Die Unrättin

Laut FAZ heutigen Datums ist gemäß jüngsten Umfragen (14% Linksparteiwähler) circa jeder siebte Deutsche eine Ratte.

Jedenfalls ist eine Journalistin namens Kerstin Schwenn dieser Ansicht, denn sie bezeichnet unter der Überschrift “Die Rattenfänger” im Witschaftsleitartikel Politiker der Linkspartei als solche (Lafontaine und Gysi werden im Artikel namentlich erwähnt): “…zu schön locken die Flötentöne der Linkspartei-Spitzenpolitiker, deren Melodien mancher nachzuspielen geneigt ist.”

Nun bin ich natürlich sehr froh darüber, dass mir am 27. September die Wahl bleibt, ob die Nichträttin der angesehensten deutschen Tageszeitung mich nebst meinen eventuellen Miträttinnen und Mitratten (eine Frau kann sich wohl erlauben, erstere “ungegendert” unter die Ratten zu subsumieren) als eines der Pest und Cholera verbreitenden Nagetiere ansehen wird oder nicht. Wegen des Wahlgeheimnisses könnte ich mich sogar zum Geheimrattenbock (stammt etymologisch von Geheimrat ab) hinankreuzen…

Was mich an der Linkspartei alles nervt und abstößt (der Gender-Humbug gehört eindeutig dazu), habe ich hier schon dargelegt, auch, dass ich diese nicht wählen werde, wofern sie nicht noch die Uran-Todesstaub-Erdverseucher der NATO vor der Wahl deutlich an den Pranger stellt, mit denen die altehrwürdige Frankfurter Allgemeine sich bekanntlich bestens versteht.

Als Franz-Josef Strauß selig einst Journalisten als “Ratten und Schmeißfliegen” bezeichnete, war das Geschrei groß, und er wurde schnell in den berüchtigten Vergleich mit der NS-Zeit gerückt, in der es ähnliche Äußerungen gegenüber Juden gab.

Nun traue ich dem Juden Gysi ohne weiteres den Humor zu, sich bei der Journalistin dafür zu bedanken, dass sie ihn immerhin als Rattenfänger bezeichnet hat und nicht selbst als Ratte, lediglich implizit seine Gefolgschaft.

Der Rattenfänger von Hameln übrigens befreite den Ort vereinbarungsgemäß von der tödlichen Plage, worauf der Rat ihm den versprochenen Lohn vorenthielt. Erst danach führte er die Kinder auf Nimmerwiedersehen aus der Stadt.

Ich überlasse es weiterhin der unrättig eifrigen Schreibfrau, diesen Zusammenhang wirtschaftstheoretisch zu interpretieren und textsemantisch etwas sinnreicher in ihre Verleumdungsstrategie einzubinden, damit ihr das Thema nicht noch flöten geht.

Erfahrene Nachhilfelehrer dafür wird sie in ihrer Redaktion sicherlich leicht finden.

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