Drei Neue Nicks III

Amanita steckt in Schwierigkeiten: Ein HorstM hat ihr auf den Kopf zugesagt, sie spiele hier lediglich Spielchen und sie käme ganz typisch wie ein Mann ‘rüber, der, sich als Frau gerierend, lediglich echte Männer zum besten zu haben beabsichtigt.

Da der Typ nicht den Eindruck macht, als ob er sich noch einmal narren ließe, bärge ihn jetzt als paranoid-lächerlich und/oder ein bisserl pervers hinzustellen gewisse unkalkulierbare Risiken, so dass in Überlegung zu nehmen ist, Amanita entlang eines Kalauers einstweilen vermaskulinisieren zu lassen.

Gorg der Dritte derweil erlebt eine grandiose Zeit; es ist ihm gerade gelungen, eine Astrologin und eine Neue Hexe auf einen hilflosen Ufologen loszulassen, und nebenher hat er noch einem Chemtrailer zwei harte Defätisten aufs Brot geschmiert.

Einstweilen muss Mastrichter noch unter allerlei zwielichtigen Piratenfraktionen und jede Menge sonstigen Dahergelaufenen üben, angemessen zu schlichten und hernach neue Zwietracht zu säen, und er sieht auf dem Ausguck auch schon recht klar, dass letzeres nicht ohne ersteres zu bewerkstelligen sein wird, wenn es nachhaltig wirken soll.

Wir sehen hier ein typisches Problem: Wenn bereits unterschiedlichste Fraktionen mit ihren Haupt- und Hofnarren unterwegs sind, verlohnt es sich meist nicht, noch einen Narren unter Nick dazuzuschicken, es sei denn, man sieht die Chance als günstig, jetzt die endgültige Verwirrung, ein noch saftigeres Chaos, die Notbremse der Redaktion zu erzwingen.

Insofern sind wohldosierte Ordnungsrufe in solcher Lage oft die erste Wahl.

Man tritt staatsmännisch-verbindlich auf, erhebt sich ein wenig über das Geplänkel, aber verständnisvoll, nicht zu sehr, und alle sind dankbar und fressen einem erstmal aus der Hand.

Dann kann man beginnen, die Truppen aufzustellen, wobei es ratsamer ist, gleich mit einzubedenken, ob man einen dauerhaften Krieg führen lassen will oder einen kürzeren mit Entscheidung, und für welche Seite, oder ob der Gegenstand der Operation die Forumsvernichtung sein soll.

Außerdem sind Interdependenzen zu bedenken: Wie strahlen solche Entwicklungen aus und zurück?

Stark ist auch, einen eloquenten, immerzu geschickt zersetzenden Pessimisten in einem Forum zu etablieren: oft das beste Pferd im Stall, wenn es als nützlich bzw. einstweilen kaum anders möglich erscheint, das Geschehen laufen zu lassen, doch mit reichlich Sand im Getriebe und vermiester Stimmung.

Manchmal lässt sich dieser sogar in einem geschickten Tandem mit dem Hetzerlein zum Einsatz bringen: Der Pessimist hat allen klargemacht, dass ihr sämtliches Gewäsch nicht helfen wird, da kommt das Hetzerlein und stößt nach, den Rest nochmal verspottend, da hätten ja alle keinen Arsch in der Hose, und davonher müssten sie sich auch noch vom letzten Pessimisten verhohnepiepeln lassen, sie seien eben kleine Feiglinge, die nie wirklich Ross und Reiter nennten.

Daraufhin wartet der Pessimist ein wenig, bis dass er seinerseits nachlegt: So habe er es jederzeit kommen sehen, dass die Traumtänzer der Gutwelt über nicht lange in die Fänge von Obskuranten und extremistischen Hetzern geraten würden, wie sich ja eben als eingetroffen erzeige, ihn zumindest nicht wunder nehmen könne.

Da kann man die Gänse schnattern hören und die Esel schreien!

Um wieviel köstlicher noch, wenn man zwischenzeitlich die skeptisch-subtil Geile eingeführt hat, die der Veranstaltung den Todesstoß erteilt, indem sie also gefasst wie bestimmt wie mit etwas Bedauern erklärt, sie habe sich von dieser schon mehr versprochen, denn zwischen einem notorischen Schwarzseher und einem Bestellkasper zerrieben zu werden: da habe sie ihre Erwartungen wohl wieder einmal zu hoch angesetzt.

Zum Dessert gibt’s dann noch ein bisschen Dusche Marke Alter Zyniker.

Und bei Kaffee, Cognak und Zigarre kommt der alleserledigende Altfreak: „Ey Leute ey, wa’ habt ihr da fürn Stress hingelegt, beruhigt euch ma’, irgendwo is’ für jeden ‘nen Plätzchen, sach ich immer, de Pleite is wat für de Leute, die wat damit umjehen können. Nur nich de Köppe hängen lassen.“

Ja, der sukzessive Mehrfachnickseitenhieb vermag schon delektierliche Ergebnisse zu erzielen, bildet jedoch leider nicht der Weisheit letzter Schluss; denn es gibt die ruhig und besonnen Durchreitenden, die ihre Pferde galoppfähig gehalten, um alle Fallen herum, deren Auslegemuster und Wirkweisen begutachtend, derer man nie gänzlich sicher sein kann. Allerlei Ungemach dräut von jener Seite her.

