Kotau

Ich habe heute anlässlich des Artikels “Die dänische Entschuldigung” von Lars Eriksen, am 1.3.10 erschienen auf “freitag.de” die folgenden Kommentare dort eingestellt, welche ich meinen Bloglesern nicht vorenthalten möchte.

(Hintergrund bildet die Entschuldigung der dänischen Zeitung “Politiken” bei acht Moslemorganisationen für den Nachdruck von Mohammed-Karikaturen des dänischen Zeichners Kurt Westergaard, der kürzlich knapp dem Mordanschlag eines moslemischen Fanatikers entging. Das Zitat am Anfang des zweiten Nachtrags bildete den Schluss des von Holger Hutt ins Deutsche übersetzten Artikels Eriksens. http://www.freitag.de/kultur/1008-jyllands-posten-politiken-berlingske-tidende-karikaturenstreit-daenemark-mohammed)

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Magnus Göller schrieb am 01.03.2010 um 23:33
Während die Hetz-, Schimpf- und Schandkanonaden gegen uns Westler, alle “Ungläubigen”, in unzähligen Madrassen gelehrt und in Tausenden Moscheen gepredigt, geflissentlich überhört bzw. als Folklore abgetan werden, “entschuldigt” sich nun eine dänische Zeitung für den Abdruck von Karikaturen, die viele Moslems als untragbar ansehen, im Gefolge von Morddrohungen, Warenboykott gegen ein ganzes Land, eines Mordanschlags.
Das ist, von der Politik komplett im Stich gelassen, also einerseits verständlich wie andererseits schändlich.
In Afghanistan sollen junge Deutsche bluten, um Tausende Kilometer fern der Heimat vorgeblich Frauenrechte etc. zu schützen, während es in Wirklichkeit nur um geostrategische Interessen geht, und zuhause stellt sich kein (un-)verantwortlicher Politiker gerade hin und erklärt, dass man bei uns eben nicht nur über den hier sehr viel mehr verehrten Jesus Christus und den Papst sowie das Christentum allgemein, sondern eben auch über Mohammed und den Islam Scherze machen bzw. diese auch scharf und satirisch angreifen dürfe.
Sicherlich darf man das in Saudi-Arabien und anderen moslemischen Ländern nicht, deren Sache; wir aber verlieren so Stück um Stück all das, was seit Martin Luther über Voltaire und die Aufklärung bis in die Neuzeit in Europa unter großen Opfern erkämpft wurde: unsere Freiheit.
Wer das will, der möge es auch bitte so sagen.
Ich werde ihm weder dafür noch sonst jemandem für die unzähligen Male, als vielleicht meine “religiösen Gefühle” von irgendjemandem in Deutschland oder auf der weiten Welt verletzt wurden, mit Mord drohen.
Mit heftigem Widerspruch wird er aber rechnen müssen; und das ganze Geeiere von wegen, das sei ja etwas ganz Anderes und irgendwie nicht vergleichbar, und man müsse ja irgendwie sonstnochwas von Verständnis und Augenmaß und Toleranz (wie bitte?)…blablabla, wird ebenfalls als die feige Heuchelei entlarvt werden, die sich so nunmal entwickelt hat, besser so entwickelt wurde, derer viele wahrscheinlich durchaus unbewusst aufgesessen sind, aber beileibe nicht alle, zumal nicht deren Protagonisten.
Man muss sich nicht wundern, dass Netzseiten wie “politically incorrect” regen Zulauf erhalten, wenn die eigene gewachsene Kultur Europas in dieser Weise Leuten geopfert wird, die ihrerseits die “Toleranz” des Islam für uns vorhaben.

Magnus Göller schrieb am 01.03.2010 um 23:52
Nachtrag
Noch ein wenig Klartext: Wieso sollte ich orchestrierte oder auch tatsächlich persönlich empfundene Wut von Menschen in Ländern, wo wahrscheinlich vor diesen Karikaturen kaum einer wusste, wo Dänemark überhaupt auf dem Globus zu finden sei, wie auch von solchen hier in Europa, die vielleicht schon davon gehört haben, dass man dort Speck mag und gerne mal einen Aquavit zwitschert, in irgendeiner Weise zum Maßstabe nehmen, solange diese nicht gegen Hände- und Köpfeabhacken sowie für gleiche Frauenrechte auf die Straße gehen?
Unvorstellbare, regelhafte Grausamkeiten sind kein Thema, aber wenn der Prophet “beleidigt” wird, dann sollen wir Westler uns alle noch fürchterlich schuldig fühlen und Abbitte leisten?
Leben wir denn im Tollhaus?

Magnus Göller schrieb am 02.03.2010 um 00:16
Nachtrag II
“In der islamischen Tradition wird der Entwurf und das Zeigen des Propheten als Blasphemie gewertet.”
Das beeindruckt mich ja ganz gewaltig. In meiner persönlichen Tradition wird das Steinigen einer “Ehebrecherin” als gemeinschaftlich begangener Mord gewertet, wöfür jeder einzelne Beteiligte entsprechend zu bestrafen ist.
Und die Ehelichung einer Sechsjährigen und deren Entjungferung im Alter von neun Jahren wird von mir als, wenn von den Eltern eingewilligt wurde, Kindersexsklavenhandel gewertet; andernfalls als Kindesentführung zum Behufe des fortgesetzten sexuellen Missbrauchs; den anschließenden “Vollzug der Ehe” werte ich in meiner Tradition als schweren Kindesmissbrauch, unabhängig davon, ob eine Vergewaltigung im engeren Sinne noch nötig wurde, oder auch nicht (Aische).
Habe ich jetzt etwas gesagt, das die Redaktion lieber löscht, da ich etwa gegen “Netiquette” oder “AGB” verstieß?
War das Verbreiten einer publizistisch untragbaren, gar “gefährlich reaktionären” Rechtsauffassung?

P.S. (Nur hier und von mir bis jetzt nicht auf Freitag.de eigens nochmal hervorgehobenes Bonbon): Der Rechtsanwalt, der die Vereinbarung im Sinne seiner moslemischen Kläger aushandelte, hiemit den Kotau der dänischen Zeitung, war laut Artikel ein Saudi-Araber namens Faisal Yamani…

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