Wem dient der Freiherr?

Guttenberg hat jetzt erklärt, dass wenn es eile und zu extrem komplizierten Fragen nicht hinreichend Sachverstand in einem Ministerium vorhanden sei, so sei es geradezu geboten, externe Spezialisten heranzuziehen.

Das mag zur Beratung ja zutreffen, aber gleich für einen ganzen Finanzmarktsgesetzentwurf eine internationale Großkanzlei, die vor allem für Finanzmarktakteure arbeitet, komplett beauftragen, das ist etwas anderes.

Wenn das Ministerium von all diesen Dingen selbst nichts versteht, dann sollte es geschlossen werden, erstens.

Zweitens frage ich mich, wenn schon das Ministerium nicht begreift, was anliegt, wie die Abgeordneten dasselbe dann verstehen sollen; und, wie es scheint, vertraute der Minister der britischen Kanzlei so sehr, dass er vor Herausgabe des Schriftsatzes noch nicht einmal gegenlesen ließ.

Aber das hätte ja auch keinen Sinn ergeben, da seine Beamten diesen ja ohnehin nicht hätten bewerten können.

Dass ein für angloamerikanische Finanzinteressen manipuliertes Gesetz den deutschen Steuerzahler noch einmal Milliarden kosten könnte (oder sind diese Leute jetzt alle über Nacht Samariter geworden?), macht dem smarten Jungstar anscheinend nichts.

Der Mann sollte wirklich noch einmal daran denken, dass er einen deutschen Amtseid geschworen hat.

Andere eventuelle Eide in der Nachwuchsloge oder gegenüber Goldman Sachs oder Henry Kissinger sind damit obsolet; andernfalls liegt wenigstens Meineid vor, womöglich Landes- oder gar Hochverrat.

P. S.: Ich weiß sehr wohl, dass man in bestimmten Kreisen angesichts solcher Vorhaltungen immer noch lacht; dass aus Steuergeldern schon wieder Milliardenboni ausgezahlt werden können, unterfüttert diese Stimmung selbstredend; aber zusammengezählt wird bekanntlich erst zum Schluss.

— Anzeigen —


Tags: ,

Eine Antwort hinterlassen