Der SPIEGEL beschreibt diese Woche unter dem Titel “Legale Korruption” wie tausende niedergelassene Ärzte sich von dem Arzneimittelhersteller Ratiopharm dafür “belohnen” ließen, dessen Medikamente statt derer billigerer Hersteller zu verschreiben.
Dies führte zu massenweise Ermittlungsverfahren bundesweit, aber bisher und wahrscheinlich auch weiterhin ohne Konsequenzen, da das geltende Recht vorgeblich keine Handhabe gegen die korrupten Mediziner biete, also die Leute, welche laut Statistik im Durchschnitt nur etwa 12-15000 Euro monatlichen Vorsteuergewinn, völlig auf dem Zahnfleisch kriechend, gerade noch mit letzter Kraft dem Finanzamt zu melden in der Lage sind.
Bei solch geringen Einkommen handeln die Ärzte offenkundig als Wirtschaftssubjekte in Notwehr: Ohne ein ordentliches Zubrot von der Pharmaindustrie müssten unsere tüchtigen Gesundwerker wohl scharenweise Hartz-Empfängern bei den Tafeln Konkurrenz machen, um nicht mitsamt ihren Familien eines elenden Auszehrungstodes zu sterben.
Das kann natürlich kein vernünftiger Mensch wollen; daher ist es auch völlig in Ordnung, dass Krankenhäuser Medizinern Kopfprämien für Überweisungen bezahlen; schließlich muss jeder erbeutete Patient ja etwas extra abwerfen, und die Krankenhäuser brauchen selbstverständlich dringend viele Kranke, um ihre Kosten decken und damit für uns dasein zu können.
Das ist in der Tat eine demütigende Situation für die Ärzte; ich meine aber, dass das Armutsdilemma mittels eines garantierten Grundeinkommens von 25000 Euro pro Monat für alle niedergelassenen Ärzte, egal, wie viele Drogen sie verschreiben oder wie viele Menschen sie in Kliniken überweisen, relativ unbürokratisch und der Volksgesundheit förderlich zu lösen wäre.
Dazu sollten Kopfprämien von 500 Euro für jeden Patienten ausgelobt werden, den ein Arzt ohne Medikation oder Kliniküberweisung als Hypochonder nach Hause schickt: Man bedenke, dass schon ein Krankenhaustag denselben Betrag kosten kann.
Nur wenn der Staat, bzw. die Kassen als aktive Konkurrenten gegenüber den Pharmaherstellen und Krankenhäusern auftreten, kann das akute Armutsproblem der niedergelassenen Ärzte auf eine marktwirtschaftlich sinnvolle Weise gelöst werden.
Ich werde bei der Bundestagswahl daher die FDP wählen, denn das dürfte in diesem Sinne die durchsetzungsfähigste Partei sein, welche uns alle heldenhaft durch die segensreiche Entfesselung der Kräfte des freien Marktes davor rettet, dass die Krankheitsversorgung zusammenbricht, indem unsere Ärzte doch, Hungers nicht völlig entkräftet, weiterhin in die Lage gesetzt werden, uns wenigstens existenzsichernd an den Meistbietenden zu verkaufen.
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