Archiv für den Monat Juli 2010

Fliegen

Dienstag, 13. Juli 2010

Die wirklich letzte für heute zu Berichtende erstarb am Rande der Tastatur. Steinmetzhieb.

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Nur noch eine geklatscht

Dienstag, 13. Juli 2010

Das Unglaubliche, es scheint volltan: So oder ähnlich hätte es Goethe ausgdrückt.

Die vorläufig letzte Fliege erschlug ich von Hand, auf dem Stuhle, gut fünfzehn Zentimeter vor dem nachtgeschwächten Gemächte.

Inzwischen scheint aber – ist es hoffentlich nur eine Halluzination? – aus der Küche eine nachgerückt, wie als ob sie sich ob der Ehre ihrer Art rächen wollte.

Aber jetzt wird es mir bis morgen egal.

Außer ich erwische sie doch noch.

Es sind schon wieder zwei gegen nur einen Göller, verdammt.

Heul und Ende.

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Zwei an der Klatsche (III)

Dienstag, 13. Juli 2010

Die absolute Zweitbestintelligenzbestie aller Stubenfliegen, die meinem exterminatorischen Jagdinstinkt zu entkommen trachtete, indem sie nicht einmal mehr am Rande des Rotweinglases gefährdet sei, stürzte sich jetzt gleich ganz hinein.

Ob sie daselbst schon den Äthanoltod fand oder erst in meinem Magen der dort vorgehaltenen Salzsäure vollends erlag, vermag der Chronist nicht eindeutig zu berichten.

Eine schwirrt allerdings immer noch; deren tragisches Ende wird gegebenenfalls zu beweinen sein, wofern sie nicht in Bälde das Weite sucht.

Gewarnt ist sie.

Mit hinreichend Vernunft für einen rechtzeitigen geordnenten Rückzug ist auf solcherlei Restfeindesseite allerdings wohl nicht zu rechnen.

Also dräut auch hier der Ehrentod im Felde.

Merkwürdig, seit dreißig Sekunden höre und sehe ich nichts mehr.

Jetzt krabbelt das Sauvieh doch wieder auf meinem Fuß herum.

Na warte!

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Aphorismen 162

Dienstag, 13. Juli 2010

In fortgeschrittener Weisheit ist man froh, wenn einschlägige Leute einen für dumm halten: noch besser unfähig.

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Aphorismen 161

Dienstag, 13. Juli 2010

Der richtige Umgang mit dem für dumm Gehaltenwerden kann den Anfang von Weisheit begründen.

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Aphorismen 160

Dienstag, 13. Juli 2010

Mit der größte Spaß am Schreiben ist letztlich der wider die Gedankenstrafe; manchmal könnte man meinen, es ergäbe gar ohne Zensur gar keinen Sinn.

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Zwei an der Klatsche (II)

Montag, 12. Juli 2010

Inzwischen sind hier oben im Arbeitszimmer nur noch die klügsten Fliegen übrig.

Sie setzen sich auf Kanten, meiden hiebfähige Flächen und krabbeln in bei mir nicht seltenen, schwer hineinzutreffenden Chaos-Buchten auf dem Schreibtisch herum: und die echten Genies unter ihnen haben gar damit begonnen, sich auf den Rand des Weinglases zu setzen.

Ab jetzt wird es ein echter Endkampf, einer unter Titanen.

Die intelligenteste von allen inspiziert gerade mit offensichtlich großem wissenschaftlichen Interesse die Klatsche selbst.

Ich brauche jetzt dringend die zweite, jungfräuliche Geheimverschwörungsklatsche.

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Zwei an der Klatsche

Montag, 12. Juli 2010

“Nicht ist es mein Loos, Fliegenwedel zu sein.”

Dieses Zitat aus Nietzsches Zarathustra dürfte mir (einschließlich des doppelten “o”) richtig im Gedächtnis haften geblieben sein.

Aber die Fliegenklatsche – mein Sohn besorgt gerade eine zweite solche – liegt bei 35 Grad und 95% Luftfeuchtigkeit inzwischen neben der Tastatur, und ich betätige mich als Mörder wider all dies nervige Gekrabbel, wie als ob ich einer Fabel Wilhelm Buschs entsprungen wäre.

Manchmal wünschte man sich selbst in diesen postmodernsten Zeiten noch einen anständigen Diener sowie eine Kaltmamsell, die neben der Betreuung von Lachs, Forellencreme, Salat und Braten auch mal diskret zur Patsche griffe, den Hausherrn zu entlasten.

