Tattertante CDU

Die CDU verfolgt eine geniale Wahlkampfstrategie: bis zum 27. September einfach so wenig wie möglich sagen und nicht auffallen. Man hat für irgendwann Steuersenkungen versprochen, und das muss reichen.

Man hat eine Kanzlerin, und die Schwester hat einen Baron, das muss reichen.

Man hat einen Bundespräsidenten, der auch mal in New York gearbeitet hat, das muss reichen.

Man hat eine SPD ohne Schröder, das muss reichen.

Man hat einen Westerwelle als beliebten und willfährigen Kasper, das muss reichen.

Man hat mehr Freunde in New York, London und Frankfurt, das muss reichen.

Man hat die reichen Bundesländer, das muss reichen.

Man hat die Bildzeitung, das muss reichen.

Nun, die Habensliste der CDU ließe sich fortsetzen, wirkt aber auch schon in dieser Kürze beeindruckend.

Vielleicht reicht das auch nochmal.

Aber nun zu dem, was man nicht bzw. auch hat:

Man hat eine überalterte, aussterbende Wählerschaft.

Man verfügt über keinerlei Konzepte, wie mehr junge Menschen an die Partei gebunden werden könnten.

Man weiß nicht, wie man das Volk von den Kriegen überzeugen könnte, die man in seinem Namen führen will.

Man hat keine überzeugenden Ideen zur Entwicklung Europas.

Mit einer besonders schlüssigen Energie- und Nahmittelostpolitik kann man sich auch nicht schmücken.

Das mit den Steuersenkungen glaubt einem sowieso keiner.

Zur Finanzkrise und zu den Auswüchsen des Kapitalismus hat man irgendwie auch – nix.

In Punkto Konservatismus hat man – nix.

In Punkto Patriotismus hat man – nix.

Man hat noch nicht einmal in Punkto Innere Sicherheit etwas, das die Leute wollen.

Mann, Mann, Mann: Familienpolitik auch gescheitert.

Eigentlich kann man gar nichts. Jedenfalls garantiert nichts richtig. Weder Krieg noch Frieden, noch Arbeitslosigkeit noch Beschäftigung, noch Steuern noch Schulden, noch Zins noch Geld; auch nicht Landwirtschaft oder Industrie, Fischerei, Spionage und Handel, bestimmt nicht die Förderung des Wohles des ganzen deutschen Volkes.

Also sagt man wirklich lieber nichts und hofft, dass keiner was merkt.

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