Elende im Gelände

Nicht zum Vergnügen will ich der Chronistenpflicht genügen:

Am achtzehnten Mai, also vor gut einer Woche, hörte ich durchaus von einem schweren Anschlag in Kabul mit NATO-Toten, gerade jetzt erst aber davon, vielleicht war ich auch zu neupfingstlerisch, dass bei jenem offensichtlich gezielten Angriff auf einen Konvoi nicht weniger als vier höhere US-Offiziere auf einmal den Tod fanden, zwei im Range eines Obersten, zwei Oberstleutnante.

Meines Wissens hatte es solch hochrangige militärische Opfer in Afghanistan seit Kriegsbeginn bislang auf NATO-Seiten nicht gegeben, was ja umso leichter erklärt, weshalb die Bedeutung, die solches auf die kämpfende Truppe entwickelt, nicht in den Schafsmedien dem ohnehin schon kriegszersetzerisch anfälligen Deutschen noch weiter nahegebracht ward, so wenig, wie der Vorfall selbst.

Über den Obersten gibt es nur noch ein paar Generäle dort “im Felde”.

Dann las ich noch:

“Die kommenden Monate werden die entscheidenden sein…”

Ich weiß wirklich nicht genau, wie lange ich diese Schafsmedienschakalmei schon vernehme, ganz recherchefrei sage ich mal fünf bis sieben Jahre, konservativ geschätzt.

Die kommenden Monate werden zweifelsfrei bis zur Entscheidung die entscheidenden sein, und bei der Anzahl Monde, die jetzt schon die kommenden waren, so das Kalkül, kommt es auf noch ein paar mehr Zyklen entscheidender Monate ja nu ooch nich mehr an…

Und zwischenzeitlich erreicht mich noch die Nachricht – es rumorte schon lange – , dass Briten wie Amerikaner im Felde so gar nicht zufrieden mit der Leistungsfähigkeit ihrer beiden hochmodernen Sturmgewehre seien, jedenfalls gemessen an der AK47, der 1947 aus dem deutschen Sturmgewehr 44 hervorgegangenen “Kalaschnikow” (der russsische Vollender hieß so).

Gemeinerweise nämlich, so heißt es, sei die AK47 mit ihrem größeren Kaliber gerade auf Entfernung von 300-400m treffsicherer und zumal durchschlagskräftiger; und merkwürdigerweise gibt es nun mysteriös viele Gefechte, heißt es, die ausgerechnet über diese Distanz ausgetragen werden, gerade wie als ob die Koranschüler etwas vom eigenen wie dem gegnerischen Schießeisen verstünden.

Vom G36, dem deutschen Sturmgewehr, das mit derselben Niedrigkaliber-Nato-Munition schießt, sind mir derlei Klagen nicht bekannt; das mag liegen, woran es will; auch ist nicht bekannt, dass Heckler&Koch-Läufe geglüht haben sollen.

Nun wird darüber natürlich außer hier bei mir öffentlich kaum geredet. Was es militärtechnisch bedeutet, wie dann auch strategisch in einem eben wesentlich infanteristisch geprägten Kriege, die eigenen Fußsoldaten mit Feuerwaffen ausgestattet zu haben, die nicht nur ob Empfindlichkeit und Handhabung keineswegs bestechen, sondern dann auch noch in Treffsicherheit und Durchschlagskraft über sechzig Jahre hinter der Zeit liegen, ist eine Art Offenbarungseid des Systems.

Nebenbei hörte ich schon vor längerer Zeit das Gerücht, die israelische Armee sei mit dem G36 ganz zufrieden…

Mag sein, dass das deutsche Gewehr tatsächlich besser, kühler, stabiler und wartungsärmer, bis über 600 Meter geradeausschießt: damit wird es den Krieg trotzdem nicht gewinnen.

Aber wenigstens nicht entscheidend verloren haben.

P.S.: Sollte das G36 im Einsatz wirklich signifikant besser sein, so ist der Ärger der britischen und amerikanischen Frontschweine, die mitansehen müssen, wie die bräsigen Deutschen mit den besten Sturmgewehren aus der Bierheimat faul auf dem Stützpunkt verdümpeln, während man selber Karabiner führt, die schon gegen die Wehrmacht in den letzten Zügen nicht viel getaugt hätten, noch umso mehr verständlich.

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