Schöne Neue Britenwelt: Televisor über alles!

In diesem Bericht auf SPON werden die wesentlichen Züge des gewaltigen Spargrogramms der neuen konservativ-liberalen britischen Regierung dargelegt, mit ein paar erwähnenswert pikanten Noten.

Dass das Militärbudget mit 8% Kürzung vergleichsweise milde betroffen ist, darf nicht sonderlich verwundern. Dass bei den Gesundheitsausgaben gar nicht gespart werden soll, ist immerhin nachvollziehbar.

Weniger lustig fände ich es als Brite schon, dass die Ausgaben für die öffentlichen Dienste, Umweltschutz und weitere wichtige Felder radikal betroffen sind, ich womöglich weggespart werde, während andererseits die Entwicklungshilfeausgaben stabil bleiben sollen. Dagegen zu sein, sollte man zwar für normal halten, ist aber wohl ebenso selbstverständlich politisch nicht korrekt…

Aber jetzt kommt’s: Justiz und Inneres (-28%) sowie Polizei (-16%).

In einer Zeit also, da Sozialleistungen massiv zurückgefahren werden, was sicherlich auch das Millionenheer an Moslems betreffen wird, und nicht nur die weiße Unterschicht (jedenfalls ist mir nicht bekannt, dass da grundsätzliche Unterschiede gemacht werden sollen, und wenn in der Praxis doch, so schürte das die Wut der indigenen Briten erst recht), ist im Lande mit ansteigender Kriminalität zu rechnen, und zumal mit sich verschärfenden Religions- und Rassenkonflikten.

Da es in Großbritannien selbst in den Jahren des Booms schon jede Menge “No-go-areas” für Weiße gab, teilweise schon Scharia-Gerichte tätig sind, kann das ja richtig lustig werden.

Der Clou britischen Humors aber ist dieser: Kürzung der Kulturausgaben um 28% – nur bei der BBC, also dem Staatsglotzodrom: 0%!!!

Ist ja irgendwie auch logisch (abgesehen davon natürlich, dass Fernsehen seltenst etwas mit Kultur zu tun hat): Wenn man sich vernünftigerweise kaum noch vor die Türe traut, der Museumsbesuch sowieso zu teuer wird, dann sollen die Leute zufrieden vor dem Fernseher sitzen, durch den die Regierung ihnen mit der berühmten stiff upper lip erklärt, dass man alles im Griff habe und der Bürger sich die Probleme im wesentlichen nur einbilde.

Im am meisten videoüberwachten Land der Erde (von einem Sparen an den Kameras hörte ich nichts) sollen die Leute wenigstens noch zufrieden vor den Televisoren sitzen können, um zwei Minuten frohe Mär aus Afghanistan und der Downing Street und hernach Stunden von Manchester United und der Orangenhaut der Gattin von David Beckham unbeschwert genießen zu dürfen.

Man sieht also: Die neue britische Regierung weiß genau, was sie tut und hat tatsächlich alles im Griff.

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