Englandkrise

Ich wage jetzt einmal eine steile These: die Griechenlandkrise sei weniger ob des Dollars sondern weit mehr ob des Pfundes heraufbeschworen worden.

Was haben die Vettern in Britannien denn noch zu bieten, außer Banken, Banken und nochmals Banken?

Manchester United stellt 50% der noch weltmarktfähig produzierenden Betriebe der Insel dar, und selbst der britische Soldat wünschte sich, er bekäme ein deutsches G36, das nicht heißläuft und dauerhaft geradeaus schießt.

Egal, wo ich in den letzten zwei Jahrzehnten in Westeuropa hinkam, ich sah nie ein vergleichbar heruntergekommenes, am Grunde bankrottes Land.

Selbst Leute, die sich, gemessen am europäischen Durchschnitt hervorragend verdienend, gerade mal eine Schimmelbude leisten konnten, vermeinten, kenntnislos, bei Preisen für Bier etc., dass der deutsche Hartzi vor dem Verdursten dann doch zum Volksaufstand griffe, sie lebten auf der besten aller Inseln.

Nun ist zwar England, abgesehen vom hilfswilligen Militär, den Globalisten im Grunde ziemlich egal, obschon, neben den Internaten, in denen man die eigenen Kinder ausbilden lässt, liegt dort immer noch die City, jene City of London, die Heilige Stadt in der großen Stadt, das vielleicht immer noch bedeutendste Drehkreuz der Bankster der Welt.

Mein Mitgefühl mit diesen Menschen hält sich zwar in Grenzen, aber es ist leicht nachvollziehbar, dass sie es für unangenehm beschwerlich erachteten, ihren Bienenkorb über Nacht versetzen zu müssen, von einem Orte weg, der sich über Jahrhunderte bewährt hat.

England ist so weit heruntergekommen, dass es nicht mehr um Schottland oder Amerika oder Indien geht, sondern nur noch um die City.

Die wiederum braucht ein stabiles England, sitzt damit in der Falle und probiert daher, was sie gelernt hat, mal aufs neue.

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2 Antworten zu “Englandkrise”

  1. almabu sagt:

    Spekulanten haben eine Gesinnung. Diese ist nicht an einen Ort gebunden. Es gibt sie überall! Deshalb sehe ich keinen besonderen Grund, warum die City of London mehr als New York oder Frankfurt oder andere für die Griechenland-Krise verantwortlich sein sollten? Wenn bestimmte Diskrepanzen zwischen Anspruch und Wirklichkeit eintreffen, die sich zu Geld machen lassen, dann schlagen Spekulanten zu, egal ob sie in Asien, Afrika, Europa oder Amerika sitzen. Ich sehe auch nicht wodurch sich die marode Lage Englands verbessern könnte, wenn einzelne, konkrete Spekulanten an der Krise verdienten? Dazu zahlen die in England viel zu wenig Steuern, was nebenbei mit zur Lage auf der Insel beiträgt…

  2. Magnus Wolf Göller sagt:

    @ almabu

    Ihre Argumentation ist stichhaltig, danke dafür.

    Ich sprach ja auch von einer “steilen These”.

    Allerdings lebt kein größeres europäisches Land so sehr von der Finanzwirtschaft und muss dabei fast die Hälfte seiner Lebensmittel inzwischen importieren und sonst jeden Stahlnagel, der noch durch eine Gipsplatte dringen können soll.

    Wenn es wirklich eng wird, hungern die Brits noch vor den Griechen (feucht frieren sowieso).

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