Ich hatte sie versteckt, wieder auf andere Weise, aber es half, wie praktisch immer, nichts.
Von den acht Lidl-Laugenstangen zum Aufbacken am Feiertage wurde mir auf Anfrage, ob allgemeiner Mittagshunger bestünde, vom Großen verneinend als aufgefunden berichtet, mit dem Hinweis, man sei so großzügig gewesen, mir wohlbedacht und extra eine davon übrigzulassen; überdies habe man das restliche Brot bislang wohlwollend verschont.
Dreieinhalb zu eins, in diesem Sport gibt es solche Ergebnisse regelmäßig.
Ob die Quote verletzter Polizisten zu verletzten “Demonstranten” heute ähnlich ausfallen wird, auf Veranstaltungen, die nur von der einen Seite als Sport betrachtet werden?
Ich habe jedenfalls erst einmal zehen Maiwürste gebraten und als Zeichen meines aktiven Widerstandes gleich drei davon vertilgt. (Eine liegt jetzt noch da, aber nur, weil ich dem Großen klarmachte, dass der Kleine nie und nimmer glauben werde, Papa habe aus Rache deren fünnef aufs Mal vertilgt, sich gut erinnernd, dass er selbst erst zwiefach hingelangt, den großen Bruder sofort als den Invasoren des Wurstreiches erkennen und darob ein fürchterliches Geschrei anstimmen werde und noch Wochen daran erinnern, was für ein übler Hundsfott hier im Hause stets die Würste wegfräße und sonst sowieso auch alles…)
Ob die wohl zuhause bräver wären, wenn ich sie gelegentlich rausschickte, ihre Vorstellungen der Nichtanerkennung von Autorität, mal so als Novum, am Maifeiertag an der Hammelburger Polizei auszutoben? – , müssten ja nicht gleich Steine sein, weiche Dreckbollen würden schon reichen, selbst Unflat der Rede, dass sie hier in der Hinterrhön sehr schnell die Grenzen ihres Tuns ordentlich gesteckt bekämen…
Dummerweise, und das untergräbt den zunächst wenn nicht genialen, so doch gefälligen Plan, träfen die Würfe und Anwürfe sehr schnell wiederum nur mich, denn die Hammelburger Diensthabenden wären sicher nicht nur so königlich-bayerisch pflichtbewusst wie immer und hätten schon deshalb die Lage binnen Minuten voll unter Kontrolle, ich eine Einbestellung nebst Anzeige, nein, sicherlich wären sie, stolz darauf, endlich auch einen Maikrawall betreuen zu dürfen in ihrem sonst so langweiligen Städtchen, dass ihr Diensteifer noch über das gewöhnlich schon als außerordentlich zu bezeichnende Maß hinauswüchse.
Gerade kommt mir der Gedanke, ob ich mir nicht schnell ein Schild malen solle, damit zum 200 Meter entfernten Hammelburger Marktplatz ausrücken, Aufschrift “Ich bin der Hammelburger Maiaufstand”, mal zu erproben, wie lange ich das durchhielte, zumal die Reaktionen des Publikums.
Da ich aber meine Brötchen (und die Lidl-Laugenstangen) noch immer nicht als Kabarettist verdiene, also aus einem solchen Auftritt mit versteckter Kamera sehr wahrscheinlich keinen beruflichen Aufstieg erzeugen kann, die Volksmassen wohl nicht johlen werden, will ich mich mal wieder bemüßigen mich zu bemäßigen.
Nun aber zwischenzeitlich mal Spaß beiseite: Zu einem zu beten, der für den Rest der Welt am Kreuz gestorben sein soll, ist auch am ersten Mai und auch nicht für deutsche Ordnungshüter meine Sache; klar ist für mich aber, dass brennende Barrikaden schwere vorsätzliche Brandstiftung bedeuten und gezielte Steinwürfe versuchte oder durchgeführte schwere Körperverletzung, beim gezielten Nahwurf auf einen unbehelmten Kopf gar Mordversuch oder Mord.
Das finde ich so unspaßig, wie ich meine, dass es zu verfolgen, unterbinden und abzuurteilen ist.
Widerlich ist in der Tat, wie – das zuvor war Satire, ich meine, da liegt der Fall anders – gewalttätige Krawalle in weiten Kreisen auch der Schafsmedien gewissermaßen als jährlich erheiternde Folklore gehandelt werden, man mit der Digitalspaßkamera oder dem Fotohandy johlend nebendransteht, des Spektakels frönend, das den Kiez ja erst so richtig zum geilen eigenen Kiez macht, mit dem man dann vor anderen im Chat angeben kann wie, früher, als man das noch sagen durfte, viele gesagt hätten, zehn nackete usw.