Mannmannmann! Ich sehe gerade, dass dieser HorstM meine Amanita inzwischen auf homo anmacht, dass der Hahn kräht, während sich in Mastrichter ein vorgeblicher Pirat mit dem Nick „Ladeluke“ geradezu verbissen hat, ihn unterschwellig schon als Verfassungsschützer verdächtig macht, ein übler Knilch; und Gorg der Dritte läuft gerade auch ein wenig ins Sperrfeuer, nachdem die Hexe „Gwynefidditch“ sich mit der Astrologin „Capricornia“ angefreundet hat und der Ufologe „Erstkontaktiker“ ein solchenes mea culpa geplärrt, dass dieses Gezücht es mit dem Mitleiden bekam, verzieh, alsbald in retro ging und weibsflugs darauf erkannte, dass der üble, arglistige Macho Gorg es gewesen sei, der drei solch spirituelle Menschen wie sie widereinander geführt habe, was da beweise, dass er ein Hexenbrenner mit wahrscheinlich lauter Quadraten zwischen allen wichtigen Datanten in seinem Geburtshoroskop, alsomit ein übler Versager und Nachschleicher von Anbeginn, gewürzt mit weiteren Delikatessen (die eine meinte noch indirekt, er möge sein eigenes Gemächte filetieren, wer dabei die Hand ruhig hielte, habe diese hohe Kunst endgültig erlernt).

Ich glaube, Gorg der Dritte sagt jetzt erstmal nichts.

Amanita hat inzwischen dem Homo oder Pseudo-Homo ausgerichtet, er möge zuhause mit sich spielen gehen.

Nur Mastrichter fischt gerade noch mit einer Menge Leute herum, es sind noch mehr vorgebliche Piraten aufgetaucht, zumal „Kombüse“, „Sextant“ und „Schiffsratte“.

Segelsetzer kommt also nun zu seinem ersten Einsatz und erklärt erfreut, dass sich schon ein Leitkanonier, ein Koch, ein Steuermann und ein Erster Offizier oder Erster Maat gemeldet hätten: fast scheine es, als ob nur noch eine Deckmannschaft gefechtserpobter Haudegen anzuheuern wäre, und man könne in See stechen.

Na da schau her: Der Chemtrailer „Dissolvatus“ hat inzwischen die beiden Defätisten, „Shithappens“ und „Fuckemall“ sowas von pling die Ohren abgequatscht und sie mit Links zerdröselt, dass man hätte meinen können, sie frügen als nächstes nach dessen Spendenkonto, wofern die Nichtmehrdefätisten nicht gleich so sehr dem Dufte des Geheimnisvollen gefolgt wären, wie sie dies taten, als sie der gütigen Hexe und besorgten Astrologin gewahr wurden, worauf ihr esoterischer Wissenserlangungsfuror noch mächtiger in Gang kam.

Erstkontaktiker hat sich jedoch inzwischen als ein Hintenherummacho erwiesen (höhö), indem er mit beiden neuen Freundinnen abwechselnd schäkerte, selbst wenn die andere gerade nicht online war, alswelches ihm eine geharnischte, vorläufig endgültige Kontaktsperre von seiten Gwynefidditchs und Capricornias einbrachte.

Er schreibt jetzt Gorg den Dritten an und meint, er habe endlich begriffen, dass es egal sei, ob man den Macho heraushänge oder nicht, man bleibe eh einer, ob man nun wolle oder nicht, jedenfalls in den Augen übler Weiber. Da könne man ja denn auch gleich Fünfe grade sein lassen. Er danke sehr für die Vermittlung dieser Einsicht.

Na jetzt: Gwynefidditch und Capricornia schreiben an Gorg den Dritten, dass sie sich entschuldigen möchten, insonderheit im Zusammenhange mit bestimmten unklaren Anspielungen; Erstkontaktiker habe sich als ein exorbitanter Schleimbeutel erwiesen, dem sie (wörtlich!) auf den Seim gegangen seien, alswelches er gnadenlos für seine Machtspiele missbraucht habe, woran gemessen Gorgs männlich-herber Charme und eine gelegentliche kleine Grobheit in kaum vergleichbarer Weise verzeihlich sei.

Inzwischen haben es Mastrichter und Segelsetzer prächtig vermocht, Strahlkraft zu verbreiten, und ich habe die beiden so geschickt und im rechten Moment offen zusammengelegt, dass der Scherz passte und Segelsetzer jetzt, wie geplant, auf Mastrichter folgt.

Die anheuernden Freibeuter scheinen inzwischen so weit, als wollten sie die Hauptdatenbanken von Google und der NSA im Handstreich nur mit Enterhaken nehmen: Tausend sensible Dateien sind jedem Piraten als Prise versprochen.

Alles unter Kontrolle.

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Eine Antwort zu “Drei Neue Nicks III”

  1. Hallo Magnus,

    nimm’s mir bitte nicht übel, aber meinen hehren Vorsatz, zu jedem der drei Teile einen niveauvollen und dem Artikel zur Ehre gereichenden Senf zu liefern, muss ich nach dieser “strategisch-wortgewaltigen” Meisterleistung leider brechen.

    Da ich ein nur manchmal “undurchschaubarer” im Kern meiner Seele aber grundehrlicher Zeitgenosse bin, muss ich schlicht und ergreifend zugeben, dass ich da beim besten Willen nicht mithalten und -eifern kann …

    Doch das, was ich zuvor in ernster und ehrlicher Überzeugung zu diesem Mehrteiler und seinem deutlich erkennbaren Zweck geschrieben hatte, ist und bleibt davon nicht betroffen.

    Eventuell können wir das bei Gelegenheit – auf diesem oder auch jenem Wege – ja noch einmal vertiefend erörtern.

    Bis dahin, beste Grüße vom Adalbert.

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