Ölpest wundersam verschwunden

Wie gestern auf der zeitgeist-Hauptseite unter der Nachricht “Interesse an Ölpest schwindet” vermeldet, interessiere sich die Welt jetzt schon nicht mehr so sehr für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, bei YouTube-Videos, Suchbegriffen usw. habe bereits eine deutliche Flaute eingesetzt.

Das bedeutet natürlich mal wieder, dass der Göller irgendwie den letzten Schuss nicht gehört hat, indem er weiterhin hartnäckig wie ein Hornochse an einem Thema herumpfriemelt, das die Menschheit weniger zu betreffen scheint als die letzte von Dieter Bohlen ejakulierte Beleidigung eines Mini-Starlets oder der letzte Besenkammerbesuch Boris Beckers.

Bevor ich aber hier ob dieser Erkenntnis in haltlosem Selbstmitleiden vertrane, zwei Argumente dawider von meiner Seite.

Erstens muss gerade dann, wenn eine Sache dieser Dimension aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit rückt (von den Schafsmedien gerückt wird), erst recht weiter daran gearbeitet werden, auch wenn momentan mit anderem, irgendwelchem Gedöns vielleicht mehr Google-Punkte eingefahren und Seitenzugriffe generiert werden können.

Zweitens bin ich mir sehr sicher, dass der Wind sich schon nach dem ersten Hurrikan der Saison, der vom Golf her über die “Unfallstelle” hinweg gen Nordamerika landeinwärts zieht, sich ebenso zugig dreht, weil diese scheinbar schon halb vergessene Petitesse dort unten ganz plötzlich wieder an Medienwirbel,  zwangsläufig gewaltig an Fahrt aufnehmen wird, wenn der ganze Giftschlunz sich über Land abregnet.

Sollte allerdings ein Wunder geschehen, ein epochales, jesusmäßiges, nämlich, dass es diese Saison einfach mal keinen Wirbelsturm gibt, das Corexit, Benzol, Methylenchlorid, der Schwefelwasserstoff und all die anderen menschenfreundlichen Stoffe sich im Wortsinne unschädlich im Wasser und der Luft auflösen, dann waren alle die schafsmedial klug, die Videos und Texte zu “Germany’s Next Top Model”, “Die Unterhosensammlung von Jogi Löw”, “Wie Ihre Falten für immer verschwinden” usw. eingestellt haben, statt sich an einer Sache abzuplagen, die keinen Schwanz mehr interessiert.

“Schaun mer mal!”, sage ich da mit Franz, dem Kaiser.

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