Wikileaks: Der Name

Da fänden sich wohl noch so ein paar Urlaubsnotizen im Rückenfach des kleinen Rucksacks, doch ich will mich der Sache noch einmal spontan stellen, dem Markenzeichen “Wikileaks”.

Der zweite Teil des interessanten Kunstwortes, “leaks”, also “Lecks”, erscheint auf den ersten Blick nachvollziehbar und harmlos.

Also erstmal zu “Wiki”: Da ist die Anlehnung an “Wikipedia” nur allzu leicht auch für den Laien zu erkennen.

Nur, was soll es hier bedeuten?

Etwa, dass da jeder mitmachen kann?

Oder dass das Medium zuverlässig um desto unzuverlässiger wird, je heikler die Materie, jemand darin löscht und humst und manipuliert?

Dass es da alles gibt, so wie gleichzeitig auch nichts?

Dass diese junge Generation, nachdem man sie schon weitgehend verwikipediert hat, jetzt aus den Wikileckagen drängelnd gierig saufen werde?

Oder einfach nur die Mär vom Wir sind die Lieben?

Liebe Leute, dann müssen wir doch auf die Lecks zurückkommen.

Wer oder was leckt hier, und weshalb leckt es, und was läuft aus dem Leck, wie viel von was, wer weiß es, dass das läuft, was angenommenermaßen läuft, wer noch, wer prahlt nur von seinen Lecks, da er keine hat usw. usf. – ? – : solche und noch ambivalentere Fragen stellen sich logischerweise von dieser Seite her.

Also “Wiki” = für jeden Idioten/jedem Idioten plus “Leaks” = Lecks/ er, sie, es leckt .

Beispielsätze und -satzgefüge aus den beiden Elementen sind an dieser Stelle verzichtbar.

Aber Namen sind ja nur Schall und Rauch, und vielleicht hat der Finder den Namen nichtsahnend gesetzt, intuitiv, in innerlicher Revolte; oder aber der Namensspezialist dachte nicht an die Wiki-Achillesferse, oder er unterschätzte sie, oder er setzte sie mit Absicht.

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