Hirn im Döz?

Inzwischen dürfte Deutschland das einzige Land dieses Planeten sein (habe ich die Nachrichten in Vanuatu übersehen?), dessen führende Politiker sich weiterhin weigern, den Krieg in Afghanistan einen Krieg zu nennen.

Die Idee, dass auch Deutsche einmal etwas besser wissen könnten als der Rest, ist mir zwar nicht grundsätzlich fremd, denn immerhin können wir unter anderen auf Gutenberg (nicht Guttenberg!), Gauss und Nietzsche verweisen, denen dies einigermaßen mühelos gelang.

In diesem Falle aber handelt es sich um eine grotesk-peinliche Form der politischen Lügenesoterik, die so durchsichtig wie dumm daherkommt.

Nachdem es mit der Demokratie in Afghanistan angesichts der massiven, nicht wegzuleugnenden Wahlfälschungen nicht so recht klappt, auch die Bedrohung für unsere Sicherheit zuhause nicht recht zur nötigen Verängstigung des deutschen Volkes reicht, versucht man es jetzt wieder mit den Mädchen, die nicht zur Schule gehen könnten, wenn die Nato mit ihren Bomben nicht dafür einstünde.

Acht Jahre Krieg und immer nur noch mehr Tod und Elend!

Da die vor den USA kriechenden deutschen Politiker das Volk mit ihrem Nichtkrieg für das Gute immer weniger zu überzeugen vermögen, obzwar ihnen das ganze Instrumentarium der Staats- und sonstigen willigen Schafsmedien immer noch weitestgehend ungeteilt zur Verfügung steht (was normalerweise für so ziemlich jeden Mist reicht), kommen jetzt die besonderen Experten ins Spiel, die meinen, man müsse das Ganze besser, “proaktiver” (netter Pleonasmus!) kommunizieren.

Einen auf solches spezialisierten Professor, dessen Einlassungen ich dazu heute las, möchte ich nicht mittels Nennung seines Namens ehren: Er meint, die Politiker hätten so ziemlich alles falsch gemacht und müssten den Deutschen jetzt endlich erklären, weshalb man eigentlich dort sei, und sein Schluss waren jene Mädchenschulen und Lafontaine als übler Bauernfänger.

Vielleicht sollten wir ja auch mehr Frauenrechte in den Vatikan bomben, oder nach Saudi-Arabien, oder nach Tibet, wofern dort heilig noch die Lamas herrschten und nicht China?

Manchmal überkommt mich ein Moment, an dem ich solchen Leuten das Übel an den eigenen Leib wünschen möchte, das sie mit ihren losen Lügen über die Welt bringen.

P.S.: Vor ein paar Tagen sah ich beim Lidl eine Frau Oberleutnant im Kampfanzug, langes strohblondes dünnes Haar, dicke Brille, Mitte zwanzig, Gesichtsausdruck Einfalt pur, Schenkel, dass beim Leistungsmarsch ob der Reibungshitze wohl die ganze Kompanie gewärmt werden könnte, wenn schon nicht der Tornister getragen, und ich fragte mich wiederum, auf welchem Sonnentrabanten ich eigentlich hause. Das Verhältnis von Unten zu Oben war so angelegt (werde ich jetzt etwa Zartbesaiteten zu boshaft, allein mit Worten, während Menschen an diesem Irrsinn sterben? – Bitteschön!), dass nur noch zu hoffen bleibt, Frau Offiziers Hirn sitzt im Hintern statt im Kopf.

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