Al Guru

Seinen Guru achtet man nicht nur, man lässt ihm alle kosmische wie zumal terrestrische Liebe zuströmen: am besten viel Geld.

Gurus, die in Sack und Asche gehen, ich muss es pietätsloserweise kurz vor dem Christfest so hart und unmissverständlich sagen, sind megaout.

Im Oberklimakillerland Indien mag es noch ein paar dieser verkifften Bußprediger geben, auf auch sonst streng vegetarischem Auskommen vegetierend; in den aufgeklärten Staaten des Westens indes wird ein Klimaretter ohne Privathubschrauber wenig geachtet.

In Dubai gar, wo man längst gelernt hat, wie man 800-Meter-Türme auf Pump auf Sand baut, sollten selbst die philippinischen Putzfrauen und die pakistanischen Stiefelknechte eines anständigen Gurus wenigstens Business-Class fliegen: sonst wird der Guru erst gar nicht ins Land gelassen.

Dieser Baghwan selig bildete also im Stammland der Gurus mit seinen 26 Rolls-Royce-Limousinen vor seinen im Matsch singenden und kopulierenden Jüngern die echte postmoderne Avantgarde: In seiner überirdischen Spiritualität hat er sie wahrscheinlich noch nicht ein einziges Mal auch nur gezählt.

Wir sehen also, wozu der menschliche Geist fähig ist, wenn er sich der Nöte der Gemeinen nur hinreichend enthebt; ein echtes Vorbild kann nur sein, wer vom Plebs als völlig entrückt anerkannt wird.

Darumb spare ich jetzt schon für meinen Privathubschrauber und lege nur selten mal einen Scheit Holz nach in den Ofen: Ich will es schließlich auch noch zu etwas bringen!

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