Afghanistan und kein Ende

Heute las ich in der F.A.Z., dass dieser Monat in Afghanistan für die NATO bereits jetzt der verlustreichste seit Beginn des Krieges in 2001 gewesen sei. Von 54 Gefallenen war die Rede.

Dabei sollte man aber im Hinterkopf haben, dass bei den medizinisch hervorragend versorgten NATO-Truppen auf einen Gefallenen mindestens 3-5 Schwerverletzte kommen dürften (man erzählt uns nicht allzuviel darüber), sowie noch einmal mehrere Leichtverletzte (das sind Soldaten, die nur zwei Finger verloren haben).

Dann aber folgte noch eine Meldung. Die Verluste der afghanischen Polizei und Sicherheitskräfte gingen monatlich in die Hunderte.

Das macht Frau Merkel natürlich nichts, denn davon wird sonst praktisch nicht berichtet, und sie muss es nicht im Fernsehen bedauern, da es sich lediglich um Afghanen handelt.

Da man weiterhin davon ausgehen kann, dass die NATO-Truppen dem Gegner militärisch weit überlegen sind (im Sinne der Feuerkraft jedenfalls), viel mehr Feinde töten, als sie selbst Verluste erleiden, dürfte der Blutzoll dort insgesamt gewaltig sein.

Aber man erzählt uns wenig, wie das so üblich ist bei Kriegen, die schlecht laufen.

Achso, da fällt mir ein, wir sind ja gar nicht im Krieg, wie mir noch letztes Jahr so eine Grünen-Vettel auf dem Hammelburger Marktplatz weismachen wollte, sondern “helfen dort doch nur den Leuten”.

Derweil kommt die Bundeswehr zunehmend in Bedrängnis, weil die nördliche Nachschubroute immer wichtiger wird. Und zwar nicht, weil diese logistisch sinnvoller wäre, sondern weil der Khyber-Pass  (die Route von Pakistan nach Kabul) offenkundig militärisch nicht hinreichend gesichert werden kann. Die andere wichtigste Straße Afghanistans, die Strecke Kabul-Kandahar, ist in etwa so sicher wie der darauf entrichtete Wegezoll an die Aufständischen.

Die NATO ist also nach bald acht Jahren Krieg nicht einmal in der Lage, wenigstens die zwei Hauptverkehrsadern des Landes zu sichern. Julius Cäsar wäre da langsam aber sicher die Geduld ausgegangen.

Ich glaube es sind jetzt fünf Jahre hintereinander, in denen uns erzählt wurde, das jeweilige Jahr sei das entscheidende, man mache große Fortschritte, der Feind (so sagt man in Deutschland natürlich noch immer nicht, aber immerhin bei den Angelsachsen) werde bald entscheidend geschlagen.

Scheißendreck! – Ich bitte den drastischen Ausdruck zu entschuldigen, aber es geht um Lügenpropaganda, um Krieg.

Und bei uns in Deutschland wird dazu am heftigsten gelogen. Aus mehrerlei “guten” Gründen.

Zum einen geht in Berlin die Angst vor dem Grundgesetz um, das Krieg so nicht abdeckt. Zum anderen darf man solchen geistig Minderbemittelten wie der erwähnten grünen Wahlkämpferin nicht sagen, dass dieser Krieg ein Krieg ist, denn gegen Krieg ist sie ja schonmal grundsätzlich und eindeutig. Schließlich lehnen die meisten Deutschen den Bundeswehreinsatz dort ab, obwohl man ihnen in den Medien seit Beginn Tag und Nacht beinahe mit dem Nürnberger Trichter klarzumachen versucht, wie notwendig und sinnvoll dieser sei.

Man wundert sich fast, dass das Volk doch nicht so dumm ist, wie es die Politiker gerne hätten. Wenigstens bezüglich dieser Sache jedenfalls nicht. Das ist ärgerlich, aber solange nur die Linkspartei ab und zu ein bisschen meckert, kann man die Ausweitung des Krieges fortsetzen.

Dass die Politiker sich dabei sicher fühlen, nie zur Rechenschaft gezogen zu werden, verwundert einerseits, andererseits aber auch nicht. Sie können schließlich derzeit beobachten, wie die “Masters of the Universe”, die Geldhaie der Großbanken, welche uns wirtschaftlich ausgeplündert haben, vor keinerlei ernsthaften Problemen stehen.

Ich wünsche mir keinen schlagartigen Zusammenbruch dieses Geld-Kriegs-Lügensystems, denn der wäre für allzuviele Unschuldige schrecklich; ich kann aber durchaus verstehen, dass manche Menschen sich solch ein Szenario bewusst oder unbewusst herbeisehnen.

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