Lust am Schmerz

Ich habe nun wirklich keinen Gefallen an Schmerzen, dazu kenne ich sie zu gut und in gar zu unspaßiger Form; weder daran, diese sadistisch anderen noch sie mir masochistisch selbst zuzufügen oder auch nur sie zu erdulden.

Aber vielleicht kann ich das Phänomen der Lust am Schmerz inzwischen doch ein Stück weit erklären: Irgendeiner hatte vielleicht in der härtesten Not die skurrile, für ihn womöglich rettend wirkende Idee, Schmerz zur lustigen Sache zu erklären; und da es zu jeder, zumal ihres halbwegs vernünftig erscheinenden Kontextes entkleideten, hiemit abstrusen Idee Leute gibt, die ihr also blind wie blöde, Heil heischend, folgen, siehe die diesbezüglichen erbärmlichen Kalauer diverser Religionen, ist heute der Sadomasochismus wie die Selbstgeißelung nicht nur innerhalb dieser weit verbreitet.

Mal einen Witz über eigene Schmerzen zu reißen, mag mitunter befreiend wirken; diese selbst zu mögen, ist indes ein ganz anderes Ding.

Was viele Religionen anlangt, so kann man allerdings nicht nur bei den abrahamitischen den Eindruck gewinnen, als dass sie erst dann so richtig Fahrt aufnähmen, wenn eine Art wohliger Schmerz die Gläubigen durchdringt.

Der Mensch ist mitunter schon ein seltsames Stück Rindviech.

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