Das Problem an der Sache, abgesehen von den sonstigen Kosten, abgefackelten Autos oder geplünderten Geschäften, ist nämlich, dass der Polizeibeamte dorthin m u s s; und wenn er im Gefecht einen dummen Fehler macht, dann war es das mit seiner Laufbahn, denn irgendeiner von der Fotohandyfraktion twittert und versendet es direkt weiter, höchstwahrscheinlich.
Was man da mit Polizisten macht, macht die Polizisten auf Dauer sicher nicht besser und ist eine Schande für unser Land, für welche allerdings zuvörderst die Politik steht, die so etwas mit den eigenen Staatsdienern veranstaltet.
Brauchen wir erst einen toten Polizisten, bis der Aufschrei erfolgt, man statt normaler, am Ort des Geschehens durchführbarer Sicherheitsmaßnahmen wahrscheinlich wieder mehr Video-, Netz-, Handyüberwachung fordert?
Im Grunde wäre die Sache ziemlich einfach, für die Spaßmacher alsbald zu unspaßig und damit auch bald beendet.
1. Einzeltäter werden gezielt gegriffen, Filmmaterial wird auch in der Nachsuche nach der “Demo” konsequent ausgewertet und anhanddessen wird ebenso nachverfolgt. So etwas spricht sich herum.
2. Mobartige Ansammlungen werden eingekesselt. Daraufhin erfolgt der Aufruf, den Kessel kontolliert und friedlich zu verlassen; jeder, der noch nicht bei einer eindeutigen Straftat gefilmt worden sei, könne den Kessel ohne Aufnahme der Personalien, allerdings nur unvermummt, verlassen.
Wer indes bis nach der dreimaligen Aufforderung des Einsatzleiters im Kessel verbliebe, der werde mit allen anderen wegen des Verdachtes des schweren Landfriedensbruchs vorläufig festgenommen und selbstverständlich auch erkennungsdienstlich behandelt, wie sich dies bei einem solch schweren Verdacht gehört.
Natürlich sollte jeder aus so einem Kessel jederzeit herausdürfen, auch ohne Ansage.
Vielleicht wäre in Berlin auch noch eine Sonderdurchsage an die zahlreichen Hartz IV-Empfänger sinnreich: “Wer seine Geldstrafe nicht bezahlen kann, also der gewöhnliche Hartz-Empfänger, arbeitet diese leihweise vom Land Brandenburg zwangsverpflichtet, als landwirtschaftlicher Helfer ab.”
Wenn dieser Ansage Taten folgten, erwiese sie sich ebenfalls als sehr wirksam, da abschreckungsstark.
Und – fällt mir gerade ein – weshalb sollte man den applaudierenden Idioten mit den Handys nicht Fangprämien zahlen für jeden Steinewerfer, der mithilfe ihrer Aufnahmen überführt werden kann, so ‘nen Hunni pro Krawalli, das wäre, bei Zusicherung von Anonymität, für derlei Helden sicherlich ein Angebot.
Wer die meisten Erwins, Rolfs und Hans-Peters erwischt, dem wird das neueste Handy mit drei Jahren Superflat versprochen.
Dagegen hätte ich ganz im Ernst nichts.
Vielleicht nähme dadurch auch nur die Zahl der Handy-Johler ab; da indes jene die Sache geradezu befeuern, wäre auch schon etwas gewonnen.
Die meisten der sogenannten Demonstranten bekämpfen das “Schweinesystem”, das ihnen, leistungslos, ohne Unterlass, Unterkunft, Schnitzel, Bier und Gras bezahlt, da das wohl nicht genug ist.
Damit bilden sie das Deppenpendant zu den sehr viel intelligenter und großzügiger vom arbeitenden Rest lebenden Bankster.
Und auch die Jugendlichen, die bloß zum Spaß dabei sind, womöglich “aus besserem Hause”, sollten gezeigt bekommen, dass sie auf eine nicht hinnehmbare, zudem saublöde Weise rebellieren.
Alle diese Konsorten sollten sich mal beim Erdbeerenpflücken in der Niederlausitz kennen lernen, unter Polen, Tschechen und Ukrainern, das erweiterte nebenbei noch einmal volkspädagogisch wertvoll ihren sonstigen engen geistig-kulturellen Horizont.
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Tags: Maikrawalle