Bingo!

Eben waren es immerhin Zweie auf einen Streich.

Drecksgesindel.

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Endgrippenspiel

Montag, 12. Juli 2010

Ich wusste es von Anfang an: Die Schweinegrippe kann sich noch steigern.

Oder, was glauben Sie, weshalb der beste deutsche Spieler der WM Sebbi Schweinsteiger heißt?

Der Mann war so voll mit zerballackten Grippevirenbruchstücken als Fußball-Aphrodisiak, als legales porkines Bioaufputschmittel, dass er logischerweise nur von den Großiberern zu stoppen war, weil die sogar die doch überlegene Spanische Grippe noch als entscheidenden Vorteil nutzen konnten.

Eigentlich ein bisschen unfair.

Aber was ein wahrhaft ritterlicher deutscher Schweini ist, der klagt nicht, sondern kämpft, und wenn er dann trotzdem verliert, hofft er auf die nächste Pandemie.

Für 2014 soll in den Labors von Boehringer bereits die Brasilianische Fußballengrippe entwickelt werden, denn man ist von Rio bis Bahia fest davon überzeugt, dass die Holländer den Titelabonnenten nur aufgrund der kürzlich erfolgreich eingeführten Deichziegengrippe aus dem Turnier zu werfen in die Lage gesetzt waren.

Die Engländer, von Schweini grob abgemeiert, setzen derweil bereits für die Europameisterschaft auf die Golfstromgrippe, (weiterlesen…)

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Vuvu mit geschürzten Lippen

Montag, 12. Juli 2010

Am Samstag Abend wollte ich es spontan wissen.

Ich sprach einen jungen Mann im Deutschland-Trikot mit schwarz-rot-goldener Vuvuzela an mit der Bitte, mal durch das Teil blasen zu dürfen.

Zunächst brachte ich keinen vernünftigen Ton zustande.

Der Fachmann erklärte mir sodann, es sei ähnlich wie bei einer Trompete, die Lippenspannung müsse stimmen.

Nach zwei oder drei weiteren Versuchen war ich schließlich vuvukompetent, und es trötete mächtig.

Der Experte, der offenkundig vor der Schweinegrippe ebensowenig Angst wie vor dem Teufel hatte – hätte er mir sonst das Gerät geliehen? – , erklärte mir noch, er habe sich mehrfach sehr geärgert, da er nach deutschen Toren vor lauter Begeisterung nicht hinreichend konzentriert geblasen und damit auch keinen rechten Ton herausgebracht habe, nicht einmal einen linken.

Mein Verständnis hatte er.

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Lebenskunst

Montag, 12. Juli 2010

Bevor ich überhaupt damit anfange, weiterhin nicht zu arbeiten, möchte man mir erstmal noch ein Bier bringen.

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Endspiel: Immerhin ein athletischer Schiri

Montag, 12. Juli 2010

Das WM-Endspiel gestern war nicht besonders gut, da auf beiden Seiten jede Menge Chancen vergeben wurden; und brutal war es überdies, vor allem von der holländischen Seite her.

Aber es barg für mich auch zwei lustige Aspekte.

Erstens wissen die Niederländer jetzt genausogut wie die Deutschen, weshalb sie für die bankrotten Spanier bezahlen dürfen.

Zweitens war der Schiedsrichter vielleicht deshalb so milde, keine einzige Rote Karte zu zücken, weil er wohl jeden einzelnen anderen auf dem Platz hätte mit den bloßen Händen entsorgen können.

Er war jedenfalls der einzige Akteur, dem ich nun wirklich nicht einmal mit 27 als gut eingepickelter Steinmetz hätte verärgert im Dunkeln begegnen wollen.

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Aphorismen 159

Montag, 12. Juli 2010

Ich wollte die ganze Welt schütteln, wenn sie angesichts des frühen Todes noch eines Hochbegabten doch nicht bebt.

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Schafsmedium Online

Sonntag, 11. Juli 2010

Eben fand ich auf Spiegel-Online als Unterüberschrift das:

“Die deutsche Nationalmannschaft ist jung, erfolgshungrig und spielt spektakulär – das hat die WM 2010 deutlich gezeigt. Aber hat das Löw-Team schon Weltklasse-Niveau?”

Da hatte wohl wenigstens einIn RedakteurIn genug getrunken, im Gegensatz zu jenem amerikanischen Heldengenerale Petraeus, der bekanntlich wegen zu wenig Trinkens vor dem US-Kongress im Beichtstuhle zusammenbrach.

