Es ist ein bitterer Vergleich, und in mancher Hinsicht hinkt er auch: Flucht und Vertreibung aus den deutschen Ostgebieten 1945 versus Flucht vom Golf von Mexiko 2010.
In Amerika werden Stimmen laut, eine Evakuierung von 20-30 Millionen Menschen ins Hinterland, wenn sie denn doch notwendig würde, sei logistisch nicht wirklich zu bewältigen, totales Chaos werde ausbrechen.
Mag sein.
Wenn man aber bedenkt, dass die Ostvertriebenen in einem bitterkalten Winter zu Fuß mit Handkärren und Bündeln ins weitgehend zerstörte Restdeutschland fliehen mussten, fragt man sich schon, weshalb die schönen USA, mit intakten Eisenbahnlinien und Highways, Millionen Automobilen und LKWs, Sprit genug, in Friedenszeiten nicht in der Lage sein sollten, im Sommer, ihre Landsleute zu retten und aufzunehmen, in völlig verschonte, intakte Gebiete, mit funktionierender Nahrungsmittel-, Strom- und Wasserversorgung, unbeschädigten Gebäuden, unzerbombten Städten en masse, 2010.
Die meisten Deutschen, Greise, Frauen und Kinder allein, oft schon länger hungernd und ohne kräftige Männer, da jene an der Front oder gefallen, die den Weg nach Westen 1945 nicht überlebten, starben, wenn sie nicht erschlagen oder auf Todesmärschen erschossen oder Opfer von Tieffliegern wurden, an Hunger, Kälte und Entkräftung, drei Umständen also, die für die Bewohner der Golfregion so schnell nicht eintreten sollten.
Allerdings haben die Amerikaner, viele zumindest, vielleicht mit einigem Recht Angst vor sich selbst, davor, dass man die Menschen wird auf der Straße verrecken lassen, so wie dies in der Großen Depression Usus war, sie als unerwünschtes Lumpengesindel gegebenenfalls am Stadt- oder Dorfrand kurzerhand erschießt, ebenso wie als Mundräuber auf den Feldern.
So könnten die Todesursachen, die damals etwa zwei Millionen Deutsche dahinrafften, doch noch so ziemlich dieselben werden, wenn auch ohne Tiefflieger – obwohl, wer weiß – diesmal für Amerikaner, in den schönen USA im Winter 2010/2011.
Aber vielleicht passiert ja gar nichts davon, die Leute überstehen das bisschen Öl da unten (kalt wie an der Kurischen Nehrung wird es an dieser Küste sowieso nie, und man muss ja nicht jeden Tag Krabben essen) mit steifer Oberlippe, und es wird bald schöner als zuvor, so wie es der Präsident und Harvard-Stipendiat Obama, also nicht nur mächtigster Mann, sondern auch Absolvent der besten und berühmtesten Universität der Welt, fest versprochen hat.
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Tags: Massenflucht, Ölkatastrophe










