Ölhelden schmählich ungeehrt

Auf der abgesoffenen Ölplattform im Golf von Mexiko war man von Betreiberseite her so sehr um das Wohlergehen der dort Beschäftigten bemüht, dass man alle Alarmsysteme abschaltete, um die dortigen Mimöschen und Prinzen auf der Erbse nicht durch etwaige Fehlalarme nachts aus ihrem wohlverdienten Schlummer und ihren Himmelbettchen zu reißen, so erfährt man jetzt erst hier.

So etwas nenne ich echte Fürsorge durch vorbildliche Arbeitgeber.

Zumal: Spätestens nach dem dritten Fehlalarm hätten die sich wohl nur noch in der Koje herumgedreht, wie in der alten Geschichte vom Nachtwächter, der so oft grundlos “Feuer!” rief, bis keiner mehr ihn ernstnahm und die Stadt abbrannte, als es tatsächlich eines gab.

Also war dies auch noch eine sehr weise Anordnung.

Nur durch diese ist zu erklären, dass sich die meisten Ölarbeiter noch retten konnten und beherzt ins Meer sprangen, als die Plattform abbrannte; andernfalls hätten sie die ganze Sache sicher mehrheitlich oder gar alle verschlafen.

BP und Transocean sollten mindestens einen Ölindustrie-Bambi oder den Life Saving Award  2010 für diese uneigennützige Vorausschau bekommen; eigentlich hätten die Verantwortlichen alle eine Ehrenmedaille, von Präsident Obama auf einer großen, weltweit ausgestrahlten Supergala persönlich verliehen, verdient, mit Küsschen von der Präsidentengattin, Madonna, Shakira und was sonst noch so dazugehört.

Ich bin schon einigermaßen enttäuscht, nein, ehrlich gesagt, reichlich angefressen, dass man diesen selbstlosen Helden keinerlei Ehrungen zukommen lässt.

Ein echter Skandal.

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Eine Antwort zu “Ölhelden schmählich ungeehrt”

  1. [...] kann, beweist Magnus Göllner mit seinem Artikel Ölhelden schmählich ungeehrt, den er am 26. Juli auf seinem Blog Neues aus Hammelburg [...]

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