Shakespeare befruchtet Wien

Ich war im Wiener Burgtheater. Die Schauspieler gaben sich redlich Mühe. Sie mussten sich gegenseitig fesseln, anfressen, peitschen, Fruchtwasser, Urin und Menstruationsblut trinken, ihren eigenen frischen Kot verkonsumieren, vorwiegend anal kopulieren und in den Begattungspausen mit verschiedenen europäischen und asiatischen Gemüsesorten in den jeweilig interessanten Körperöffnungen über die Bühne mäandern, unter den Tönen eines verrappten “Freiheit schöner Götter Funken”, Faunengrunzen, akustischen Ejakulaten von angestochenem Federvieh, Hubschraubergeknatter und olfaktorisch deutlich merklichem zusätzlichem Einsatz von Schwefelwasserstoff und Buttersäure.

Das Stück war von Shakespeare, der Regisseur verriet aber nicht, welches.

Das interessierte aber auch keinen sonderlich, denn alle Wiener und Zugereisten erkannten sofort, dass die Bühnen Berlins und Hamburgs damit souverän niedergemäht seien und das deutsche Feuilleton sich darin überschlagen werde, wie in Wien eben nicht der halbgare, altverstaubte Provinzmief vorherrsche, welcher sich in den deutschen Metropolen kunstimitatorisch-reaktionär schon längst wieder Bahn bräche.

In den nächsten paar Jahren muss ich wohl nicht mehr ins Theater, um zu wissen, was auf den großen deutschsprachigen Bühnen an klassisch-moderner Hochkultur und Elitenerziehung so läuft.

Arschlöcher gibt’s überall umsonst und Rüben günstig beim Lidl.

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