Klimawandel ist klasse

Wenn das Olivenöl im Küchenregal in der Flasche ausflockt und der Aquavit im Windfang die perfekte Temperatur hat, der Kühlschrank als Warmhaltefach dient, dann nimmt man den Klimawandel so langsam ernst.

Man fühlt sich dabei auch irgendwie heldisch und altruistisch zumal: Anderswo, wahrscheinlich schon in Ligurien, können die Leute dafür zu Weihnachten in Hotpants zum Einkaufen gehen.

Meine ausgekühlten alten Füße sind also umgekehrt die orangenhautfreien, überaus ansehnlichen nackten Jungweiberbeinchen an der italienischen Riviera, die ich mir zum Lohne und Ausgleich im Netz angucken kann.

All dies habe ich den Autofahrern, den Kohlekraftwerken in China, den Dampfsabblern in Kopenhagen und überdies den von mir so geliebten Schafsmedien zu verdanken, die mich auf den Weg des rechten Glaubens brachten.

Seit ich an die menschengemachte Erderwärmung glaube, wird mir kaum noch richtig kalt; ich sage mir einfach, dass ich mir das nur einbilde; dann hole ich den Aquavit, und der Tag beginnt, wie als ob ich schon lange ein gelassen-fröhlicher Russe wäre, dem sein Vaterland Mütterchen und der Frost Väterchen heißt.

P. S. : Und noch was Praktisches: Als ich heute Morgen die Kellerklappe aufmachte, fiel mir wiederum auf, dass der für die Winterkartoffeln eigentlich zu feucht und zu warm sei; ich habe die Klappe jetzt offengelassen und lasse ihn nach dem Prinzip der aufsteigenden warmen Luft gleichzeitig auskühlen, während ich damit absolut killergasfrei den Flur beheize.

Ein gutes Gewissen ist das beste Wärmekissen.

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Eine Antwort zu “Klimawandel ist klasse”

  1. Thomas sagt:

    Da is nix mit nackten Weibern am Strand in Ligurien, hier ist es ebenfalls schweinekalt, siehe http://www.dicat.unige.it/meteo/

    Gruß aus Genua,
    Thomas

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