahari, schon halbdelirant darob, irgendwo in Hintermalmö, irrte ich vielleicht so lange durch die Gassen, bis dass ich angesichts einer jener Schwedinnen, die wohlweislich schon lange keinen auch nur halbvernünftigen, verkehrsfähigen Schweden mehr fanden, gutmütig, wie die Schwabenseele eben ist, ihrer Ausgezehrtheit, die meinige den Moment der Schwäche verstärkend, nach, ließe mich, mitleidend mit mir selbst wie mit der Bettelnden, schließlich doch bespringen, um hinterher, kaum erwacht, hinter schwedischen Gardinen, bei Wasser und Brot zu singen.

Nein, nein, liebe Schweden, unbezahlbares Dünnbier und dazu notgeile Feministen-Weiber, die einen noch gar dafür hassen und anzeigen, wenn es gepasst hat, dazu eifersüchtige, einbuchtungssüchtige Staatsanwältinnen, damit bekommt ihr mich erst dann in euer schönes Land, wenn ich im Winter unbedingt eine warme Bleibe brauche.

Ein Trost, ein großer Trost, ergibt sich daraus für uns deutsche, niederländische, schweizerische und österreichische, luxemburgische, liechtensteinische, ostbelgische, elsässer wie südtiroler Südgermanen: Wir spinnen alle noch lange nicht so wie die Schweden da droben.

Und wenn sie an ihren furchtbaren, unfruchtbaren Weibern eingegangen sind, dann haben wir Platz für eine großzügige, völlig gewaltlose Landnahme.

So, jetzt aber mal den Scherz im Ernste beiseite.

Wie kann auf eine solche Farce hin auch nur eine Festnahme in einem anderen Land erfolgen? Mit U-Haft, Auslieferungsverfahren usw.?

Es geht mir nicht um jenen Assange, sondern die Beliebigkeit, die Willkür, das Absurde und Abartige, das hier einfach gefressen wird.

Diese Show soll uns zeigen, was man jederzeit mit jedem machen kann.

Doch das ist nur ein Aspekt. (Dass Assange so auch noch künstlich zum Märtyrer stilisiert werden könnte, lasse ich jetzt außen vor.)

Wer sagt eigentlich, dass, im Sinne des Schwedendenkens, nicht etwa die beiden Frauen den unschuldigen Assange komplottös vergewaltigt haben?

Vielleicht wusste die eine ja längst, wollte es gar so, beide wussten es, dass er es wechselseitig trieb, machten sich also der gemeinschaftlichen arglistigen Doppelvergewaligung schuldig?

Vielleicht hat ja eine den Pariser aufgebissen und ihn dann noch angefeuert, um ihm ein Kind anzuhängen, immerhin einem der momentan berühmtesten Männer der Welt, gar fürs Geld?

Von physischer Gewalt war immerhin nie die Rede.

In welchem Tollhaus sind wir angekommen?

Welches Programm wird da eigentlich zelebriert?

Kranke Weiber siegreich gegen wehrlose Männer?

Dergestalt siegreich, dass sie keiner mehr will?

Dass jeder lieber schwul wird?

Was wird hier massenpsychologisch in uns eingesenkt?

Schlamm und Pampe sind es nicht, das haben wir schon gesehen.

Es ist der Tod.

Wir befinden uns in einer todernsten Farce.

Nach diesen vergnüglichen und auch mal weniger vergnüglichen Betrachtungen will ich Ihnen nur noch wünschen, dass Ihnen kein Sylvesterknaller auf den nackten kleinen Zeh fällt, Petrus Ihnen keine Sektflasche auf den Kopf wirft, Sie weder geistig noch körperlich ausrutschen, Vergnügen, Halt im Wissen um das Eigene und das Selbst, der Liebe, die zu keinem Haftbefehl führt, der Gewissheit, dass wenn schon nicht auf dieser Welt, so wohl doch nicht überall das Idiotentum, das Obskurantentum, übelste Zwerchheit, dauerhaft und unbedingt die Oberhand behalten können und werden finden.

Glückauf für 2011!

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5 Antworten zu “Jahresgruß”

  1. TanjaKrienen sagt:

    Auch dir und deinen Kindern: ein frohes neues Jahr, Erfolg und Gesundheit! Alles Gute, Tanja aus Waldeck

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Tanja Krienen

    Danke!

    Meine entsprechenden Wünsche!

    Dass Lichtschlag vor den Decknamenfritzen kapituliert hat, spricht umso mehr Bände für ein Klarnamenforum.

    Muss nur noch schauen, wie ich das auch noch hinbekommen soll (privat extraviel Wallung derzeit).

    Melde mich bald mal per Ebrief oder Fon.

    Grüße

    Magnus

  3. TanjaKrienen sagt:

    Genau. Meine Zuschrift ist die als 8. Kommentar veröffentlichte. Man hätte auf die eigentlich bekannten Regeln pochen müssern: Schreiben unter Klarnamen zwecks Verhinderung von anonymer Pöbeleien. Das wäre jedenfalls ein Schritt zur Besserung, so glaube ich. Beste Grüße

  4. Sil sagt:

    FROHES NICHT GELOGENES NEUES, aber schon zu lange Zeit VERBOGENES:

    “Der Name unseres Landes ist Deutsches Reich!”

    http://www.youtube.com/watch?v=40esjehgsCM

  5. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ Sil

    Danke für den Link! Köstlich!

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