Wo fängt denn für diese Hamburger Außenalster-Käsekasper die Weltklasse an?

Frühestens im Finale, beim Tittengewinn oder erst oberhalb dessen?

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Roberts zu Clintons Lügen, Iran und Ölpest

Sonntag, 11. Juli 2010

Paul Craig Roberts fragt sich am Ende eines Artikels auf rense.com, weshalb Russland und China die USA gegen Iran so weitgehend gewähren lassen, wie es ihren Interessen normalerweise nicht entspricht.

“Perhaps Russia and China have decided to let the Americans over-reach until the country self-destructs.

On the other hand, perhaps everyone is miscalculating and more death and destruction is in the works than the world is counting on.

Like the Gulf of Mexico.”

(Vielleicht haben Russland und China beschlossen, die Amerikaner sich überdehnen zu lassen, bis sich das Land selbst zerstört. Andererseits verrechnet sich vielleicht jeder und mehr Tod und Zerstörung steht auf dem Plan, als die Welt darauf zählt. Wie der Golf von Mexiko.)

Ich belasse es jetzt vorerst beim Hinweis, dem Zitat und dessen Übersetzung.

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Aphorismen 158

Sonntag, 11. Juli 2010

Früher fochten Feldherren an vorderster Front: von daher ihr Name und ihr Gefolge.

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Aphorismen 157

Sonntag, 11. Juli 2010

Wenn die Schützen, Gefreiten, Ober-, Haupt-, Stabs- und Oberstabsgefreiten die Uffze, Stuffze und Feldwebel sorgsam weit hinter den Linien halten, um den Nachschub den LeutnantInnen und HauptmännInnen zu überlassen, haben die MajorInnen und OberstleutnantInnen endlich mal Zeit, den OberstInnen und GenerälInnen das Kämpfen an der Front beizubringen, so, dass der Krieg garantiert bald vorbei ist.

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Generäle zum Anfassen

Sonntag, 11. Juli 2010

Endlich mal ein ehrlicher US-General. Der designierte CENTCOM-Kommandeur meinte 2005, es mache einen höllischen Spaß, Menschen zu erschießen.

Der US-Verteidigungsminister nach erfolgtem Klärungsgespräch: “And I have every confidence that General Mattis will respond to questions and speak publicly about the matters for which he is responsible in an entirely appropriate way.”

(Und ich habe jedes Zutrauen, dass General Mattis in einer völlig angemessenen Weise auf Fragen antworten und öffentlich über die Angelegenheiten, für die er verantwortlich ist, sprechen wird.)

Und:

‘Robert Gates, the defence secretary, praised the four-star general as “one of the military’s most innovative and iconoclastic thinkers.” ‘

(R.G., der Verteidigungsminister, pries den Viersternegeneral – der auf dem Bild im Artikel nur drei hat und als Generalleutnant korrekterweise, Anm. von mir – als “einen der innovativsten und ikonoklastischsten Denker des Militärs”.)

Ikonoklastisch – zu Deutsch bilderstürmerisch? (weiterlesen…)

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Aphorismen 156

Samstag, 10. Juli 2010

Am schlimmsten sind bekanntlich gefühlsmäßig die Angriffe “aus den eigenen Reihen”: Da sie aber meist zunächst nicht tödlich verlaufen, geben sie einem auch die besten Warnsignale.

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Goldesel

Samstag, 10. Juli 2010

Eines muss man jenem notorischen Walter K. Eichelburg, dem prominentesten Goldmarktschreier des deutschen Sprachraums, neidlos lassen: Er kitzelt fast jede Untergangsgeilheit und egoistisch-utopistische Sottise aus den Leuten heraus, abgesehen von den vielen schönen Euros, die schon längst nichts mehr wert seien, außer dass man Gold dafür kaufen könne, welches man bald nicht mehr bekäme, schon praktisch nicht mehr bekommt, außer natürlich man klickt seine Seite an, wo es von diversen Händlern als jederzeit verfügbar angepriesen wird.

Idiotenkabinett.

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Aphorismen 155

Samstag, 10. Juli 2010

Die kleinen Dummschwätzer sollten Urlaubsdomizile im Kuhmisthaufen angeboten bekommen, die großen in der Schweinescheiße: mit dem einfachen erklärenden Begleitargument, dort sei ihnen selbst im Winter warm.

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