Ölschmierenjournaille

Hier kann man exemplarisch sehen, wie die übelste Sorte Schafsmedienjournalismus konkoktiert wird.

Es ist sozusagen viel schlimmer als schlimm oder auch als das Schlimmste, was man je zugab oder sich dachte oder morgen zugeben wird müssen, wie man selbst zugibt, dann aber auch wieder keineswegs so schlimm, wie irgendwelche Idioten es behaupten, da man ja selber gar nicht weiß, wie schlimm es ist, was all dies zwingend beweist, zumal deren Idiotentum:

http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2010/06/22/AR2010062205391.html

Hier nur ein paar Kostproben der Absurditäten der Argumentation, der unhaltbaren Volten, die diesen Artikel durchziehen:

“An enduring feature of the gulf oil spill is that, even when you think you’ve heard the worst-case scenario, there’s always another that’s even more dire.”

(Ein fortdauerndes Merkmal des Ölausflusses im Golf besteht darin, dass es wann immer man meint, das schlimmste Szenario gehört zu haben, ein weiteres noch übleres gibt.)

“The well is like something deranged, stronger than anyone anticipated.”

(Die Quelle gleicht etwas aus der Bahn Geratenem, stärker, als es irgendwer voraussah.)

“Even the most sober analysts are quick to say that this is such an unpredictable well that almost anything is possible.”

(Selbst die nüchternsten Analysten sind schnell mit der Aussage bei der Hand, dies sei eine derart unberechenbare Quelle, dass beinahe alles möglich ist.)

“But Tadeusz Patzek, a professor who is the chairman of the department of petroleum and geosystems engineering at the University of Texas, argues that the discussion has been hijacked by people who don’t know what they’re talking about.”

(Aber Tadeusz Patzek, Professor und Vorsitzender der Abteilung für Öl- und Geosysteme an der Universität von Texas, argumentiert, dass die Diskussion von Leuten unter den Nagel gerissen wurde, die nicht wissen, wovon sie reden.)

Sagenhafte Binnenlogik!

Dieses Schmierblatt, das zweitberühmteste der schönen USA nach der NYT, wird immer noch als “seriös” gehandelt, dieses notorische Kriegstreiber- und Nebelkerzeninstitut.

Jedem Oberschüler könnte man für so ein inhärent mehrfach völlig widersprüchliches, in sich total verqueres Geschreibsel, wie es da vom Stapel gelassen wird, im besten Fall eine Gnadenfünf geben, weil die Grammatik passt und die Orthographie selbst da stimmt, wo man sich nicht auf ein Rechtschreibprogramm velassen kann.

Wenn man das gewahrt, muss man schon an sich halten, nicht gleich ein großes Glas Malzwhisky herunterzustürzen und die Rechnung für eine ganze Kiste 33-jährigen Highland Park stante pede gen Washington zu schicken.

Solange solche Journalisten in den sogenannten “Qualitätsmedien” beschäftigt werden, darf man sich auch nicht wundern, dass diese Seuche dort ausbrach.

Und Leute, die meinen, alles sei Absicht, die man für Spinner halten möchte, am liebsten herzhaft auslachen, gewinnen vergleichsweise gar noch an Statur, wenn man diesen systemischen Irrsinn verbraten sieht.

Wer da in Punkto Aber- und Wahnwitz vorne liegt?

Der Mann von der Washington Post wird dafür jedenfalls sicher sehr ordentlich bezahlt, verkehrt in “feinsten Kreisen” und bekommt jederzeit Einlass bei den exklusivsten Cocktailparties der erhabensten US-Ostküstenmischpoke.

Wenn die so weitermachen, glaube ich zwar immer noch nicht an den Christengott, aber wenigstens an diverse leibhaftige Teufel.




Finanzkrise na und?

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