Von guten Beschlüssen und dem Schach

Ich habe beschlossen – wohl wissend, was auch meine besseren Beschlüsse mitunter wert sind –, bis ins hohe Alter ab und an ernsthaft Schach zu spielen (sollte mir denn ein solches dereinst vergönnt sein).

Ich kenne bislang kaum eine bessere Möglichkeit, einmal geistigen Urlaub zu nehmen, als indem ich mich mehrere Stunden lang in einem strengen Regeln folgenden Denken übe, das so anders ist, als mein sonst übliches.

Und einem begabten Fünfzehnjährigen gegenüber zu sitzen, der mich ernstlich ins Schwitzen bringt, schlicht ob seiner unbestreitbaren geistigen Leistung, das hat auch etwas Apartes.

Sodann mit einem deutlich über Siebzigjährigen Varianten zu analysieren, der mit einem Affenzacken dieses und jenes erkennt, immer noch, mit Leichtigkeit und abgeklärtem Humor, der ehrenamtlich Kindern und Jugendlichen die Spanische Eröffnung nahebringt, das rundet das Bild weiter ab.

Ich hätte es wahrscheinlich höchstens bis in die Zweite Bundesliga geschafft (außer – vielleicht – ich hätte schon sehr jung mit einem sehr guten Trainer angefangen), aber, ernsthaft, und doch ohne tierischen Ernst gespielt, ist es eben einfach ein sehr schönes, interessantes und lehrreiches Spiel.

Dass es das Leben insgesamt – zumal die Frauen – nicht abzubilden vermag, steht auf einem anderen Blatt.

Gescheiter als sich vor Langeweile am Rechner Dummdaddeln ist es aber allemal.

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