Ernst M. Pfitzler

Er könnte sich natürlich auch Walter S. Börne heißen oder Kevin F. Meyer oder Rüdiger L. Safransky oder Holger V. Giacometti oder…

Nun, jedem Tierchen sein Plaisierchen.

Wer verschriftetermaßen einen Großbuchstaben nebst Punkt, gesprochenermaßen ein “Emm” (nach drei Joints vielleicht auch “Ähm”), “Ess”, “Eff”, “Ell(e)” (da lacht der Franzose), “Vau”, “Oh” oder auch “Weh” zwischen seinem ersten Ruf- und seinem Familiennamen verortet haben möchte, dem rufe ich natürlich zu: “It’s a free country!”

Und in der Tat, diese Mode, Namen in der Mitte durch Initialen aufzublasen, stammt aus Amerika; aber während Zippo-Feuerzeuge und Gerber-Messer auch mit deutschem Sprit zünden sowie deutsche Galgenstricke kappen, sehe ich das für dieses Importprodukt anders.

Im Englischen nämlich ist das “E” (buchstabiert wie das deutsche “I”), der einzige Vokal, der singulär, also nicht als Diphtong (Doppellaut) oder gar “Ju”, für “U”, buchstabiert wird.

Des weiteren wären da die Konsonanten, die als “Bi”, “Si”, “Di”… buchstabiert werden, im Deutschen jedoch auf “E” enden, wodurch der Sprachfluss häufig behindert wird (zumal vor folgendem Vokal).

Viel tiefer will ich in den Vergleich jetzt nicht eindringen, aber z. B. ein Mark Y. Webber legt sich auf Englisch einen hollywoodtauglichen Stabreim in den Namen, während wenigstens ein Mark Ypsilon Weber vielleicht doch zur orthographischen Besinnung bezüglich seines Namens kommen sollte.

Ich sage einfach mal, es sieht praktisch immer bescheuert aus und klingt ebenso disparat.

Außerdem fragt man sich immer: Heißt der Holger V. Giacometti jetzt Veit, Valentin, Vittorio oder Vurzelsepp?

Und der Ernst M. Pfitzler, heißt der bloß Manfred oder Michael, oder etwa doch Moishe, Maria oder Mehmet?

So kann man sich natürlich auf seine Art auch interessant machen.

Aber der Eindruck bleibt, abgesehen vom oben kurz angerissenen, doch immer bestehen, dass der erste Rufname mit dem Familiennamen entweder phonetisch-prosodisch nicht zusammenpasst, da er von diesbezüglich etwas weniger begabten Eltern dazugedichtet wurde, so dass noch ein Füllsel nützlich erscheint; dann wiederum muss der zweite Rufname in Gänze dargebracht die Sache wahrscheinlich noch mehr verhunzen, denn sonst würde er ja zu diesem Behufe genutzt; oder aber der Namensträger traut sich nicht, richtig Flagge zu zeigen und entscheidet sich daher für weder Fisch noch Fleisch.

P.S.: Der an diesem Phänomen hierüber hinaus Interessierte prüfe mal beiläufig, in welchen Branchen und von wem diese Krüppelnamen bevorzugt benutzt werden; signifikante Häufungen wird man leicht feststellen können.

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