Zurück ins Mittelalter: Deutschlands neuer Trend zur Großfamilie

Heute hörte ich es wieder auf meinem Bayernradio: einen Werbespot, der auf “Bayern München. One family.” endete.

Na hoppla.

Meine family besteht also aus Rumenigge, van Chaaal, dem bösen Magath nicht mehr, einem Frankosen mit Hosen, vielleicht einem neuen Brasilianer, Frau Lahm, den Rasenmähern und Stadionwächtern, Franchise-Vermarktern, Seehofers Katze, einer Brauerei, einer Schuhplattelei und einem werbenden Großkonzern.

Family sind also die letzten Loser bis hin zur Münchener High Society.

Eine moderne Patchworkfamily sozusagen.

Der Bauernseppel aus der Hallertau, die Schickse aus Schwabing, der Landrat vom Starnberger See, der Penner von den Isarauen, der japanische Student der Wirtschaftswissenschaften, also Leute wie Sie und ich, wir alle bilden bei Bayern München eine kommunitaristische family.

So schrieb ich kürzlich an den family chief: “Lieber Chief, meine Kids und ich sind aufrichtige family community Fans des FC Bayern, aber der Trip nach München ist so schwer einzuspacen in die halbwegs relaxte Knete, dass die Gespickteren von der family schon mal ein paar no-budget-tickets rüberloaden könnten.”

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: “Lieber Herr Göller, Ihr Anliegen ist so tadellos anständig wie nachvollziehbar. Allerdings scheinen Sie noch nicht verstanden zu haben, was eine echte ‘family’ ausmacht.

Eine family ist zunächst eine wirtschaftliche und emotionale Bedarfsgemeinschaft, in der Bedarf nicht einseitig angemeldet werden kann: Ihre Bedarfsart ist ubiquitär und muss daher den üblichen family deposit kosten.

Die Rabattstaffel auf Ihren family deposit, wenn Sie weitere family members werben, können Sie unten downloaden.

Mit den besten Wünschen der family

Ihr

FCB Family Chief”

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