Technik, die entgeistert (Todessprung durch Technik)

Ich besitze zwar seit ein paar Jahren kein Auto mehr, hatte es aber davor geschafft, privat wie beruflich bedingt, über zwanzig Jahre lang unfallfrei so ziemlich alles mal unter den Hintern zu bekommen, was ohne LKW- bzw. Busführerschein bewegt werden darf, von der alten Kastenente über so ziemlich alle Automarken und -typen jeglicher Größe und Motorisierung, bis hin zum Methusalem-7,5-Tonner, alten, ausgeleierten Pritschenkübeln, oft mit Hänger…(meine Präferenzen nennte ich jetzt gerne, aber dies ist nicht der Ort für Werbung).

In welche Mobile mich allerdings die berühmten zehn Pferde nicht hinters Steuer brächten, nicht mal wenn der Papst daneben für uns betete, das sind jene modernen Luxuslimousinen, die nicht nur über Servo, Tempostat, ABS und derlei nützliche Einrichtungen verfügen, sondern über einen Bordcomputer, der GAS GIBT ODER BREMST, WENN  E R(!) DAS FÜR RICHTIG HÄLT!

Nicht erst seit dem Tode Jörg Haiders, anlässlich dessen auch darüber spekuliert wurde, man könne den Bordcomputer seines Phaeton manipuliert oder gar per Funk ferngesteuert haben, um ihn ins Jenseits zu befördern, hat sich dieser Gedanke bei mir festgesetzt.

Die Vorstellung, dass so ein Geschoss plötzlich mit 300 PS beschleunigt, während ich das so gerade gar nicht brauchen kann, oder mit ich weiß nicht wie vielen Superscheibenbremsen verzögert, mir dabei nach Gusto womöglich genau dann, wenn es mir besonders nützlich erschiene, etwas sehen zu können, diverse Airbags ins Gesicht und lateralerseits gen meinen Leib jagte, gefällt mir nicht im mindesten.

Abgesehen von der Möglichkeit der Manipulation oder einer auch nur schlampigen Einstellung bei der Inspektion: Wer hat noch nie davon gehört, dass Computer sich immer wieder ohne ersichtlichen Grund “aufhängen”, den Dienst allgemein verweigern, plötzlich nicht erteilte Befehle ausführen, “abstürzen”, vulgo auch “einfach abkacken”?

Man mag mir entgegenhalten, dass doch in der Luftfahrt der Autopilot seit Jahren gang und gäbe sei; ja, das ist richtig, aber bei Start und Landung passt immer noch der jeweilig Pilot sehr genau auf, und sonst in der Luft, da wird er sofort merken, wenn der Flieger sich ungewollt verselbständigt, auf manuelle Steuerung umschalten können, bevor er auf der Nase liegt, denn dort oben gibt es vergleichsweise wenige Hindernisse wie etwa Betonmauern, die bereits nach einem denkbar kurzen Traktions- bzw. Spurverlust unabwendbar z.B. bereits aufs Gras gerutscht zu rammen wären, ohne dass selbst ein Michael Schuhmacher noch Zeit hätte, irgendetwas zu unternehmen, selbst wenn das Mobil wenigstens noch eine teilweise Steuerung von dessen Seite akzeptierte, bzw. wäre es schon passiert binnen der Zehntelsekunde, die selbst so ein Künstler zum Umschalten auf manuelle Steuerung benötigte.

P.S.: Frau Käßmann wird jetzt erstmal keinen Phaeton mehr steuern bzw. sich von diesem steuern lassen. Vielleicht hat ihr zwar nicht der eher spröde Jahwe, aber immerhin ihr stets gut gelaunter Getreuer Bacchus schlicht das Leben gerettet. (Always look on the bright side of life, Frau Bischöfin!)

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