Der katholisch-schwule Held

Vor ein paar Tagen erschien im Bayern-3-Radio ein homosexueller katholischer Ex-Priester als Held in der Abendsendung.

Sein Heldentum bestand darin, dass er sich nach zehn Jahren Priestertum dahingehend “geoutet” (allein die Wortbildung ist schon völlig daneben) hatte, dass er einen Lebensgefährten habe und seine Beziehung mit demselben nicht länger verheimlichen wolle.

Da der rührige Held sein Schwulsein, soweit dies zu erfahren war, nicht erst im Prieserseminar unter der Ägide der katholischen Kirche entwickelt hatte, kommen bezüglich seines gar so bewundernswerten Mutes, eine eigene Radiosendung wert, doch ein paar Fragen auf.

Erstens: Wieso wurde der Mann katholischer Priester, wohlwissend darum, dass Homosexualität von dieser Kirche abgelehnt wird? Etwa, weil er wusste, dass diese dort verlogenermaßen in Wirklichkeit geduldet würde? Oder gar, weil er sich ausrechnen konnte, dort auf nicht wenige Gleichgesinnte zu stoßen?

Und rechtfertigt die Verlogenheit der katholischen Kirche, die vorgeblich zölibatären heterosexuellen Priestern bis zu vier Kinder nebst gebärender “Haushälterin” finanziert, die Verlogenheit dieses modernen “Outing”-Helden, adelt sie diese gar?

Und hat dieser Mann als Priester nicht jahrelang als “Seelsorger” seine gesamte Gemeinde belogen, indem er sich als rechtmäßig lebender und lehrender katholischer Priester ausgab?

Wo bitte ist das Edle an diesem Mann, sollte nicht Schwulsein an sich schon ein Adelsprädikat bedeuten?

Ich habe selbst einen schwulen Freund, einen Mann von feinem Humor (in mein Bett nehme ich ihn allerdings nicht mit), bei dem ich mir kaum vorstellen kann, dass er auf die Idee käme, so ein “Superouter” sei ein Held und Vorbild für Schwule oder sonst irgendwen.

P.S.: Eine gute Bekannte, selbst gläubige Katholikin, erzählte mir, dass sie bei ihrem Gemeindepfarrer stets wisse, ob seine Freundin gerade da sei, denn das sei absolut zielsicher an seiner Frisur zu erkennen.

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