Türkei in die EU?

Nochmal ein externer Kommentar, diesmal zur Frage: Türkei in die EU?
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Magnus Göller schrieb am 30.03.2010 um 17:26
Da die EU ein gänzlich undemokratisches, gleichwohl inzwischen in vielerlei Hinsicht staatsähnliches Gebilde ist (ein Malteser hat soviel Stimmrecht wie dreizehn Deutsche…), sollte ich mir wohl wünschen, die Türkei würde aufgenommen, um dem Lügenladen per Überdehnung vollends den Garaus zu machen.

Allein, die Folgen sind kaum absehbar, und deshalb bin ich gegen einen Beitritt der Türkei, schlicht aus ökonomischen, sozialen, und kulturellen Gründen (die Reihenfolge ist beliebig).

Zudem: Außer dem Zipfelchen Landmasse westlich von Istanbul weist die Türkei so gut wie keinerlei europäische Merkmale auf; es dürfen noch nicht einmal christliche Kirchen eröffnet werden; die Kurden sind weiterhin unterdrückt; was die “Rechtslage” anlangt, so ist die Geschichte mit YouTube nur ein Beispiel; die AKP flößt nicht mehr Vertrauen ein, als das kemalistische Militär.

Und natürlich lege ich auch keinen Wert auf kurdisch-türkische EU-Außengrenzen mit Syrien, irakisch Kurdistan und dem Iran; dort kann jederzeit eine neue Hölle losbrechen, das Israel-Palästina-Problem direkt dabei virulent, die Amerikaner stets am Zündeln, nördlich und östlich der Kaukasus mit seinen Kriegen, der Georgien-Konflikt, jener der Armenier mit Aserbaidschan, Abchasien, Adscharien, Ossetien, Tschetschenien, Inguschetien, weiß der Teufel, was noch alles kommt…

Ich als Deutscher habe genug von Krieg, will nicht, dass meine Söhne irgendwo zwischen Beirut, Erzurum, Teheran, Kabul und Karatschi in den geostrategischen Spielen unserer Weltenlenker verheizt werden; nein Danke; und darauf liefe es durch eine EU-Mitgliedschaft der Türkei, die die USA seit Jahren (unterderhand erklärtermaßen) zur Schwächung des Konkurrenten EU betreiben, noch umso wahrscheinlicher hinaus.

Und nebenbei noch an Israel-Firsters gerichtet: Da ist die Türkei ja wohl nicht erst seit dem Davoser Eklat zwischen Erdogan und Peres auch nicht mehr ganz der Kantonist, den man sich von jener Seite her wünscht…

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