Aufsprecher

Wenn es ein Geschwätz gibt, das mich nervt, so ist es dasjenige davon, ein Autor oder Befragter (wäre “Interviewter” jetzt “more sophisticated” gewesen?) habe ganz besonders gewichtige Kunde von – selbstverständlich nicht genannten – “Insidern”.

Egal ob es um den Euro oder die Ölkatastrophe oder sonstwas geht, der gegelte Herr verfügt über erlesenste Informationen von “Insidern”, womöglich – nein oft – gleichzeitig beklagend, dass sonst praktisch nichts an die Öffentlichkeit dringe, und wenn, dass keiner Quellen angäbe (höhö!), da alles hinter verschlossenen Türen abliefe.

Sodann werden kräftig die Backen aufgeblasen, dass man selbst Zugang zu solch Erlauchten – gleichzeitig Verruchten, Bösen? – habe, natürlich ohne wirklich zu ihnen zu gehören, einfach weil man ein derartig toller Hecht sei.

Statt des Anglizismus’ “Insider” könnte man natürlich auch das Wort “Eingeweihte” verwenden, aber man weiß, ob instinktiv oder ob eines halbwegs geistigen Hintergrundes, dass die Verwendung dieses Wortes verfänglich wäre, denn in einer esoterischen Ecke bzw. Konnotation will man selbstverständlich nicht landen oder sich dort verheddern, so dass nicht nur ein Göller anfangen könnte, seinen gegründeten Spott auszugießen.

Der Gewichtigkeit, man käme an Nachrichten und interne Erwägungen selbst der übelsten Verschwörer heran, da man sich dort irgendwie ins Vertrauen geschlichen habe, will man sich aber dennoch nicht begeben, plustert sich also auf wie ein Pfau, ob dargebotener Erkenntnisse, die meist jeder, der weiß, wie man sucht, leichthin oder meinetwegen erst nach einer halben Stunde im Weltnetz findet, und schmiert also seine Fangemeinde aus, nach allen Regeln der Kunst der Deppendesinformation.

Mit mir nicht, Freunde der Nacht.

Am ärgerlichsten an diesem Verfahren ist, dass es regelmäßig auch dort angewendet wird, wo man vorgeblich kein Schafsmedium sein will.

Das Mindeste wäre, dass jemand bei derartigen “Insider”-Behauptungen immerhin ebenfalls behauptete, er könne deren Identität nicht preisgeben, da ihm selbst oder jenen sonst Gefahr für Leib und Leben drohe oder 250 Millionen Dollar Geldstrafe oder Knast.

Das mag der Konsument, wenn er in solcherlei Geheimes eingeweiht wird, dann glauben oder auch nicht.

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